Gärtner-Typologie: Von entspannt bis perfektionistisch

GIM Studie

Deutsche Freizeit-Gärtner betreiben ihr Hobby mit unterschiedlichem Anspruch. Das wirkt sich laut einer Studie auf die Anforderungen an Produkte und die Wahl des Einkaufskanals aus. GIM hat verschiedenen Gärtnertypen und deren Präferenzen identifiziert.

Die Arbeit im Garten ist für die verschiedenen Gärtner-Typen mit unterschiedlichen Zielsetzungen verknüpft. (Bild: Martin Poole - fotolia.com)

Die Arbeit im Garten ist für die verschiedenen Gärtner-Typen mit unterschiedlichen Zielsetzungen verknüpft. (Bild: Martin Poole - fotolia.com)


Insgesamt, so die Ergebnisse der GIM-Studie, lassen sich vier Gärtnertypen voneinander unterscheiden: "Naturnahe", "Perfektionisten", "Genießer" und "Pragmatiker". Dabei entscheiden über den einzelnen Typen nicht Alter oder Geschlecht, sondern psychologisch-motivationale Aspekte. Das kann etwa die jeweilige Relevanz des Gartens für den eigenen Lebensstil sein und die spezifische Funktion, die das Gärtnern für den Menschen erfüllt. Auch die Wahl des Einkaufskanals spielt darüber hinaus eine Rolle.

Die Gruppe der naturnahen Gärtner macht einen Anteil von 28 Prozent aus. Sie sehen den Garten als selbstregulierendes Biotop und legen beim Gärtnern Wert auf ökologisch unbedenklichen und chemiefreien Dünger. Die Naturnahen finden außerdem, dass Gärtnern einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten sollte, etwa im Rahmen des Urban Gardening. Die Gruppe achtet bei Gartengeräten auf gute Qualität und entsprechende After Sale Services. Dekoration für ihren Garten interessiert sie eher nicht, da dies die Auffassung vom Garten als selbstregulierendes Biotop nicht unterstützt. Naturnahe Gärtner schätzen den Ausgleich zum Job, den ihnen die Tätigkeit in der Natur bietet. Sie kaufen ihr Zubehör bevorzugt bei Spezial-Anbietern online ein und besuchen Gartenfachmärkte vorrangig zum Produktvergleich.

Die Genießer unter den Gärtnern sind ähnlich stark vertreten wie die Naturnahen, ihre Gruppe macht einen Anteil von 27 Prozent aus. Sie betrachten ihren Garten als erweitertes Wohnzimmer und Wellness-Oase. Durch das Gärtnern erwarten sie sich Entspannung, zu viel Arbeit sollte der Garten auch nicht machen, der minimale Aufwand steht im Vordergrund. Die Genießer sind preisbewusst und kaufen im Bau- und Supermarkt ein, online und in Fachmärkten lassen sie sich lediglich inspirieren.

Pragmatiker und Perfektionisten sind mit 22 bzw. 23 Prozent vertreten. Die Perfektionisten legen großen Wert auf Ordnung, Kontrolle und Erfolg, für sie dient der Garten auch als Aushängeschild der eigenen, gepflegten Persönlichkeit. Das Gärtnern betreiben die Perfektionisten leidenschaftlich und so häufig wie möglich. Sie haben sehr hohe Ansprüche an die Qualität des benötigten Zubehörs und Materials.

Pragmatiker sehen Gärtnern als Pflicht und sind sehr ergebnisorientiert. Der Garten wird als Naschgarten und Supermarkt betrachtet, entsprechend haben die Pragmatiker viele Nutzpflanzen, deren maximalen Ertrag sie bei akzeptablem Aufwand ausschöpfen wollen. Die Pragmatiker sind sehr preisbewusst, sie erwarten von Produkten des Gärtnerbedarfs gute Qualität zu attraktiven Preisen.

Für die Studie zum Thema Gärtnertypologie "Ausweitung der Kampfzone" hat GIM vorab Experten zum Thema Gardening interviewt, im Anschluss wurden 1.000 Hobbygärtner in Deutschland online befragt, zusätzlich wurden ausgewählte Vertreter der einzelnen Gärtnertypen interviewt.

io

Veröffentlicht am: 01.06.2017

 

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