Karneval spaltet die Deutschen

Studie von YouGov und dem SINUS Institut

Wenn in Deutschland die "Fünfte Jahreszeit" beginnt, spaltet sich die Bevölkerung in zwei große Lager - in Faschingsfans und Faschingsmuffel. YouGov hat gemeinsam mit dem SINUS INSTITUT zum Beginn der Karnevalssession am 11. November nachgefragt, wer feiern wird und ob es wirklich so ist, dass Fremdgehen an Fasching eher verziehen wird.


In der Bevölkerung stehen sich zwei fast gleich große Lager gegenüber: 29 Prozent der Deutschen sind Faschingsgegner, 28 Prozent Faschingsfans. 41 Prozent der Deutschen sind die Feierlichkeiten um Karneval, Fasching oder Fastnacht aber egal und so werden nur 12 Prozent der Bevölkerung den Beginn der "Fünften Jahreszeit" am 11. November 2018 aktiv feiern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die von YouGov und dem SINUS Institut durchgeführt wurde. Erst wenn die Karnevalszeit ihren eigentlichen Höhepunkt erreicht – in der Woche vor Aschermittwoch – wollen sich mehr Deutsche von der Feierlaune der Jecken anstecken lassen. Ein Fünftel (21 Prozent) der Deutschen wollen dann feiern. Jeder Zehnte (10 Prozent) will sich dann für die lustigste Zeit des Jahres sogar Urlaub nehmen.

Faschingsfans vs. Faschingsmuffel

Die Faschingsfans begründen ihre Begeisterung vor allem mit der ausgelassenen Stimmung, die eine tolle Abwechslung zum Alltag darstellt (63 Prozent). Beliebt sind auch die Straßenumzüge (54 Prozent). Knapp die Hälfte (48 Prozent) bekommt gute Laune von der Karnevalsmusik und knapp ein Drittel schunkelt, singt und tanzt gerne gemeinsam mit anderen Menschen (31 Prozent) oder mag es, sich zu verkleiden (29 Prozent).

Und was stört die Faschingsmuffel an den bunten Tagen? 60 Prozent geht es auf den Geist, dass es nur noch um ausgiebiges Trinken geht. Knapp die Hälfte kritisiert, dass sich die Menschen zu albern verhalten und dass die ausgelassene Fastnachtsstimmung zu aufgesetzt ist (jeweils 48 Prozent). Auch die zugemüllten Straßen sehen viele als Problem (43 Prozent).

Fremdgehen ist ein No-Go – auch an Karneval

Die Karnevalszeit hat den Ruf, dass es die Deutschen während dieser Zeit mit der Treue nicht so genau nehmen. Das bestätigt die Studie allerdings nicht. Einen Freischein zum Faschingsflirt stellen sich nur 23 Prozent der liierten bzw. verheirateten Deutschen aus, fast genauso viele (22 Prozent) erteilen ihrer besseren Hälfte zu Fasching eine Flirt-Erlaubnis. Mehr als Flirten ist für die meisten auch während der Faschingszeit tabu: Für 85 Prozent der Vergebenen kommen sexuelle Abenteuer außerhalb der eigenen Partnerschaft nicht in Frage, ebenso viele fordern diese Standfestigkeit auch von ihrer besseren Hälfte ein. Nur eine kleine Minderheit (6 Prozent) erlaubt sowohl sich als auch dem Partner einen närrischen Seitensprung.

Zur Studie: YouGov und das SINUS INSTITUT haben 2.052 Personen ab 18 Jahren zwischen dem 5. und 10. Oktober 2018 online befragt.

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