GfK: Mobiles Internet treibt den Mobilfunkmarkt weltweit an

Nürnberg – Der Mobilfunkmarkt erlebt weltweit einen Aufschwung. In diesem Jahr dürften weltweit mehr als 400 Millionen Smartphones verkauft werden. Dieser Boom geht insbesondere in den westlichen Industriestaaten zu Lasten von Featurephones, die nicht die vielfältigen Funktionen eines Smartphones bieten. Das sind aktuelle Ergebnisse von GfK Retail and Technology anlässlich der IFA 2011 in Berlin.

Europa: Smartphones sorgen für Wachstum

Trotz der verhaltenen Verbraucherstimmung im Euro-Raum entwickelt sich der europäische Mobilfunkmarkt positiv, was vor allem an der steigenden Beliebtheit von Smartphones liegt. In den ersten sechs Monaten des Jahres steigt der Absatz von Mobiltelefonen in Europa um 4 Prozent. Insbesondere Smartphones erleben mit 79 Prozent mehr verkauften Geräten einen wahren Boom und fangen den Rückgang von 15 Prozent bei Featurephones, das heißt Mobiltelefonen, die über ein proprietäres Betriebssystem verfügen, auf. Mehr als jedes Dritte verkaufte Mobiltelefon in Europa ist mittlerweile ein Smartphone, Tendenz steigend. Der Wettbewerb im Premium-Segment wird von technologischen Innovationen wie schnelleren Prozessoren sowie verbesserten und größeren Displays bestimmt. Industrie und Netzbetreiber weiten ihr Angebot für Konsumenten, die ein Smartphone im Einstiegssegment suchen – sei es über vergleichsweise günstige Modelle, über erschwingliche monatliche Flatrates für den mobilen Internetzugang oder über Prepaid-Angebote – aus.

Dabei kann Android als offenes Betriebssystem seinen Marktanteil weiter ausbauen. Fast 43 Prozent aller im Juni 2011 verkauften Smartphones nutzen dieses Betriebssystem. Zugleich fallen mit Android die Einstiegsbarrieren für neue Anbieter. Die Folgen sind eine schnell wachsende Produktvielfalt und ein intensiver Wettbewerb, was letztlich zu sinkenden Preisen führt. So zahlten europäische Kunden im Juni 2011 für ein Android-Smartphone durchschnittlich 308 Euro (Gerätepreis ohne Vertrag). Ein Jahr zuvor waren es noch 376 Euro.

Deutschland: Positiver Markttrend

Der Absatz für Mobiltelefone in Deutschland legt im ersten Halbjahr 2011 um 6 Prozent zu. Mittlerweile ist hierzulande jedes zweite verkaufte mobile Telefon ein Smartphone. Gemessen an den fünf großen west europäischen Ländern Großbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien hebt sich der Mobilfunkmarkt in Deutschland positiv ab. Sicherlich spielt die vergleichsweise gute Verbraucherstimmung eine wichtige Rolle.

Seit Jahresbeginn wurden für den Internetzugang von unterwegs rund eine Million mobiler Breitband-Sticks mit Providerbindung verkauft. Diese Sticks punkten vor allem durch die schnelle Datenübertragung. Produkte mit Download-Raten bis zu 21,6 MBit pro Sekunde (HSPA+) sind derzeit im Handel, zum Teil liegen sogar schon erste Sticks für die noch schnellere Datenübertragung von bis zu 50 MBit pro Sekunde über das 4G-Netz in den Regalen. Gerade Smartphones werden in Zukunft von Konsumenten profitieren, die komfortabel und mobil das Internet nutzen wollen, da hier der Aufwand für Organisieren und Verwalten wie bei einem klassischen Computer wegfällt. Dadurch wird auch das Interesse an der Datenspeicherung im Netz, das so genannte Cloud Computing, steigen. Mit dem modernen und leistungsfähigen 4GNetz, wird der mobile Zugriff auf das Internet zusehends an Attraktivität gewinnen.

Smartphone-Trends weltweit

Vor allem in den westlichen Industrienationen sowie in Asien steigt die Zahl der verkauften Smartphones im ersten Halbjahr rasant an. Die Anteile dieser Geräte am Gesamtabsatz liegen in Südostasien und China (inklusive Taiwan und Hong Kong) bereits bei rund 22 beziehungsweise 29 Prozent. In den Schwellen und Entwicklungsländern wie Indien oder den afrikanischen Ländern südlich der Sahara liegt der Anteil der verkauften Smartphones aufgrund der geringeren Kaufkraft sowie der Netzwerk-Infrastruktur, die auf die Übermittlung von Sprache ausgerichtet ist, unter 15 Prozent (Afrika) beziehungsweise unter 10 Prozent (Indien). Das Gros der Verkäufe entfällt in diesen Regionen noch auf Featurephones.

Quelle: GfK

Veröffentlicht am: 01.09.2011

 

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