IfH-Studie: Alten- und Pflegeheimbelieferung für Apotheken selten lukrativ

Köln - Etwa jede zweite Apotheke beliefert Alten- und Pflegeheime mit Arzneimitteln. Rund jede zweite dieser Apotheken übernimmt auch das Rezeptmanagement, d. h. die Rezeptanforderung und Beschaffung bei den verordnenden Ärzten sowie das Sammeln und Prüfen der Rezepte. Mehr als jede vierte alten- bzw. pflegeheimbeliefernde Apotheke übernimmt darüber hinaus auch das Stellen der Arzneimittel. Als lukrativ erweist sich die Belieferung von Alten- und Pflegeheimen aber nur für drei von zehn der in diesem Geschäftsfeld tätigen Apotheken. Rund 70 Prozent der involvierten Apotheken beurteilen die Alten- und Pflegeheimbelieferung unter ökonomischen Gesichtspunkten als nicht lukrativ oder sind geteilter Meinung. Zu diesen Ergebnissen kommt der vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) monatlich durchgeführte Apotheken-Konjunkturindex APOkix in seiner aktuellen Ausgabe, in der im März bundesweit 368 Apothekerinnen und Apotheker befragt worden sind.         

Die Belieferung von Alten- und Pflegeheimen mit Arzneimitteln gehört für 46 Prozent der Apotheken zum Arbeitsalltag. Weitere acht Prozent planen dies für die Zukunft. Knapp die Hälfte der Apotheken kann oder möchte dieses Betätigungsfeld zurzeit aber nicht bedienen. Unter ökonomischen Gesichtspunkten verwundert dieser hohe Anteil nicht, da nur knapp 30 Prozent der in der Heimbelieferung tätigen Apotheken angeben, dass dieses Betätigungsfeld für sie in betriebswirtschaftlicher Sicht lukrativ sei. Insbesondere Apotheken, die neben der Arzneimittelversorgung auch das Rezeptmanagement und das Stellen der Arzneimittel für die Heime übernehmen, bewerten das Geschäftsmodell häufig als nicht lukrativ. Nur knapp jeder fünfte dieser "Vollversorger" fällt ein positives Urteil. Insgesamt übernehmen knapp 50 Prozent der heimbeliefernden Apotheken auch das Rezeptmanagement; rund 30 Prozent stellen die Arzneimittel im Auftrag der Pflegeheime patientenindividuell und einnahmezeitpunktgenau.

Geschäftslage zunehmend angespannt – Geschäftserwartungen weiter trübe        

Januar, Februar, März – das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) ist seit drei Monaten in Kraft und sorgt weiter für schlechte Stimmung bei den Apothekern. So wird die aktuelle Geschäftslage im März von 56 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker als negativ eingestuft – der Tiefpunkt seit dem Start des APOkix im September 2010. Auch die Geschäftserwartungen sind trübe: Knapp 80 Prozent der Befragten rechnen mit einer negativen Geschäftsentwicklung ihrer Apotheke in den kommenden Monaten. Lediglich fünf Prozent der Apotheken rechnen mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Quelle: IfH Institut für Handelsforschung

Veröffentlicht am: 25.03.2011

 

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