Happy Thinking People & Electrolux gewinnen den Best-Practice-Award

Best-Practice-Award auf der GOR20

Insgesamt acht Institute nahmen im Tandem mit ihren Auftraggebern am diesjährigen Best-Practice-Award auf der ersten virtuellen General-Online-Research-Conference teil. In einem hochklassigen Teilnehmerfeld setzte sich Happy Thinking People mit einem Prototypen-Test mittels Virtual Reality im Auftrag des schwedischen Haushaltsgeräte-Herstellers Electrolux knapp durch.

Mann mit VR Brille
Auch virtuell war der diesjährige Best-Practice-Award der GOR ein voller Erfolg.
(Bild: dlohner, Pixabay)

Ein Format, das auch online funktioniert

Nicht jedes Event-Format lässt sich problemlos in die Online-Welt übertragen. Der Best-Practice-Award der GOR funktionierte dagegen auch als Online-Wettbewerb ausgesprochen gut. Acht kurzweilige und spannende Kurz-Präsentationen wurden gezeigt, die sowohl vom Publikum als auch einer Fachjury bestehend aus Maria Tewes, Respondi, Florian Renz, Beiersdorf und Holger Geißler, marktforschung.de, beurteilt wurden. Die Beiträge wurden vorab aufgezeichnet, live eingespielt und die jeweiligen Referenten waren zur anschließenden Q+A-Session anwesend. 

Zum Sieg mit virtueller Realität 

Den Beginn machten die Marktforscher von Skim, die im Auftrag von Johnson & Johnson, einen Methodenvergleich zwischen impliziter und expliziter Bewertung durchführten. Getestet wurde ein Smart Health Band. Bei der Auswertung kam künstliche Intelligenz zum Einsatz. Julia Görnandt vom Skim Institut überzeugte auch ohne die abwesende Auftraggeberin Sofia Jorman von J&J und wurde dementsprechend auch vom Publikum gut bewertet.

Danach folgte bereits der Siegerbeitrag von Happy Thinking People, die ein Projekt für den schwedischen Gerätehersteller Electrolux vorstellten. Das Innovative an der Studie war, dass der Prototyp - ein Kühlschrank - mittels virtueller Realität getestet wurde. Kein Prototyp musste ins Teststudio gekarrt werden, sondern die Testpersonen erlebten den neuen Kühlschrank mittels VR-Brille. Anschließend ging es in einen Mix aus Einzel- und Gruppeninterviews. Bestechend war der hohe Projektnutzen für den Auftraggeber, gepaart mit dem Einsatz einer höchst innovativen Methode, die noch dazu im Vergleich zu anderen Prototypen-Tests vergleichsweise günstig und weniger aufwendig ist. Positiv hervorzuheben war auch die ausführliche Reflexion der Vortragenden, die sich kritisch mit dem Einsatz des Verfahrens auseinandersetzten.

Hohe Qualität auch von GIM, Neustar und dem Link-Institut

In einem Wettbewerb ohne Happy Thinking People & Electrolux hätten auch die drei nächsten Beiträge den Sieg verdient. Zunächst zeigte Daniel Althaus von Neustar ein Marketing-Mix-Modell für Media-Saturn-Marketing. Anschließend überzeugten die Forscher der GIM für das Düsseldorfer Digital Media Institute mit einer Evaluation von Digital-out-of-home-Advertising. Zum Einsatz kam hier das innovative Tool GIM Traces, welches auch im Rahmen der Woche der Marktforschung vorgestellt werden wird. Gelungen war hierbei auch die Visualisierung der Ergebnisse. 

Anschließend zeigte Steffen Schmidt vom Schweizer Link-Institut wie Link für McDonalds im Vorfeld der Menü-Überarbeitung vorgegangen sind. Eine herausragende Arbeit, bei der unterschiedlichste Methoden wie implizite und explizite Tests sowie eine Discrete-Choice-Analyse eingesetzt wurden. Außergewöhnlich auch der große ROI der Studie, die Grundlage für das beste Jahr der Fastfoodkette in der Schweiz war.

Weniger innovativ am Nachmittag, aber ausgesprochen solide

In der Nachmittags-Session, die, für die GOR ungewöhnlich, auf Deutsch abgehalten wurde, gab es drei weitere gelungene Studien, von denen aber keiner das innovative Niveau der Vormittagssession erreichen konnte. 

Skopos zeigte eine Studie für den Automobilzulieferer Asahi Kasei. Beeindruckend war hierbei die Ergebnisfülle in Relation zur Projektdauer von gerade mal drei Wochen. Die Berater von Exeo Strategic Consulting halfen der österreichischen Westbahn dabei ihre Fahrpreis und Kundenbeziehungen zu optimieren. Und das Quartett aus RTL-Mediengruppe, Gapfish, HTW Berlin und Pangea Labs zeigte, wie man KI nutzen kann um die Emotionalität von Sprachnachrichten automatisiert auszuwerten. Rein visuell die schönste Präsentation des Wettbewerbs.

Fazit: So innovativ kann Marktforschung sein

Ein ausgesprochen gelungener Wettbewerb im Rahmen der GOR, der das Potenzial neuer Ideen in der Marktforschungsbranche zeigte. Selbst wenn die GOR auch 2021 rein virtuell stattfinden sollte, der Best-Practice-Award ist eine sichere Bank im Kongress-Programm. Die technischen Kinderkrankheiten blieben im Rahmen. Die beteiligten Institute demonstrierten eindrucksvoll, wie innovativ Marktforschung heutzutage sein kann.

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sh

Veröffentlicht am: 11.09.2020

 

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