Home Office wird weiterhin bestehen bleiben

Rogator-Studie

Aktuell werden in Deutschland 27 Prozent aller Arbeitstage von zu Hause aus geleistet. Zu Beginn der Pandemie waren es noch einige mehr. Wie sich diese Entwicklung verhält und was sich Arbeitnehmende für ihre Arbeitssituation wünschen, hat Rogator in einer aktuellen Studie untersucht.

arbeiten im Home Office (Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)

Rogator hat in Zusammenarbeit mit exeo Strategic Consulting eine aktuelle Umfrage zum Arbeiten im Homeoffice durchgeführt. Befragt wurden 2.500 Personen zwischen 18 und 80 Jahren in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden. Im August und September 2021 wurde die dritte Erhebung durchgeführt, nachdem die erste Erhebung (April/Mai 2020) die Situation der Menschen zur Zeit des ersten Lockdowns beleuchtete und die zweite Erhebung (November/Dezember 2020) den Fokus auf den 2. Lockdown legte. Zentrale Ergebnisse der Studie sind, dass die Normalisierung des Arbeitsalltags langsam passieren wird und die Befragten überwiegend positive Erfahrungen mit der Arbeit zuhause erlebt haben.

Langsame Normalisierung des Arbeitsalltags

Über die drei Untersuchungswellen der Studie OpinionTRAIN hinweg zeigt sich eine gewisse Normalisierung der Arbeitssituation. Gaben in der ersten Befragung im April und Mai 2020, also zur Zeit des ersten Lockdowns, nur 55 Prozent der Beschäftigten in Deutschland an, dass sie regulär ihrer Arbeit nach wie vor nachgehen, sind dies im August und September 2021 ca. 76 Prozent der Beschäftigten – in Schweden sind dies nur 60 Prozent. In der Gegenbewegung erhält das Statement „Ich arbeite häufiger / komplett von zuhause“ eine tendenziell abnehmende Zustimmung (in Deutschland aktuell 18 Prozent vs. 24 Prozent zu Beginn des ersten Lockdowns).

Im September 2021 werden in Deutschland im Durchschnitt 27 Prozent der Arbeitstage im Homeoffice geleistet (auch dieser Wert ist rückläufig – er betrug im Nov. 2020 noch 36 Prozent). In der Schweiz (32 Prozent) und in Schweden (37 Prozent) liegen die Homeoffice-Quoten deutlich höher. Für die Beschäftigten in Schweden ergeben sich insgesamt die geringsten Senkungen der Homeoffice-Quote im Zeitverlauf. Während sich das Niveau der Homeoffice-Tätigkeit in den vergangenen Monaten nach unten verschiebt, bleibt das Ranking der Branchen relativ stabil. Mehr als 50 Prozent der Arbeitstage der Beschäftigten im Bereich IT, Medien & Kommunikation entfallen auf zuhause, im Bereich Handel & Konsumgüter sind dies nur 12 Prozent.

Home Office Grafik 1 (Bild: Rogator)

In der Schweiz und Schweden liegen die Home Office Werte deutlich höher als in Österreich und Deutschland. (Grafik: exeo Strategic Consulting, Rogator)

Überwiegend positive Erfahrungen mit der Arbeit zuhause

In Deutschland ist der Anteil der Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten, von 52 Prozent (November 2020) auf aktuell 43 Prozent (September 2021) gesunken. Ebenfalls gesunken ist der Anteil der Beschäftigten mit mehr als 80 Prozent Homeoffice-Tätigkeit (15 Prozent vs. 25 Prozent). Beschäftigte in Deutschland mit überwiegender Homeoffice-Tätigkeit fänden es zu 64 Prozent gut, wenn sie zukünftig noch mehr im Homeoffice arbeiten könnten (13 Prozent Ablehnung), halten zu 51 Prozent die aktuelle Aufteilung zwischen Homeoffice und Arbeit am Arbeitsplatz für optimal und würden nur zu 27 Prozent gerne weniger im Homeoffice arbeiten als heute.

Etwa 39 Prozent der Beschäftigten in Deutschland bewerten eine dauerhafte Tätigkeit im Homeoffice für sich persönlich als problematisch. Dieser Wert ist allerdings vor allem bei Befragten hoch, die aktuell nicht im Homeoffice arbeiten (46 Prozent), bei Personen mit überwiegender Homeoffice-Tätigkeit liegt die Zustimmung nur bei 24 Prozent. Insgesamt zeigt sich in der Bewertung der Homeoffice-Tätigkeit eine tiefe Spaltung der Beschäftigten. Diese dürfte auch bestehen bleiben: Einerseits werden Beschäftigte ihrer Arbeit an der Arbeitsstelle wie vor der Corona-Krise nachgehen, andererseits wird eine überwiegende Homeofficetätigkeit in Teilen auch das „New Normal“ für die Erwerbstätigen darstellen.

Wie sich die Homeofficequote zukünftig entwickeln wird, hängt nicht nur von den Beschäftigten, sondern auch von der Strategie der Unternehmen ab. Auch wenn aktuell Senkungen der Homeoffice-Quote zu beobachten sind, gehen die Befragten für sich persönlich selbst bei einer Impfquote von 80-90 Prozent der Bevölkerung nicht von einem Einbruch bei der Homeoffice-Quote aus. Die Arbeit von zuhause wird für viele weiterhin als Standardmodell des Arbeitens erwartet, auch wenn sich möglicherweise die Aufteilung der Arbeitstage ändert.

Wunschquote der Beschäftigten: 37 Prozent Homeoffice-Tätigkeit

Neben der Beschreibung der aktuellen und zukünftig erwarteten Arbeitsorganisation wurden die Studienteilnehmer gefragt, wie eine aus ihrer Sicht ideale Aufteilung der Arbeitswoche zwischen Arbeitsplatz und Homeoffice aussähe. Das Ergebnis: Freitag und Montag sind die am stärksten präferierten Wochentage für die Arbeit im Homeoffice. Die gewünschte Homeoffice-Quote ist positiv korreliert mit der aktuellen Arbeit von zuhause. Befragte ohne Arbeit im Homeoffice kommen auf 18 Prozent (knapp ein Tag in der Woche), Befragte mit 1-50 Prozent Homeoffice-Tätigkeit erreichen 47 Prozent (2,4 Tage in der Woche) und Befragte mit 51+ Prozent Homeoffice-Tätigkeit kommen auf 73 Prozent (3,6 Tage in der Woche). Im Mittel wünschen sich die Beschäftigten in Deutschland knapp 2 Arbeitstage einer Regelarbeitswoche im Homeoffice (37 Prozent). Freitag ist der Wochentag, den sich die meisten Beschäftigten als Homeoffice-Tag wünschen (50 Prozent).

Home Office Grafik 2 (Bild: Rogator)

Freitag und Montag sind die beliebtesten Wochentage für die Arbeit im Home Office. (Grafik: exeo Strategic Consulting, Rogator)

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Befragung
Befragte Zielgruppe Personen zwischen 18 und 80 Jahren
Stichprobengröße n=2500 Personen
Feldzeit erste Erhebung: April/Mai 2020, zweite Erhebung: November/Dezember 2020, dritte Erhebung: August/September 2021
Land Deutschland, Österreich, Schweiz und Schweden

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