GfK-Konsumklima reagiert uneinheitlich auf Lockdown

GfK Konsumklima im Dezember 2020

Die Stimmung der Verbrauchenden zeigt zum Jahresschluss 2020 ein weitestgehend uneinheitliches Bild. Während Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung zulegen, muss die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen.

Das Konsumklima reagiert auf den Lockdown (Foto: Atoms, Unsplash)
Das Konsumklima reagiert auf den Lockdown (Foto: Atoms, Unsplash)

Die deutschen Verbraucher reagieren auf die steigende Infektionszahlen mit Verunsicherung. Diese Verunsicherung erklärt lt. GfK die uneinheitliche Entwicklung der Verbraucherstimmung sowie den Anstieg der Sparneigung in diesem Monat.

Auch die Ergebnisse aus einer aktuellen GfK eBUS®-Umfrage zeigen wie groß die Verunsicherung der Verbraucher aktuell ist. Mehr als dreiviertel der Bundesbürger (78 Prozent) sind der Meinung, dass COVID-19 für Deutschland eine große bzw. sehr große Bedrohung darstellt. Dies ist lt. GfK der bislang höchste gemessene Wert seit Beginn der Erhebungen Mitte April 2020. Immerhin knapp jeder Fünfte (18 Prozent) geht von einer eher geringen Bedrohung aus oder zeigt sich völlig unbeeindruckt.

Der GfK Konsumexperte Rolf Bürkl kommentiert:

„Aktuell ist vor allem der Sparindikator für den dritten Rückgang in Folge des Konsumklimas verantwortlich. Mit dem harten Lockdown und dem Schließen der meisten Geschäfte hat das Konsumklima einen weiteren Rückschlag zu verkraften.“

Rolf Bürkl sieht schwierige Monate auf das Konsumklima zukommen und wagt einen Ausblick:

„Eine Entspannung bzw. Erholung kann es sicherlich erst dann geben, wenn die Infektionszahlen so weit gesunken sind, dass die harten Beschränkungen wieder gelockert werden können.“

Abwärtstrend der Konjunkturerwartung vorerst gestoppt

Der Indikator Konjunkturerwartung kann seinen Abwärtstrend aber – zumindest vorerst – stoppen. Nach zwei Rückgängen in Folge gewinnt die Konjunkturstimmung 4,6 Punkte hinzu und steigt auf 4,4 Zähler.

Da die Erhebung im Zeitraum vom 3. bis 14. Dezember stattfand, konnten mögliche Effekte aus dem harten Lockdown noch keine Berücksichtigung finden. Es ist aber lt. GfK zu befürchten, dass sich eine grundlegende Erholung der Konjunkturstimmung weiter verzögert, zumal auch wichtige Handelspartner Deutschlands ebenfalls von der zweiten Infektionswelle betroffen sind.

Einkommenserwartung mit leichten Verlusten

Im Gegensatz zu den Konjunkturerwartungen müssen die Einkommenserwartungen der Verbraucher Einbußen hinnehmen. Nach einem Minus von einem Zähler rutscht der Indikator auf 3,6 Punkte. Zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres fehlen gut 31 Zähler. Das Schließen zahlreicher Einzelhandelsgeschäfte dürfte in den kommenden Wochen zu einem spürbaren Anstieg der Kurzarbeiterzahlen führen. Dies führt bei den Betroffenen zu Einkommenseinbußen. Zudem ist zu befürchten, dass noch mehr Unternehmen insolvenzgefährdet sind. Dies verstärkt die Angst vor Jobverlust und belastet die Einkommensaussichten.

Doch die Anschaffungsneigung steigt an

Während die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen muss, legt die Anschaffungsneigung sogar noch zu. Der Indikator stoppt seinen Abwärtstrend und gewinnt 6,1 Punkte hinzu. Mit aktuell 36,6 Zählern liegt er knapp 16 Punkte unter seinem Vorjahreswert.

Bislang weist die Anschaffungsneigung noch ein befriedigendes Niveau auf. Ob es dabei bleibt, wird lt. GfK vor allem auch davon abhängen, ob und wie stark die Angst vor Jobverlust in den kommenden Wochen zunimmt.

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Methodik

Hintergrund zu den Ergebnissen Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“
Erhebungsmethode Wöchentliche Online Umfrage
Stichprobe n = 1.000
Zielgruppe Personen im Alter von 18-74 Jahren
Befragungszeitraum 10. bis 14. November 2020

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