Immer weniger Menschen spenden immer mehr

GfK-Studie

Das Volumen an Spenden ist 2018 erneut angestiegen, doch immer weniger Deutsche greifen dafür in die Tasche. Diesen seit einigen Jahren zu beobachtenden Trend hat jetzt eine Umfrage der GfK bestätigt, die die Nürnberger im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchgeführt haben.

Mehr Spenden für Bedürftige (Bild geralt - Pixabay)
Mehr Spenden für Bedürftige (Bild geralt - Pixabay)

Danach haben die Deutschen 2018 mit rund 5,3 Mrd. Euro wieder mehr gespendet. Doch so wenig Menschen wie noch nie seit Beginn der Erhebung waren spendierfreuig: Nach der Umfrage der GfK gaben nur noch 20,5 Millionen Menschen - das sind 30,5 Prozent der Deutschen ab 10 Jahren - 2018 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das etwa 800.000 Menschen weniger. Zum Beginn der Erhebung im Jahr 2005 gaben noch rund 50 Prozent der Deutschen Geld für gemeinnützige Zwecke. Die GfK und der Spendenrat wiesen allerdings darauf hin, dass dieser Wert damals stark von der Tsunami-Katastrophe beeinflusst wurde.

38 Euro je Spende

Trotz der immer weiter abnehmenden Zahl der Spender steigt das Spendenvolumen von knapp 5,2 Mrd. Euro auf über 5,3 Mrd. Euro an. Grund ist der deutliche Anstieg der durchschnittlichen Spende pro Spendenakt von 35 Euro auf den Rekordwert von 38 Euro, bei gleichzeitig relativ stabiler Spendenhäufigkeit pro Spender (leichter Rückgang von 6,9 auf 6,8 Mal pro Jahr). "Es verstärkt sich der Eindruck, dass diejenigen, die spenden, sich immer stärker in der Verantwortung fühlen, Gutes zu tun", sagt Daniela Geue, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats.

Deutsche haben im Jahr 2018 außerdem mehr für Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz und Sport gespendet. Rund 100 Mio. Euro weniger wurden für die humanitäre Hilfe gespendet. In der Verteilung der Spenden geht der Anteil für kirchliche Organisationen weiter von über 27 Prozent auf rund 24,5 Prozent zurück. Auch der Anteil für die Not- und Katastrophenhilfe sinkt deutlich von 12,6 Prozent auf 9,7 Prozent. Dementsprechend geht der Anteil der Spenden an internationale Projekte von über 40 Prozent auf 37 Prozent zurück.

Jüngere Generationen holen beim Spenden auf

Der Anteil der Spenden der Generation 60+ macht nach wie vor mehr als die Hälfe am Gesamtspendenvolumen aus. Gleichwohl haben im letzten Jahr die unter 60-jährigen einen höheren Anteil am Spendenvolumen als im Vorjahr. Der Anteil am Spendenaufkommen ist von knapp 43 Prozent im Vorjahr auf rund 47 Prozent angestiegen.

Der Monat Dezember ist mit 20 Prozent des Jahresspendenaufkommens für alle Altersgruppen der mit Abstand wichtigste Spendenmonat. Vor allem bei den Jüngeren hat er im letzten Jahr deutlich an Bedeutung gewonnen: Die bis 29 Jahre alten Spender spendeten im Dezember 2018 rund 44 Prozent mehr als noch im Dezember 2017. Bei den 30-39 Jahre alten Spendern waren es im gleichen Zeitraum sogar rund 90 Prozent mehr.

Weniger Spenden für Geflüchtete

Im letzten Jahr wurden noch 394 Mio. Euro für Geflüchtete gespendet, das sind 2 Prozent weniger als 2017 (403 Mio. Euro). Im Jahr 2016 wurden noch 488 Mio. Euro für Geflüchtete gespendet. Die Zahl der Spender geht um rund 15 Prozent zurück. Diejenige, die spenden, spenden auch in diesem Bereich deutlich mehr: Die Durchschnittsspende steigt von rund 42 Euro in 2017 auf rund 50,5 Euro in 2018.

Die "Bilanz des Helfens" im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. ist ein Teilergebnis der Studie GfK Charity*Scope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geldspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen und gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.

Veröffentlicht am: 05.03.2019

 

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