Internationales Weihnachtsgeschäft

Studie von Rakuten

Rakuten hat sich die Käufer-Präferenzen vor dem auch in diesem Jahr anstehenden Weihnachtsgeschäft angeschaut. Die Frage, um die es ging: Kaufen die Deutschen ihre Präsente auch im Ausland ein? Und wer kauft online bei deutschen Anbietern?

Gaben aus dem In- und Ausland (Bild: merla - Fotolia.com)
Gaben aus dem In- und Ausland (Bild: merla - Fotolia.com)

Knappes Ergebnis: 51 Prozent der Deutschen möchten für ihre Weihnachtseinkäufe auch auf Händler zurückgreifen, die nicht in Deutschland sitzen. Das beliebteste Einkaufsland für internationale Käufer aus Deutschland ist Großbritannien. 60 Prozent von ihnen geben an, dort ein Geschenk kaufen zu wollen.

Neben Großbritannien sind Frankreich (58 Prozent) und Italien (48 Prozent) beliebte Einkaufsländer der Deutschen in Europa. In China möchten 45 Prozent der in Deutschland Befragten Geschenke shoppen. Deutschland landet im internationalen Vergleich dagegen nur auf dem siebten Platz der Einkaufsländer. Von den international Befragten, die im Ausland einkaufen wollen, möchten vor allem Verbraucher aus Frankreich (37 Prozent), China (32 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (26 Prozent) hierzulande Geschenke shoppen. Hier gibt es also noch großes Potential für deutsche Unternehmen und Marken.

Wie es gehen kann, zeigt Adidas: Produkte des Sportartikelherstellers werden nicht nur in Deutschland gerne verschenkt. 26 Prozent der Franzosen und 24 Prozent der Briten ziehen Adidas-Produkte als Geschenk in Betracht. Damit ist die Marke dort sogar noch ein wenig beliebter als in Deutschland selbst (23 Prozent). In Großbritannien ist Hugo Boss mit 19 Prozent die beliebteste Marke im gehobenen Modesektor, ebenso hierzulande, jedoch nur mit 17 Prozent Kaufüberlegung. Produkte von S. Oliver, einem Unternehmen mit Sitz in Bayern, ziehen 16 Prozent der Deutschen in Betracht.

"Wir sehen, dass deutsche Konsumenten offen gegenüber Anbietern aus dem Ausland sind. Was den Absatz eigener Konsumgüter in auswärtigen Märkten angeht, gibt es aber noch einiges Aufholpotential. In der Gunst internationalen Käufer steht Deutschland nur auf Platz sieben", kommentiert Stefan Bernauer, Director D-A-CH bei Rakuten Marketing die Ergebnisse. "Marken, die in neue Märkte expandieren möchten, brauchen eine Strategie und die richtige Unterstützung, um dort ihre Bekanntheit zu steigern. Ein internationales Affiliate-Netzwerk kann ihnen dabei die optimale Hilfestellung geben."

Online oder Kaufhaus? 

72 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer bestellen Weihnachtsgeschenke häufig oder sehr häufig online, indem sie PC oder Laptop nutzen. Andere Möglichkeiten, zum Beispiel Shopping über das Smartphone und Apps von Marken spielen in Deutschland noch eine geringe Rolle. In Asien dagegen ist diese Form des Einkaufens sehr beliebt, was Marken beachten sollten, die in diese Märkte expandieren möchten. Das In-Store-Erlebnis steht allerdings auch weiterhin hoch im Kurs. 60 Prozent der Deutschen kaufen Weihnachtsgeschenke häufig oder sehr häufig in Läden.

