GfK-Statement: "Arbeitsplatzabbau bedeutet nicht gleichzeitig Entlassungen"

GfK im Wandel

400 Stellen soll der GfK-Standort Nürnberg womöglich verlieren. Nach einer Betriebsversammlung am 12. Dezember 2017 sickerten entsprechende Planungen durch – die GfK selbst unterstreicht aber, dass noch nichts final definiert sei.

GfK Nürnberg
GfK Nürnberg (Bild: Gfk)

Von Jörg Stroisch

Es war ein Schrecken für das GfK-Personal in Nürnberg: 400 Stellen, so wurde auf einer Betriebsversammlung am 12. Dezember verkündet, sollen am Standort Nürnberg abgebaut werden. Die "Nürnberger Nachrichten" schlussfolgerten daraufhin in einem Artikel: "Wenn aber allein Nürnberg 400 Arbeitsplätze verliert, müssten den Berechnungen zufolge in Deutschland insgesamt deutlich mehr Jobs gestrichen werden."

So folgerten die "Nürnberger Nachrichten", dass die angeblich gesetzte Zahl von 600 Stellen für Deutschland nicht reichen würde. Schon zuvor hochrechneten einige Medien so einen Arbeitsplatzabbau von 500 für Deutschland – die GfK bestätigte im August die Planung eines entsprechenden 20-prozentigen Stellenabbaus – was allerdings bei 2.300 Stellen in Deutschland rein rechnerisch "nur" 460 Stellen wären.

"Noch nichts final verhandelt, das sind die jetzigen Pläne"

"Arbeitsplatzabbau bedeutet nicht gleichzeitig Entlassungen", so Kai Hummel, Pressesprecher bei der GfK, zusätzlich. Und in der Tat gibt es diverse Möglichkeiten vor betriebsbedingten Kündigungen, um die Sparziele und somit auch einen Arbeitsplatzabbau zu bewerkstelligen, zum Beispiel Vorruhestandsregelungen. "Da ist noch nichts final verhandelt mit den Arbeitnehmervertretern. Derzeit sprechen wir von Plänen", betont Hummel ausdrücklich. Man könne also noch nicht von Beschlüssen reden. An den ursprünglichen Sparzielen von 200 Millionen Euro global habe sich seit deren Verkündigung auch nichts geändert.

Beispiel: Während auch marktforschung.de in einem Artikel im August schrieb, dass in Deutschland allenfalls noch zwei bis drei Standorte erhalten bleiben sollten – so war damals das offizielle Statement -, sind es jetzt aktuell sechs. "Hier hat eine Arbeitsgruppe aus Betriebsrat und Arbeitgebervertretern die Situation genauer untersucht", so Hummel gegenüber marktforschung.de. Und: Die Arbeitsplätze in den wegfallenden Dependancen werden auch nicht automatisch abgebaut, sondern könnten eben auch nach Nürnberg oder andere Standorte in Deutschland verlegt werden.

Kommentare oft resigniert und frustriert

Unbenommen und unbestritten davon steht die GfK vor gravierenden Veränderungen, hat massive Probleme. Das Jahr 2017 war so eine Achterbahn der Gefühle für viele Mitarbeiter. In der Kommentarspalte der "Nürnberger Nachrichten" klingt so auch Resignation durch: Ein Leser sieht die Ursache in "jahrelangem Missmanagement". Leider habe man schon zuvor den Vorsprung beim Kunden verspielt, die GfK habe ursprünglich für Qualität gestanden, schreibt ein anderer.

Dass der Investor KKR ein ganz klares finanzielles Interesse bei der GfK verfolgt, unter dem auch die Mitarbeiter leiden werden, zeichnete sich schon früh ab. KKR hat jedenfalls klare Vorstellungen, wohin der Zug fahren soll: So wird vor allem auch bewährtes Sanierungspersonal eingesetzt (marktforschung.de berichtete) und strategisch voll auf die digitale Transformation gesetzt – und somit im Digital-Bereich auch kräftig investiert.

Ob das alles am Ende des Tages reicht, um die GfK wieder rentabel und zukunftsorientiert zu machen, den "Kulturwandel" hinzubekommen, wie es Gfk-Sprecher Hummel gegenüber marktforschung.de in einem früheren Interview skizzierte, steht indes auf einem völlig anderen Blatt.

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