Ipsos verliert deutlich an Umsatz

Aktuelle Zahlen

Auch das französische Marktforschungsunternehmen Ipsos leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das machen die Bilanzzahlen für das Jahr 2020 deutlich. Aber das vierte Quartal macht auch Hoffnung.

Menschen die auf einer Straße in der Stadt laufen (Bild: Free-Photos-pixabay)
Der Bereich "Citizens" konnte dennoch um 27,7 Prozent auf nun 346,5 Millionen Euro zulegen. (Bild: Free-Photos-pixabay)

von Jörg Stroisch

Die Tabelle in der Pressemitteilung zu den Jahreszahlen führt die Folgen der Corona-Pandemie auch für Ipsos noch einmal deutlich vor Augen: Im zweiten Quartal ein Minus von 25,8 Prozent. Dementsprechend wird der Rückgang im vierten Quartal von 3,0 Prozent wie ein Lichtblick extra hervorgehoben, zumal hier das organische Wachstum sogar zulegen konnte. So zeigt sich die Unternehmensführung optimistisch: "Unsere Widerstandskraft in Angesicht der Pandemie", titelt sie ihre Investorenpräsentation.

Die Zahlen: Auf das Jahr betrachtet summiert sich der Umsatzverlust auf 8,3 Prozent. Er betrug 1,837 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,003 Milliarden Euro), und sackte auch organisch um 6,5 Prozent ab. Zur Erinnerung: Noch im Frühjahr 2020 konnte Ipsos damals die sehr guten Zahlen für 2019 präsentieren - ein Plus, damals, von 14,5 Prozent.

Entwicklung in den Regionen spiegelt die Pandemie wider

Wenn Krisen sind, stehen die entwickelten Märkte in der Regel besser dar, sie sind einfach nicht so volatil: Das kann man gut auch an den Zahlen sehen. So musste hier Ipsos nur einen organischen Rückgang von 2,5 Prozent verkraften, in den aufstrebenden/zu entwickelnden Regionen ging es hingegen um 15,4 Prozent zurück.

So konnte die Region Amerika und Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) sich vom Umsatz recht stabil halten mit nun 860,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 859,6 Millionen Euro), legte um 0,1 Prozent zu und organisch sogar um 2 Prozent. Auch deshalb ist der Anteil am Gesamtumsatz auf 47 Prozent gestiegen.

Deutlich schlechter lief es in der Region Americas. Hier ging der Umsatz auf 663,9 Millionen Euro zurück (Vorjahreszeitraum: 769,9 Millionen Euro). Sie verlor demnach 13,8 Prozent (organisch: 12 Prozent). Und ebenfalls stark zurück ging die Region "Asia-Pacific", die nun nur noch 313,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 373,7 Millionen Euro) erwirtschaftete und damit 16,2 Prozent weniger als noch 2019 (organisch: -14 Prozent).

"Citizens" und "Doctors and patients" stark

Es deutete sich schon in den letzten Quartalszahlen an: Es gibt auch Bereiche, die auch durch die Pandemie eine verstärkte Nachfrage verzeichnen. So konnte der Bereich "Citizens" um 27,7 Prozent (organisch: 29,5 Prozent) zulegen auf nun 346,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 259,8 Millionen Euro). Und auch der Bereich "Doctors and patients" zeigte eine Steigerung von 1,3 Prozent (organisch: 4 Prozent) auf nun 318,0 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 312,2 Millionen Euro). Das sind im Ranking allerdings nur der dritt- und viertwichtigste Bereich.

Entsprechend schlug der Rückgang im Segment "Consumers" um 15,2 Prozent (organisch: -12,5 Prozent) stark ins Kontor. Nur noch 765,2 Millionen Euro wurden hier umgesetzt. Zur Erinnerung: Noch Ende 2019 lag hier der Umsatz nahe der 1-Milliarde-Euro-Marke, nämlich bei 944,4 Millionen Euro.

Und auch der Geschäftsbereich "Client and employees" gab kräftig um 20,9 Prozent (organisch: 21 Prozent) nach und erwirtschaftete 2020 noch 407,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 485,8 Millionen Euro).

Es soll wieder besser werden

Für das laufende Jahr 2021 gibt sich Ipsos ganz am Ende der Präsentation verhalten optimistisch und prognostiziert etwas nebulös einen höheren Umsatz als 2019, der "näher" an dem von 2019 liegen soll. Die durch die Pandemie verursachte Krise sei nicht vorbei und man müsse die kurzfristigen und langfristigen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft diskutieren.

Nach der Verkündung der Zahlen stieg der Kurs der Aktie deutlich an und lag zum Börsenschluss am Donnerstag mit 3,28 Prozent im Plus und somit bei 31,40 Euro (+ 1,00 Euro). Auch so können sich die Aktionäre über den generellen Kursverlauf nicht beklagen, selbst aufs Jahr betrachtet ist da noch - trotz Corona - ein gutes Plus. Zum Vergleich: Bei der Verkündung der letzten Jahreszahlen im Februar 2020 kostete die Aktie noch unter 29 Euro. Das Unternehmen ist an der Börse in Paris gelistet.

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/mvw

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