Gaming-Szene wird vielfältiger

YouGov-Studie

Nicht nur "Nerds" verbringen ihre Freizeit an der Konsole und zocken, meint YouGov. Die Gamer werden älter und vielfältiger meinen sie. Zum Start der Gamescom hat YouGov eine neue Studie veröffentlicht.

Immer mehr Führungskräfte spielen Videospiele in ihrer Freizeit. (Bild: deagreez - Adobe Stock)
Immer mehr Führungskräfte spielen Videospiele in ihrer Freizeit. (Bild: deagreez - Adobe Stock)

Die Zielgruppe der Gamer wird älter und vielfältiger. Laut einer Studie von YouGov spielen etwa viele Deutsche in Führungsverantwortung gerne Konsolen- oder Computerspiele. Für Werbetreibende wird das Umfeld damit interessanter.
Klischees in der breiten Masse zu überwinden ist immer schwer. Das wird sich wahrscheinlich diese Woche wieder zeigen, wenn Medien über die Gamescom berichten, als wären Videospiele immer noch etwas, mit dem sich vor allem Jüngere die Zeit vertreiben.

Gaming ist Zeitvertreib

Gaming ist Zeitvertreib für viele Deutsche – über Geschlechter- und Altersgrenzen hinweg. Dies scheint aber in den breiten Medien, wie auch bei den Werbebudgetplanern eher langsam anzukommen. Die Agentur Jung von Matt spricht schon von COMO ("Cost of Missing Out"). Das sind die – steigenden – Kosten, die Marken tragen müssen, wenn sie zu spät auf einen sich schon länger abzeichnenden Trend aufspringen. In-Game-Werbung und Werbung in Videospiel-Optik haben gegenwärtig primär Jüngere im Fokus. Dabei lassen sich noch ganz andere Zielgruppen auf diese Weise erreichen. Zum Beispiel Führungskräfte.

Überwiegend männliche Personen zwischen 35 bis 54 Jahren

Wird nach Befragten gefiltert, die im Job Führungsverantwortung haben und angeben Konsolen- oder Computerspiele zu spielen, ergibt sich eine Zielgruppe von 5,8 Millionen Deutschen. Zwei Drittel von ihnen sind männlich, der Altersschwerpunkt liegt bei 35 bis 54 Jahren. Mehr als die Hälfte von ihnen kommt auf ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3000 Euro. Es handelt sich also um eine gaming-affine Zielgruppe, die sich in vielerlei Hinsicht vom Klischee unterscheidet.

Gamer mit Geld und Lust auf Neues

Mit einem tieferen Blick in die YouGov-Daten gewinnen die computerspielenden Chefs weiter an Profil. So sagen 73 Prozent, dass sie mindestens einmal pro Woche Sport treiben – deutlich mehr als der Bevölkerungsschnitt von 53 Prozent. Gleichzeitig zeigen sie sich überdurchschnittlich stark offen gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln, etwa um ihre sportliche Leistung zu steigern, aber auch um ungesunde Ernährung zu kompensieren. Wie im Bevölkerungsdurchschnitt sind aktuell bei den Chefs mit Spieltrieb Coca-Cola, Hohes C und Fanta die alkoholfreien Getränke, die die meisten kaufen.

Das Führungspersonal trinkt auch spezielle Getränke. So greift die spezielle Gruppe beispielsweise mehr als doppelt so oft wie Durchschnittsdeutsche zu Smoothies von Innocent. Auch Vio Bio Limo steht bei ihnen besonders hoch im Kurs. Und sie geben mehrheitlich an, gerne neue Getränke zu probieren – eine Steilvorlage für Getränkeproduzenten.

Führungskräfte in sozialen Netzwerke aktiv

Erreichen können Werbetreibende die Gamer-Chefs gut in sozialen Netzwerken. Sie sind häufiger als der Bevölkerungsschnitt aktiv auf Twitter, Xing und Linkedin, aber auch auf Snapchat und Instagram. Auch im Gaming-Umfeld selbst wäre Werbung gut platziert. Immerhin 21 Prozent der Deutschen mit Führungsverantwortung, die Videospiele spielen, verfolgen auch E-Sports-Übertragungen. Und bleiben dabei nicht nur passiv: Sie nehmen auch häufiger an organisierten Wettbewerben teil.

Zur Studie: YouGov hat in ihrer Analyse 1.200 Menschen, die Konsolen- und Computerspiele spielen und Führungsverantwortung haben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung befragt. Die analysierten Daten stammen aus einem wöchentlich aktualisierten gewichteten Datensatz aus den letzten 12 Monaten.

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