ifo Institut: Höhere Kredithürde für kleine und große Unternehmen

München - Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Mai merklich erhöht. Von den befragten Unternehmen klagen aktuell 42,9 Prozent über eine restriktive Kreditvergabe durch die Banken. Im Vormonat waren es 41,6 Prozent.

Im verarbeitenden Gewerbe stieg die Kredithürde von 42,8 Prozent im Vormonat auf nunmehr 45,4 Prozent. Besonders die großen Unternehmen stecken in einer besorgniserregenden Kreditklemme. Bei ihnen stieg der Anteil der Klagen über eine restriktive Kreditvergabe um 3,3 Prozentpunkte und liegt damit aktuell bei 54,2 Prozent. Die gewaltigen Eigenkapitalverluste des Bankensektors ausgelöst durch den Besitz toxischer Wertpapiere erweisen sich zunehmend als Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung.

Sorgen bereitet auch die Entwicklung der Kredithürde bei den Kleinunternehmen im verarbeitenden Gewerbe. Während sich die Kredithürde bei den mittelgroßen Firmen um 0,5 Prozentpunkte auf 40,4 Prozent erhöhte, stieg die Hürde bei den Kleinunternehmen um 5,3 Prozentpunkte. Damit liegt sie nun bei 41,8 Prozent.

Im Bauhauptgewerbe haben die Berichte über eine restriktivere Kreditvergabepolitik ebenfalls zugenommen. Im Mai bewerten 47,2 Prozent der befragten Bauunternehmer die Vergabepraxis als restriktiv. Im Vormonat waren es 45,4 Prozent gewesen. Nur im Handel blieb die Hürde mit einem Wert von 38,9 Prozent unverändert. Dies steht im Einklang mit anderen Indikatoren, wonach der Konjunkturabschwung im Handel bisher vergleichsweise moderat ist.

Quelle: ifo Institut für Wirtschaftsforschung

Veröffentlicht am: 28.05.2009

 

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