Kantar verliert 3 Prozent im ersten Quartal

Quartalszahlen

Das Marktforschungsunternehmen Kantar kann mittlerweile wieder eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent vermelden, allerdings nur auf Basis konstanter Wechselkurse. Der Umsatz sank nämlich nominell um drei Prozent. CEO Chris Jansen betonte aber die Fortschritte im Transformationsprozess.

Das Londoner Unternehmen Kantar hat im ersten Quartal 2022 einen Umsatz von 911 Millionen erzielt. (Bild: picture alliance / imageBROKER | Stefan Kiefer)

von Jörg Stroisch

„Wachstum in allen Kerngeschäftsfeldern“

Das verkündet der Kantar-CEO Chris Jansen bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen 2022. Und in der Tat entwickelt sich der Umsatz mit einem Plus von 6 Prozent - Kantar weist dabei die Veränderungen auf Basis konstanter Wechselkurse aus - positiv. 911 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 863 Millionen US-Dollar) betrug der Umsatz.

Quartalszahlen von Kantar im ersten Quartal 2022. (Bild: Kantar)

Schlechter sieht es aus, wenn man sich die nominellen Umsätze anschaut. Die Zahlen dazu verbergen sich leider deutlich später in dem Dokument: 789,0 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2022 stehen 807,2 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2021 gegenüber - ein Minus von etwa 2,25 Prozent.

Durchwachsenes Bild bei den Unternehmensbereichen

Leider muss man bei den Kantar-Zahlen sehr deutlich zwischen den Zahlen auf Basis konstanter Wechselkurse und den nominellen Zahlen unterscheiden. Während sich nämlich auf Basis konstanter Wechselkurse ein durchweg positives Bild abzeichnet, sieht die Lage nominell anders aus.

„Insights“ verlor so nominell von 463,3 Millionen US-Dollar auf nun 457,4 Millionen US-Dollar - auf Basis konstanter Wechselkurse wies Kantar aber ein Plus von 4 Prozent aus. Ebenso "Media": Im ersten Quartal 2022 sind es 112,0 Millionen US-Dollar, noch ein Jahr zuvor waren es 141,2 Millionen US-Dollar. In der Aufstellung auf Basis konstanter Wechselkurse ist hier ein Plus von 7 Prozent ausgewiesen. Das sind zudem die beiden wichtigsten Unternehmensbereiche des Unternehmens.

Hinzugewinnen konnte "Worldpanel" mit nun 86,4 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 82,3 Millionen US-Dollar) sowie "Profiles" mit nun 27,8 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 20,5 Millionen US-Dollar).

Der einzige Bereich, der laut Kantar auf Basis konstanter Wechselkurse einen Verlust auswies, ist „Public“.  Vor diesem Hintergrund sank der Bereich um 2 Prozent ab auf nun 55,0 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 56,3 Millionen US-Dollar). Nominell betrachtet ist der Unterschied größer: 48,5 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2022; 54,0 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2021. Allerdings hatte dieser Bereich auch im vergangenen ersten Quartal 2021 besonders stark vom britischen Covid-Testprogramm profitiert und hier eine Umsatzsteigerung von 34 Prozent verzeichnet. Vor diesem Hintergrund fällt der Rückgang nur sehr leicht aus, so dass hier dennoch von einer tendenziell positiven Entwicklung gesprochen werden kann.

Europäisches Geschäft verliert deutlich

Bei der Aufgliederung nach Regionen spart sich Kantar den Blick auf die Zahlen auf Basis konstanter Wechselkurse. "Continental Europe" verliert hier im Vergleich zum Vorjahresquartal (253,1Millionen US-Dollar) deutlich auf nun 201,0 Millionen US-Dollar. Damit liegt diese Region nun vom Umsatz her hinter "North America", wo es dafür deutliche Zuwächse gab auf nun 201,5 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 159,9 Millionen US-Dollar).

Die traditionell wichtige Region "United Kingdom" musste hingegen auch Verluste verzeichnen. Hier betrug der Umsatz nun 123,9 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 151,3 Millionen US-Dollar). Fast gleichbleibend mit nun 185,4 Millionen US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 158,5 Millionen US-Dollar) ist die Region "Asia Pacific".

Ursprünglich war Kantar Teil des Sammelkonzern WPP. Seit einiger Zeit gehören nun dem Investor Bain Capital 60 Prozent des Unternehmens. Der ursprüngliche Eigentümer WPP hält noch eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent.

Alle drei Monate veröffentlicht Kantar seine Bilanzreports; sie werden extra für die Investoren des Unternehmens erstellt. Das Unternehmen ist nicht an der Börse gelistet.

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