41 Prozent der Marktforschenden halten eigene Branche nicht für geschlechtergerecht

Weltfrauentag, GBRN-Studie

Heute ist der internationale Frauentag. Dazu erreicht uns eine hochinteressante Studie, die das Global Research Business Networks gemeinsam mit den Verbänden - in Deutschland dem ADM - durchgeführt hat. Ein großer Teil der Beschäftigten in deutschen Marktforschungsinstituten findet demnach, dass die eigene Branche in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nicht gut aufgestellt ist. Wie die deutsche Marktforschungsbranche sich im internationalen Vergleich schlägt, lesen Sie hier.

Frauen haben im Wettlauf um Führungspositionen und Gehalt häufig schlechtere Chancen als Männer. Auch in der Marktforschungsbranche scheint dies laut einer Studie des Global Research Business Network der Fall zu sein. (Bild: picture-alliance / Bildagentur-online/Begsteiger)

41 Prozent der in der deutschen Markt- und Sozialforschung Tätigen sind der Meinung, dass die eigene Branche nicht allen gleiche Aufstiegschancen und gerechte Entlohnung unabhängig vom Geschlecht bietet. Das geht aus dem „GRBN Global Diversity, Equality & Inclusivity Survey 2021“ hervor, in der das Global Research Business Network die Chancen, Hindernisse und Entlohnung in der Arbeitswelt insgesamt und auch in der Markt- und Sozialforschungsbranche untersuchte. Mit diesem Wert liegt die deutsche Branche deutlich über dem Durchschnitt aller teilnehmenden Länder (30 Prozent), und noch deutlicher über dem Wert aller in Deutschland Tätigen (22 Prozent). Brasilien ist das einzige Land, in dem diese Form der Diskriminierung innerhalb der eigenen Branche noch etwas häufiger beobachtet wird (47 Prozent).

Deutschland mit höchstem Wert bei der Geschlechterdiskriminierung

Auch an anderer Stelle sticht Deutschland hervor: 21 Prozent der in Deutschland Befragten geben an, in der Marktforschungsbranche bereits selbst wegen ihres Geschlechts diskriminiert worden zu sein – der im internationalen Vergleich höchste Wert, knapp gefolgt von UK (20 Prozent). Der Gesamtdurchschnitt innerhalb der teilnehmenden Länder der Branche liegt bei 14 Prozent. Überdurchschnittlich ist in Deutschland auch der Anteil der Marktforschenden, die am Arbeitsplatz bereits einmal Zeugen einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechts wurden: Deutschland und UK landen hier knapp hinter Brasilien (24 Prozent) mit 23 Prozent auf dem zweiten Platz.

Darüber hinaus sind besonders viele der in der deutschen Marktforschungslandschaft Beschäftigten davon überzeugt, dass es Benachteiligungen aufgrund des Alters (41 Prozent) und körperlicher Beeinträchtigung (40 Prozent) gibt. 31 Prozent geben den sozialen Status und 27 Prozent den familiären Status als Grund für Ungleichbehandlung an. In der sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität (15  Prozent) und einer bestimmten Religion (zehn Prozent) sehen vergleichsweise wenige Befragte einen Nachteil.

Ein Drittel bemängelt mangelnde Diversität in Belegschaften

Weiteres Ergebnis der Studie: Jede vierte in der Markt- und Sozialforschung tätige Person ist der Ansicht, dass das Unternehmen, in dem sie arbeitet, keine positive Kultur im Hinblick auf eine diverse beziehungsweise vielfältige Belegschaft hat. In Deutschland und Norwegen sind die Werte mit jeweils 33 Prozent am höchsten, gefolgt von den USA und Brasilien mit jeweils 29 Prozent.

Für die Erhebung wurden zwischen Oktober 2021 und November 2021 weltweit 1987 Marktforschende in zehn Ländern befragt, davon in Deutschland 167. Parallel wurden in den zehn Ländern 10.447 Personen aus der Gesamtbevölkerung befragt, davon in Deutschland 1095. Eine vollständige, englischsprachige Version der GRBN-Studie kann hier heruntergeladen werden.

Über GRBN
Das Global Research Business Network (GRBN) ist eine internationale Interessenvertretung für die Markt-, Sozial- und Meinungsforschung und vereint unter seinem Dach vier kontinentale Verbände, über 40 nationale Verbände, darunter den ADM - Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V., und über 3500 Forschungsunternehmen.

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