IMAS: Viele Österreicher glauben an die Existenz von Schutzengeln

Linz - Nahezu drei Fünftel der Österreicher erklären, an der Existenz von Schutzengeln "ist was dran". Für 27 Prozent der Bevölkerung gehört diese Behauptung jedoch ins Reich der Fantasie. Knapp ein Fünftel glaubt sehr fest an eine höhere Macht, die unser Schicksal lenkt und unser Leben bestimmt, 42 Prozent glauben es zumindest ziemlich fest. Zu diesem Resultat kommt eine IMAS-Studie, die im August und September 2011 unter 1.009 Österreichern ab 16 Jahren durchgeführt wurde.

Wer mit knapper Not einer schweren Gefahr entronnen ist, verbindet seine Rettung häufig mit dem Hinweis, einen Schutzengel gehabt zu haben. Steckt hinter einer solchen Bemerkung eigentlich mehr als eine konventionelle Redensart? Wie viele Österreicher sind es, die daran glauben, dass es Schutzengel gibt, die einen begleiten?

Als sich das IMAS-Institut mit einer entsprechenden Frage bei der Bevölkerung danach erkundigte, stieß es auf eine erstaunlich große Überzeugung vom Dasein unsichtbarer hilfreicher himmlischer Wesen. Genau genommen sind es 58 Prozent, also fast drei Fünftel der Österreicher, die erklären, an der Existenz der Schutzengel "ist was dran"; lediglich 27 Prozent verweisen die nach christlicher Lehre dienstbaren Geister Gottes ausdrücklich in das Reich der Fantasie.

Der Glaube an die himmlischen Boten überwiegt ausnahmslos in allen Bevölkerungsgruppen und unterscheidet sich nur in den statistischen Ausprägungen. Demgemäß ist die Überzeugung von der Existenz der Schutzengel ganz besonders verbreitet bei Frauen, Personen mit Volks-, oder Hauptschulbildung, Personen im Seniorenalter, Angehörigen der einfachsten sozialen Schicht, Bewohnern von Kleinstädten und Dörfern sowie bei Ober- und Westösterreichern.

Bezweifelt werden Schutzengel am ehesten von Männern (mit 39 Prozent), Maturanten und Akademikern sowie von Angehörigen der sozialen Oberschicht (zu jeweils 35 Prozent). Mit einer weiteren Frage wurde geprüft, wie es – abgesehen von den Schutzengeln – mit dem Glauben der Österreicher an eine höhere Macht bestellt ist, die unser Schicksal lenkt und unser Leben bestimmt.

Aus den Antworten ist zu schließen, dass 42 Prozent der Bevölkerung zumindest ziemlich fest von einer Allmacht überzeugt sind, weitere 30 Prozent sind es "ein wenig", nur 20 Prozent gar nicht.

Die Überzeugung von einer unser Leben und Schicksal bestimmenden Macht ist bei den Frauen ungleich stärker als bei den Männern, von denen 30 Prozent die Lenkung unseres Schicksals durch ein höheres Wesen bestreiten. Auch in Wien sind es 30 Prozent, die die Existenz einer Allmacht anzweifeln, während die Bewohner der Bundesländer, (insbesondere die Ober- und Westösterreicher), erheblich häufiger an eine schöpferische Kraft über uns glauben.

Interessant sind die Unterschiede innerhalb der politischen Gruppierungen. Bei der ÖVP, aber auch bei den Sozialdemokraten besteht eine relativ starke Glaubensbeziehung, bei den GRÜNEN ist sie bereits spürbar lockerer, bei den Anhängern der Freiheitlichen Parteien hingegen äußerst gering.

Am Schluss drängt sich die Frage auf, ob und wie sehr der Glaube an Schutzengel einen Zusammenhang mit dem (zumindest abstrakten) Gottesverständnis aufweist und insofern ein zugleich religiöses Empfinden ausdrückt. Die Antwort lässt sich aus einer Kreuzzählung ablesen und ist eindeutig: Personen mit festem Glauben an eine höhere, unser Schicksal lenkende Macht sind annähernd total von der Existenz der Schutzengel überzeugt, unter den Atheisten regiert (mit 81:6 Prozent) der Zweifel.

Alles in allem vermitteln die Umfragebefunde den Eindruck, dass es in der Bevölkerung fernab kirchlicher Bindungen und klerikaler Riten eine "obdachlose" Religiosität gibt (im Sinne von "believing without belonging"), die in ihrer statistischen Verbreitung wahrscheinlich unterschätzt wird. Leere Kirchenbänke und gekündigte Mitgliedschaften besagen jedenfalls wenig über die gedankliche Beschäftigung der Menschen mit Fragen, die auch durch die Urknalltheorie und modernste naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht ausreichend beantwortet werden können.

Quelle: IMAS International

Veröffentlicht am: 23.09.2011

 

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