GfK: Peter Feld verlässt das Feld

Die GfK sucht einen neuen Vorstandsvorsitzenden

Fünf Jahre lang war Peter Feld Vorstandsvorsitzender der GfK. Mitte März verlässt er nun auf eigenen Wunsch das Unternehmen. Felds Aufgaben werden übergangsweise von Finanzvorstand Lars Nordmark übernommen.

Das neue GfK Headquarter, der Orange Campus (Bild: GfK)

Im März 2017 hatte Peter Feld den Posten des Vorstandsvorsitzenden der damals noch an der Börse gehandelten GfK übernommen. Er kam von der WMF Group und war zuvor in Managementpositionen bei Beiersdorf, Johnson & Johnson und Procter & Gamble tätig. Wohin es Feld nach seiner GfK-Zeit verschlagen wird, ist noch nicht bekannt.

Peter Feld verlässt die GfK

In seine Zeit fiel der Rückzug von der Börse im Oktober 2017 durch eine Zwangsabfindung der Kleinaktionäre. Eigentümer der GfK ist seit 2017 zu 52,93 Prozent das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. (NIM – ehemals GfK Verein) und zu 47,07 Prozent die Finanzholding Acceleratio, in der der Finanzinvestor KKR seine Anteile gemeinsam mit denen des GfK-Vereins vereint hatte.

KKR wurde dadurch bekannt, dass sie 2014 den Besteckhersteller WMF übernommen hatten, um ihn laut Medienberichten 2016 mit dreifachem Gewinn weiterzuverkaufen. Zurück blieb laut einem Interview der Hans-Böckler-Stiftung mit zwei WMF-Mitarbeitern ein komplett verschuldetes Unternehmen, da der Kauf von WMF mit Krediten finanziert und diese bei WMF abgeladen wurden.

Im Juli 2018 verkaufte die GfK den Großteil des Custom-Research Geschäftsbereichs mit rund 1.000 Mitarbeitern an Ipsos. Das Nürnberger Traditionsinstitut verkleinerte sich sukzessive. Teilweise wechselten ganze Teams zu Mitbewerbern, unzählige ehemalige Top-GfK-Leute sind mittlerweile in der ganzen Branche verteilt.

Der Firmensitz wurde erst in das neue Gebäude „Orange Campus“ umgesiedelt, um dann räumliche Überkapazitäten an die Datev weiterzuvermieten, da die Mitarbeiterschaft mittlerweile deutlich kleiner war als für das neue Gebäude geplant.

Ende 2021 wurde der regionale Testmarkt in Haßloch geschlossen.

Hin zu KI-gestützter Datenanalyse

Wohin der Kurs der GfK gehen könnte, wurde ansatzweise bei der Präsentation von GfKnewron im Herbst 2021 deutlich. Die Kombination aus GfK-Daten mit „KI-gestützter Datenanalyse und branchenführender Technologie“ soll fortgeführt werden, so Thomas Ebeling, Vorsitzender des Aufsichtsrats der GfK SE, der bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Peter Feld ist. Auch für die GfK wird sich die Frage stellen, ob sie wie z. B. Ipsos mit Ben Page auf eine Marktforschungsführungspersönlichkeit aus den eigenen Reihen setzt oder wie Kantar mit Chris Jansen das Heil weiterhin bei branchenfremden Managern sucht.

Lars Nordmark übernimmt zunächst das Steuerrad

Bis die neue Führungsperson gefunden ist, übernimmt der bisherige CFO Lars Nordmark das Steuerrad. Nordmark ist seit 2019 als CFO für die GfK in Nürnberg tätig und arbeitete zuvor für das schwedische Telekommunikationsunternehmen Tele2 AB und die Securitas Direct Group.

Ihm zur Seite steht neuerdings der Amerikaner Joshua Hubbert, zurzeit als COO tätig, der zusammen mit Lars Nordmark in den Vorstand berufen wurde, um die operative Repräsentanz zu stärken. Hubbert kam damals gemeinsam mit Peter Feld von der WMF Group zur GfK und war zuvor Berater bei Kearney.

 

Ist der Turnaround geschafft?

Laut eigenen Aussagen hat die GfK seit dem Rückzug von der Börse im Jahr 2017 eine umfassende Restrukturierung durchlaufen, die zunächst zu schlankeren und effizienteren Strukturen und Prozessen sowie zu einem optimierten Portfolio führte, das mittlerweile laut dem Unternehmen auch wieder hoch rentabel und gut gerüstet für weiteres Wachstum sei.

Ist der Turnaround geschafft? Nach einem schwierigen Corona-Jahr weist die Umsatzkurve erstmals wieder nach oben (Zahlen: Context-Liste, Umsatzzahlen geschätzt)

Laut Mitteilung des Unternehmens schloss das Jahr 2021 mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich ab. Die geschätzten Umsatzzahlen aus der Context-Liste, die auf Insider-Informationen beruhen, weisen für 2021 lediglich ein Wachstum von 3,3 Prozent aus.

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