Vor allem kaufen deutsche Verbraucher aber auch sehr gerne bei deutschen Händlern ein. Bei klassischen Warenhäusern, wie Galeria Kaufhof (35 Prozent) und Karstadt (24 Prozent), kaufen nach wie vor viele Deutsche ein. Sehr beliebte Geschäfte sind darüber hinaus deutsche Drogerien, 40 Prozent der Deutschen ziehen DM in Betracht, um dort Weihnachtsgeschenke zu kaufen, 39 Prozent Rossmann und 27 Prozent Müller. Die größten Verlierer der letzten Jahre dürften die traditionellen Versandhäuser sein, wobei Otto immerhin noch für 20 Prozent der Deutschen eine Option für ihre Weihnachtsgeschenke darstellt.

Früher Vogel oder letzte Sekunde?

Ein gutes Viertel (26 Prozent) der befragten Bundesbürger sind klassische "Holiday Shopper", das heißt sie beginnen im November, sich Gedanken über Festtagsgeschenke zu machen und kaufen sie schließlich hauptsächlich im Dezember. 23 Prozent sind typische Schnäppchenjäger, die Aktionen wie Black Friday und Cyber Monday nutzen, um besonders günstig einzukaufen. Fast jeder Fünfte Deutsche (19 Prozent) kauft Geschenke über das Jahr verteilt, wenn ihm interessante Produkte begegnen. 15 Prozent der Befragten beginnen bereits Ende des Sommers mit ihren Weihnachtseinkäufen. Bis zur letzten Gelegenheit wartet dagegen nur ein Zehntel der Befragten.

Was macht wen glücklich?

Um die richtigen Geschenke für die richtigen Leute zu finden, brauchen Konsumenten Inspiration, gerne auch von Marken und Unternehmen. Die Mehrheit von 63 Prozent gibt an, dass der Nutzen davon abhängt, ob Werbung für sie relevant ist und für wen sie gerade ein Geschenk suchen. 19 Prozent sind sogar sehr offen gegenüber Produktempfehlungen und freuen sich über jede Hilfe, die sie bekommen können.

Am nützlichsten wird dabei Werbung bewertet, deren Inhalt die Verbraucher zu interessanten Marken oder Produkten führt (43 Prozent Zustimmung). Beliebt ist außerdem Werbung, die zu besseren Angeboten oder Rabatten führt (28 Prozent Zustimmung).

"In der Vorweihnachtszeit kann es sich für Marketer durchaus lohnen, mit ihren Kampagnen auch Konsumenten anzusprechen, die eigentlich nicht Teil der Kernzielgruppe sind", sagt Stefan Bernauer, Director D-A-CH bei Rakuten Marketing. "Schließlich beschäftigen sich Konsumenten bei der Geschenksuche mit Themen und Produkten, die nicht immer unbedingt ihren eigenen Interessen entsprechen. Deshalb bekommen Verbraucher gerne Empfehlungen für Marken und Produkte, auch wenn sie diese nicht für sich selbst kaufen würden."

Märkte sind wichtiger als Marken 

Bei Elektroartikeln, die ein sehr beliebtes Weihnachtsgeschenk darstellen, zeigt der deutsche Markt eine interessante Besonderheit. Während Briten und Franzosen diese Produkte gerne direkt von den Marken beziehen, mit Samsung, Apple und Google jeweils als Top-Drei, tendieren deutsche Verbraucher zu den großen Elektromärkten. Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) zieht Saturn oder Media Markt für Weihnachtsgeschenke in Betracht. Hoch im Kurs liegt bei den deutschen Verbrauchern aber auch Samsung: 29 Prozent denken darüber nach, Geschenke bei dem südkoreanischen Tech-Riesen zu kaufen. Platz drei teilen sich Huawei und Sony mit jeweils 15 Prozent.

Zur Studie: Im Auftrag von Rakuten Marketing führt das unabhängige Marktforschungsinstitut Savanta im Oktober 2019 eine Studie unter 1000 Verbrauchern pro Markt in Großbritannien, Frankreich und Deutschland durch, mit weiteren 500 Befragten pro Markt aus Australien, Südkorea, China und Singapur. Die Gesamtzahl der Befragten für internationale Befunde liegt bei 5.000 Verbrauchern.

Veröffentlicht am: 13.11.2019

 

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