GfK: Bilanz eines turbulenten Jahres

Ein wahrhaft ereignisreiches Jahr hat die GfK aus Nürnberg hinter sich: Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden, Einstieg eines Investors. Nun präsentiert der deutsche Branchenprimus seine vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2016 – und liegt wie erwartet mit diesen unter denen des Vorjahres.

GfK: Bilanz eines turbulenten Jahres (Bild: Kurt Kleemann - fotolia.com)
GfK: Bilanz eines turbulenten Jahres (Bild: Kurt Kleemann - fotolia.com)

Für marktforschung.de berichtet Jörg Stroisch

"2016 war ein schwieriges Jahr für uns", sagte Gerhard Hausruckinger, Vorstandssprecher der GfK SE, in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Margenziele seien nicht erreicht worden, wichtige Großprojekte im Medienbereich müssten neu ausgerichtet werden, das Ad-Hoc-Geschäft habe Umsatzrückgänge zu verzeichnen. "Wachstumsprojekte belasten", titelte das Unternehmen die Presseinformation. Sprich: Zu wirklichem Wachstum, wie es der Name eigentlich suggeriert, tragen sie noch nicht bei.

Die Zahlen konkret: Der Umsatz sank um 3,8 Prozent auf 1.484 Millionen Euro (Vorjahr 2015: 1.543 Millionen Euro), organisch wurde ein Absenken um 1,7 Prozent verzeichnet. Das angepasste operative Ergebnis sank um 18,1 Prozent auf 154 Millionen Euro (Vorjahr 2015: 187,6 Millionen Euro). Die Marge (das angepasste operative Ergebnis in Relation zum Umsatz) blieb mit 10,4 Prozent hinter dem Vorjahreswert von 12,2 Prozent zurück. Noch vor einem Jahr sahen die Zahlen ganz anders aus.

Die einzelnen Segmente folgen dem Trend der Vormonate: "Consumer Choices" mit einem minimalen Umsatzminus von 0,2 Prozent auf 680 Millionen Euro (Vorjahr 2015: 681,1 Millionen Euro) und "Consumer Experiences" mit einem Umsatz von 804 Millionen Euro und somit einem Minus von 6,4 Prozent (Vorjahr 2015:  859,1 Millionen Euro).

Die Regionen: Nordeuropa mit 538 Millionen Euro (minus 6,6 Prozent, Vorjahr: 575,6 Millionen Euro), Osteuropa/META mit 128 Millionen Euro (plus 1,1 Prozent, Vorjahr: 126,5 Millionen Euro), Nordamerika mit 290 Millionen Euro (minus 9,7 Prozent, Vorjahr: 321,0 Millionen Euro), Süd- und Westeuropa mit 270 Millionen Euro (plus 1,2 Prozent, Vorjahr: 267,0 Millionen Euro), Lateinamerika mit 70 Millionen Euro (plus 2,8 Prozent, Vorjahr: 67,9 Millionen Euro) und Asien und Pazifik mit 189 Millionen Euro (plus 1,8 Prozent, Vorjahr: 185,4 Millionen Euro).

Ereignisse eines turbulenten Jahres 2016 

Im ersten Quartal des vergangenen Jahres gab es bereits erste Gerüchte, dass bei den Marktforschern ein Partner einsteigen wolle. Der GfK-Verein machte damals jedenfalls noch mehr als deutlich, dass er das nicht wünschte. Dann trat Mitte des Jahres der Vorstandsvorsitzende Matthias Hartmann zurück. Und schließlich und endlich kam er dann doch, der Investor: KKR unterbreitete ein Übernahmeangebot für freie Aktien. Interessant in diesem Zusammenhang: Der GfK Verein betonte da abermals, "auch mittel- und langfristig Mehrheitseigentümer des Nürnberger Marktforschers zu bleiben". Das muss man wohl glauben.

Apropos Glauben: Zwischenzeitlich hatte dieser den GfK Verein offensichtlich verlassen, ob doch ziemlich düsterer Zahlen schon in den vergangenen Quartalen – und dann wurde eben doch recht zügig und für manchen überraschend ein Finanzinvestor an Bord geholt.

KKR zahlt 43,50 Euro je Aktie

Die Zukunft wird vielleicht noch einiges an Aufregungen parat halten. Zunächst geht es nun aber erst einmal darum, dass bis zum 10. Februar dem neuen Investor KKR ausreichend Anteile angedient werden, 43,50 Euro je Aktie bietet der dafür. Nicht ganz verwunderlich ist, dass nach der Vorstellung der KKR-Offerte der Aktienkurs von den ursprünglichen etwa 27,50 Euro nahe und um die 43,50 Euro ansprang. Dort verharrt er nun seit Wochen. Die Bilanzpressekonferenz wird am 14. März stattfinden.

Veröffentlicht am: 31.01.2017

 

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