Ipsos weiterhin belastet durch die Corona-Pandemie

Aktuelle Zahlen

Auch im dritten Quartal 2020 ist der Umsatz des französischen Marktforschungsunternehmens Ipsos stark zurückgegangen. Der Grund: Die Corona-Pandemie zerrte weiterhin am Geschäft der Pariser.

Catering Essen

Catering, Hotelerie und Transport sind besonders von der Krise getroffen - das Geschäft der Nutzer von Daten zum Konsumentenverhalten und zur Konsumentenmeinungen auf diesen Gebieten ist "down". (Bild: Naim Benjelloun, Pexels)

von Jörg Stroisch

Auf 468,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 499,4 Millionen Euro) und somit um 6,2 Prozent (organisch: - 3,3 Prozent) sackte der Umsatz des französischen Marktforschungsunternehmens Ipsos im dritten Quartal 2020 ab. Immerhin: "Das Geschäft erholt sich Monat für Monat von den Auswirkungen des "Großen Lockdowns" in Europa", so das Unternehmen bei der Vorstellung der Zahlen in einer Pressemitteilung. Noch im zweiten Quartal musste nämlich ein Verlust von 25,8 Prozent mitgeteilt werden - marktforschung.de berichtete.

Zahlen für die Regionen

Natürlich spiegelt sich diese Entwicklung auch in den Regionen wider, die auch noch einmal zusätzlich in der Investorenpräsentation aufgeschlüsselt sind. Die weiterhin wichtigste Geschäftsregion ist "Europe, Middle East and Africa". Hier wurde innerhalb der ersten neun Monate des Jahres ein Umsatz von 589,0 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 607,4 Millionen Euro) erwirtschaftet. Das ist ein Verlust von 2,5 Prozent (organisch: - 9,5 Prozent). Die Region trägt weiterhin mit fast der Hälfte (47 Prozent) zum Unternehmensumsatz bei. Dies sei die Region, welche im Quartal 2020 am meisten von der Pandemie betroffen gewesen sei, sich aber nun auch am schnellsten wieder erhole, so das Unternehmen.

Noch schlechter steht die Region "Americas" dar: Hier sank der Umsatz auf nun 449,0 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 529,3 Millionen Euro) und somit um 14,5 Prozent (organisch: - 15,5 Prozent). Bei "Asia/Pacific" sind es nun ein Umsatz von 216,6 Millionen Euro innerhalb der ersten neun Monate des Jahres (Vorjahreszeitraum: 266,0 Millionen Euro) und somit 17,5 Prozent weniger (organisch: - 19 Prozent).

Segmente leiden unterschiedlich unter Corona

Weil große Nutzer von Daten zum Konsumentenverhalten und zur Konsumentenmeinungen – wie etwa Transport, Hotelerie und Catering - von der Pandemie besonders betroffen seien, sei hier auch das Geschäft "down", so das Unternehmen. So geht das Segment "Consumers" mit einem Umsatz innerhalb der ersten neun Monate des Jahres 2020 von 518,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 668,5 Millionen Euro) deutlich um 17 Prozent (organisch: - 19 Prozent) zurück - und trägt nun mit 41 Prozent zum Gesamtumsatz bei Ipsos bei. Und auch der Bereich "Client and Employees" konnte mit 283,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 337,8 Millionen Euro) nur einen Verlust von 21,8 Prozent (organisch: - 22,5 Prozent) verzeichnen.

Aber es gibt weiterhin auch Erfolg: Schon im Jahr 2019 konnte der Bereiche "Citizens" deutlich zulegen. Und schon im ersten Halbjahr 2020 deutete sich an, dass hier der Bedarf an guten Daten in Corona-Zeiten bestehen bleibt. Das spiegelt sich auch in den Neun-Monats-Zahlen wider:
"Citizens" legte um 26,7 Prozent (organisch: + 27 Prozent) auf nunmehr 244,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 186,0 Millionen Euro) zu.
Und auch "Doctors and patients" konnte seinen Umsatz um 0,9 Prozent (organisch: + 1 Prozent) steigern auf nun 208,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 210,3 Millionen Euro), nachdem es zuvor im Halbjahr noch ein Minus gegeben hatte.

Das zeigt sich auch in der Bedeutung für das Gesamtunternehmen dieser Segmente: Trug "Doctors and patients" 2019 noch mit 15,0 Prozent am Gesamtumsatz bei, sind es nun 17 Prozent. Und der Bereich "Citizens" verbesserte sich von einem Anteil von 13,3 Prozent auf nun 19,0 Prozent.
Beim Ausblick zeigt sich Ipsos optimistisch: Man verzeichne eine starke Buchung von Leistungen, man sei gut aufgestellt - und deshalb die Perspektive für das auslaufende Jahr 2020 und das nächste Jahr 2021 positiv. Aber natürlich könne niemand vorhersagen, welche Entscheidungen im Verlauf der Corona-Pandemie noch getroffen würden.

Ipsos ist an der Pariser Börse gelistet. Traditionell gibt das Unternehmen seine Zahlen immer erst nach Börsenschluss bekannt. Vor der Bekanntgabe der neuen Zahlen lag der Kurs bei 21,05 Euro. Natürlich hat hier die Corona-Pandemie ihren Tribut gefordert. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Kurs bei etwa 27 Euro, er sackte also um über 20 Prozent im Jahresverlauf ab.
Kurz nach der Börseneröffnung in Paris notierte die Aktie dann bei 22,80 Euro, also mit etwa 8,6 Prozent im Plus.

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Veröffentlicht am: 23.10.2020

 

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