GfK veröffentlicht Kaufkraft 2015 für Österreich und die Schweiz

Bruchsal - GfK hat die Kaufkraftdaten 2015 für Österreich und die Schweiz veröffentlicht. Zwischen den beiden Nachbarstaaten gibt es ebenso deutliche Kaufkraftunterschiede wie innerhalb der Länder. Für die Schweiz prognostiziert GfK im Jahr 2015 eine Kaufkraft von 37.651 Euro je Einwohner. Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt im Jahr 2015 bei 307,9 Mrd. Euro (inklusive Liechtenstein). 

Die Gesamtsumme der Kaufkraft liegt in Österreich im Jahr 2015 bei rund 187,7 Milliarden Euro. Das entspricht im Schnitt 22.067 Euro pro Kopf, die jedem Österreicher für den Konsum, die Miete oder Lebenshaltungskosten zur Verfügung stehen. 

Damit liegen die Österreicher und die Schweizer im pro-Kopf-Vergleich vor den Deutschen: Der durchschnittliche Bundesbürger hat im Jahr 2015 eine Kaufkraft von 21.449 Euro. Die Gesamtsumme der deutschen Kaufkraft – 1.732,4 Milliarden Euro – übertrifft die der Nachbarn um ein Vielfaches. Dies überrascht bei rund 80,8 Mio. Einwohnern in Deutschland gegenüber rund 8,2 Mio. in der Schweiz und 8,5 Mio. in Österreich allerdings nicht.

Schweiz 

Die Rangfolge der Top 10 Schweizer Kantone ist unverändert zum Vorjahr. Die Bewohner des wohlhabendsten Kantons Zug verfügen über fast 55 Prozent mehr Kaufkraft als der Schweizer Durchschnitt. Die Bewohner der zweit- und drittplatzierten Kantone, Schwyz und Nidwalden, liegen 36 respektive 22 Prozent über dem schweizerischen Durchschnitt. Insgesamt erreichen nur sieben der 26 Kantone eine überdurchschnittliche pro-Kopf-Kaufkraft, was belegt, dass auch in der wohlhabenden Schweiz die Kaufkraft deutliche regionale Unterschiede aufweist.

Gemeinsam verfügen die beiden einwohnerstärksten Kantone, Zürich und Bern, über 30,9 Prozent der gesamten Schweizer Kaufkraftsumme. 

Die Kaufkraftspreizung wird höher, je feiner die regionale Analyseebene ist: Auf der Ebene der 148 Schweizer Bezirke reicht die Spanne von einem Index von 225,4 im Bezirk Höfe bis einem Indexwert von 75,9 im Wahlkreis Entlebuch. Dessen Bewohner haben zwar mit 28.567 Euro pro Kopf rund 24 Prozent weniger Kaufkraft als der Schweizer Durchschnitt, liegen damit  aber gut 7.000 Euro über der deutschen Durchschnitts-Kaufkraft von 21.449 Euro pro Kopf. 

Kaufkraft ballt sich oft in bestimmten Regionen, ist zugleich aber relativ: Die Bewohner des reichsten Bezirks, Höfe, haben mit durchschnittlich 84.859 Euro pro Kopf 125 Prozent mehr Kaufkraft als der Schweizer Bundesschnitt. Die Bewohner Meilens auf Rang zwei haben fast 31 Prozent weniger, aber immer noch 56 Prozent mehr als der Durchschnitt. Die Zürichsee-Nachbarn in Horgen haben rund ein Fünftel weniger als die Meilener, liegen damit aber noch 25 Prozent über dem Landesschnitt.

Auch am Genfersee ermöglicht eine hohe Kaufkraft vielen den begehrten Seeblick: Im „District de Nyon“, im „District de Lavaux-Oron“ und im „Canton de Genève“ (Ränge 8 bis 10) verfügen die Bewohner zwischen 14 bis 21 Prozent mehr als der Schweizer Durchschnitt. Indes sind auch die Lebenshaltungs- und Wohnkosten, deren regionale Unterschiede in der Kaufkraftstudie nicht erfasst sind, dort um einiges höher als andernorts.

Österreich

Niederösterreich ist das einzige Bundesland, das mit rund 4 Prozent deutlich über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Wien folgt auf Rang zwei. Dicht gefolgt wird das Hauptstadtbundesland von Vorarlberg , Salzburg und Oberösterreich, die alle knapp über dem Bundesdurchschnitt liegen. Die anderen Bundesländer liegen etwas unter dem Durchschnitt. 

Interessant ist der Blick auf die Kaufkraft je Haushalt. Auch hier führt Niederösterreich und kann sich sogar gut acht Prozent vom Durchschnitt absetzen. Auf gut sieben Prozent über dem Durchschnitt kommt das Burgenland, gefolgt von Vorarlberg. Wien schneidet im Vergleich der Kaufkraft je Haushalt am schwächsten ab: Ein Wert von rund 12 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt spiegelt wieder, dass die Zahl der Einpersonenhaushalte in der Hauptstadt höher ist – mit nur einem Verdiener sinkt entsprechend die durchschnittliche Haushaltskaufkraft.

Unter den zehn kaufkraftstärksten Bezirken Österreichs gehören nur zwei Bezirke nicht zu Wien: Mödling und Eisenstadt. Das Wien-dominierte Ranking der Bezirke verdankt sich allerdings nicht nur der tatsächlich hohen Kaufkraft im Hauptstadt-Bundesland, sondern auch seiner recht feinräumigen Unterteilung in 23 Bezirke. 

Der Bezirk „Wien 1 – Innere Stadt“ ragt mit einer pro-Kopf-Kaufkraft von 41.115 € gut 86 Prozent über den österreichischen Durchschnitt heraus. Mit rund einem Viertel weniger Kaufkraft hat der 13. Wiener Bezirk, Hietzing Rang zwei inne. Dort liegt die Kaufkraft bei rund 30.136 € pro Kopf und 36,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Einwohner Mödlings in Niederösterreich haben rund 30 Prozent mehr als der Durchschnitt und kommen mit 28.617 € pro Kopf auf Rang drei. Der Stadtbezirk von Eisenstadt liegt auf Rang 10 – dort beträgt die pro-Kopf-Kaufkraft 16,2 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt.

Zur Studie: Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. 

ah

Veröffentlicht am: 16.04.2015

 

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