Golden Ager fühlen sich im Schnitt 10 Jahre jünger

Marketagent-Studie

Österreichs Best Ager fühlen sich im Schnitt zehn Jahre jünger als sie tatsächlich sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Marketagent. Besonders wichtig sind den über 50-Jährigen Gesundheit und körperliche Fitness.

Stets auf Tour: Golden Ager (Bild: pasja1000 - pixabay)

Stets auf Tour: Golden Ager (Bild: pasja1000 - pixabay)

Drei Viertel (76 Prozent) der befragten 50-79Jährigen des aktuellen "Golden Ager Report" von Marketagent fühlen sich mitten im Leben. Schließlich ist das Alter ja auch nur eine Zahl - und viel wichtiger als diese Zahl ist das gefühlte Alter. "Im Schnitt fühlen sich die befragten Best Ager um ganze 10 Jahre jünger, als es in ihrem Pass steht. 60 ist also tatsächlich das neue 50", fasst Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die Ergebnisse zusammen. "Alt" ist man übrigens frühestens ab 70, für die 60+Jährigen beginnt das Alter gar erst ab 75 Jahren. 

Ganz in diesem Sinne stehen die Zeichen in Sachen Lebenserwartung auch auf Optimismus: Während die Lebenserwartung für Männer in Österreich aktuell bei 79 Jahren liegt, können Frauen sogar noch auf fast fünf Jahre mehr hoffen. Ihr Wunschalter beziffern beide Geschlechter in der Umfrage im Mittel sogar mit 90 Jahren. 

Besonders die Silver Ager im besten Pensionsalter von 60-69 Jahren scheinen ihr Leben in vollen Zügen zu genießen. Sie fühlen sich insgesamt am fittesten und klagen weniger über Beschwerden als die jüngeren bzw. älteren Befragten. Während die 50-59Jährigen vielfach noch im Berufsleben stehen und verstärkt über Stress und Erschöpfung klagen, zwickt und zwackt es bei den 70-79Jährigen körperlich bereits mehr.

Gute finanzielle Situation der Generation 50+

Darüber hinaus bietet die finanzielle Situation der Generation 50+ die besten Voraussetzungen, um es sich gut gehen zu lassen. Jeder Dritte Best Ager schätzt seine Finanzen als überdurchschnittlich gut ein (33 Prozent), nur jeder Vierte hat weniger Geld als der Durchschnitt zur Verfügung zu haben (26 Prozent). Und diese finanzielle Freiheit genießen die Golden Ager in vollen Zügen (65 Prozent). Sie gönnen sich jetzt mehr (49 Prozent) und leisten sich Dinge, für die früher kein Geld war (47 Prozent). Dabei denken sie aber nicht nur an sich, sondern greifen auch gerne Angehörigen unter die Arme (62 Prozent). 

Hier ist es jedoch unerlässlich, einen Blick auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu werfen, denn die Gefahr, dass vor allem Frauen im Alter eher von Armut betroffen sind, ist Realität (unter dem Durchschnitt: männlich: 22 Prozent, weiblich: 31 Prozent). Jede zweite weibliche Befragte muss daher auch darauf achten, dass sie mit ihrem Geld über die Runden kommt (54 Prozent) und befürchtet, dass sie im Alter den Gürtel enger schnallen muss (50 Prozent). 

Gesundheit ist das höchste Gut

Alles Geld der Welt nützt jedoch nichts, wenn die Gesundheit nicht mitspielt. Die ist sicherlich eines der höchsten Güter im Alter. Während Frauen allgemein als gesundheitsbewusster gelten, zeigt sich im fortgeschrittenen Alter hier kein so großer Geschlechtsunterschied mehr. Sowohl den weiblichen (65 Prozent) als auch den männlichen (61 Prozent) Best Agern ist es "sehr wichtig" ihre körperliche Fitness zu bewahren. Der Erhalt der geistigen Fitness steht sogar noch höher im Kurs (männlich: 77 Prozent, weiblich: 82 Prozent). Produkte, die der Gesundheit dienen, sind von großem Interesse und man lässt sich diese auch etwas kosten (77 Prozent). Kein Wunder, sind doch körperliche Beschwerden/ Krankheiten (68 Prozent) bzw. der Verlust der geistigen Fitness (63 Prozent) die Top-2 Ängste im Alter. Dicht gefolgt vom Verlust der Selbstständigkeit (54 Prozent). 

Das eigene Aussehen bzw. der eigene Körper hat zwar auch für die silberne Generation noch große Bedeutung, aber eher im Sinne des eigenen Wohlbefindens. Während beispielsweise bei der Generation der Millennials (14-25 Jahre) beim eigenen Aussehen noch stark die Außenwirkung zum Tragen kommt, stehen die Älteren da schon drüber. 

Zur Studie: Marketagent befragte vom 28.01. bis 03.02.2019 über Online-Interviews 1.525 Österreicher und Österreicherinnen im Alter von 50 bis 79 Jahren.

Kommentare (1)

  1. Rolf Kirchmair am 18.02.2019
    Die Untersuchung in Österreich bestätigt auch Ergebnisse aus Deutschland. Generell muss man aber einige Abstriche machen - insbesondere was die finanzielle Situation und den "Lebensgenuss" anbelangt. Denn die Studie wurde online durchgeführt; und wir wissen, dass die Internetnutzung bei den Senioren und ganz extrem bei den über 70jährigen abnimmt. Da die älteren Nicht-Internetaffinen überproportional zu den sozial schwächeren Personen mit niedriger Bildung gehören, sind die Ergebnisse natürlich nicht repräsentativ für alle 50- bis 79jährige Personen.
    Rolf Kirchmair
    SENIORRESEARCH
    Institut für Generationenforschung

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