Ipsos steigert Umsatz im ersten Quartal

Aktuelle Zahlen

Zwar lief das erste Quartal 2020 für das französische Marktforschungsunternehmen Ipsos gut. Wie bei allen anderen Unternehmen, fordert aber auch hier die Corona-Krise bereits ihren Tribut.

von Jörg Stroisch

Die gute Nachricht: Im ersten Quartal 2020 konnte Ipsos seinen Umsatz noch leicht um 1,6 Prozent steigern auf nun 428,7 Millionen Euro (organisch war es hingegen ein Nullwachstum), wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung mitteilte. Die Betonung liegt hier allerdings auf dem "noch": Schon vor einigen Tagen nahm das Unternehmen zu den Auswirkungen der Coronakrise auf die eigenen Unternehmensziele Stellung. Und hier stellte Ipsos fest, dass alleine im März die Order um 40 Prozent zurückgingen. Auch deshalb könne man nicht mehr einschätzen, wie sich die Umsätze weiter entwickeln werden. Das nur leichte Wachstum im dritten Quartal spiegelt die Entwicklung schon zum Teil wieder.

Uneinheitlicher Trend in den verschiedenen Teilbereichen

Anders noch als für die Jahresbilanz 2019, wo sich alle Teilbereiche sehr positiv zeigten, sind die Zahlen fürs erste Quartal 2020 durchwachsen. Zwar konnten die Bereiche Citizen (+12 Prozent, organisch: +10 %) mit einem Umsatz von 64,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 58,0 Millionen Euro) und Doctors and patients (+1,3 Prozent, organisch: +3,5 %) mit einem Umsatz von 63,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 62,7 Millionen Euro) doch erfreulich stark zulegen. Allerdings sind beide Segmente in ihrer Bedeutung nicht die beherrschenden – und sie konnten die Stagnation bzw. die Verluste der beiden "großen" Segmente deshalb nur abfedern.

Consumers legte zwar leicht um 0,2 Prozent auf 195,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 194,9 Millionen Euro) zu, allerdings musste organisch ein Verlust von 1,5 Prozent verzeichnet werden. Damit sind die Zuwächse ohne Akquisen gemeint. Der Bereich Clients and employees sackte sogar um 1,5 Prozent auf nun 104,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 106,5 Millionen Euro) ab. Organisch verlor das Unternehmen hier sogar 5 Prozent. Den Rückgang begründet Ipsos auch bereits mit der Coronakrise, viele eigene Kunden seien stark dadurch beeinflusst und hätten deshalb die Research-Aktivitäten zurückgefahren.

Und auch die Steigerung im Bereich Citizen und Doctors und patients sei wiederum auf die Coronakrise zurückzuführen. Viele öffentliche Einrichtungen wollten wissen, wie ihre Bürger derzeit leben und wie sie ihre Kommunikation gestalten können, um die Menschen zur Einhaltung der Gesundheitsrichtlinien zu bewegen.

Umbrüche – ausführlicher Ausblick auf die Herausforderungen

Schon in seiner Jahresbilanz 2019 hatte Ipsos Stellung zum Coronavirus bezogen und hier noch vorsichtig formuliert, dass die Folgen für das eigene Geschäft noch nicht recht absehbar seien. Auch jetzt sind sie es in ihrer kompletten Dimension nicht, aber es ist wohl klar, dass auch Ipsos – wie die gesamte Weltwirtschaft – Federn lassen wird. Ipsos versucht deshalb, die eigenen Kosten zu senken. Gleichzeitig wurde der Fokus auf interne Trainings, Kundenkommunikation und die Funktionalität von kollaborativen Plattformen (darunter sind zum Beispiel Tools zu verstehen, mit denen gemeinschaftlich an einem Text gearbeitet werden kann, aber auch zum Beispiel auch Videokonferenztools) gesetzt.

Ipsos publiziert seine Zahlen traditionell erst nach Börsenschluss. Auf der anderen Seite haben die Aktionäre ohnehin nichts Gutes erwartet, da ja schon vor einigen Tagen die Auswirkungen der Coronakrise beschrieben wurden – und diese derzeit tagtäglich Aktienwerte vernichtet. So startete der Kurs heute Morgen zwar leicht nur negativ mit einem Minus von 0,90 Prozent (- 0,16 Euro) und liegt nun bei 17,68 Euro (Stand: etwa 9:30 Uhr). Aber natürlich zeigt sich im Verlauf der letzten drei Monate – und hier rapide ab dem 03. März - ein wahrer Verfall des Aktienwerts um fast 44 Prozent. So lag der Kurs pro Aktie am 23. Januar noch bei 31 Euro.

Die Präsentation der Ipsos-Halbjahresergebnisse erfolgt am 22. Juli 2020.

Veröffentlicht am: 24.04.2020

 

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