Frauen feiern lieber Karneval als Männer

Appinio-Studie

Über die Karnevalstage herrscht in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz Ausnahmezustand. Was verbinden gerade die Jüngeren mit dem traditionsreichen Fest? Appinio hat unter 16- bis 44-Jährigen nachgefragt.

Vor allem die Jüngeren in Deutschland feiern gerne Karneval. (Bild: ID 192635 - Pixabay)
Vor allem die Jüngeren in Deutschland feiern gerne Karneval. (Bild: ID 192635 - Pixabay)

Insgesamt haben die Befragten ein positives Bild von Karneval, so die aktuelle Studie von Appinio. Mit 61 Prozent sind es vor allem die 16- bis 17-Jährigen, die das Volksfest positiv assoziieren. Zum Vergleich: Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es (nur) 51 Prozent. Zwischen den Bundesländern hingegen gibt es keine großen Unterschiede, meint Appinio weiter. Bundesländer, in denen eher Karneval gefeiert wird, haben nicht unbedingt ein besseres Bild vom Volksfest. In Baden-Württemberg sehen es 57 Prozent (eher) positiv; in Berlin beispielsweise 60 Prozent und in Bayern 59 Prozent.

Wer feiert Karneval?

Auch wenn in Deutschland das Karnevalsfest überwiegend gleich positiv angesehen ist, feiern doch nicht alle. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg feiert laut Appinio fast jeder Fünfte der Befragten jedes Jahr Karneval. In Berlin und Schleswig-Holstein hingegen tun dies nicht mal fünf Prozent.

Außerdem feiern Frauen öfter Karneval als Männer: 13 Prozent der Frauen und nur zehn Prozent der Männer feiern jedes Jahr Karneval. Frauen haben auch insgesamt ein positiveres Bild von Karneval (Frauen 61 Prozent vs. Männer 54 Prozent).

Es gibt aber auch viele, die sich dem Volksfest völlig entziehen: 34 Prozent der 16- bis 17-Jährigen haben noch nie Karneval gefeiert und möchten es auch in Zukunft nicht versuchen. 40 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 48 Prozent der 35- bis 44-Jährigen geht es auch so.

Viele wissen nicht, was an Karneval gefeiert wird

An Karneval wird die Zeit vor der Fastenzeit, die im Christentum als Vorbereitung auf das Osterfest dient, ausgelassen gefeiert. Die Verkleidungen und vor allem das sogenannte Narrentum gelten aber auch als Opposition zur herrschenden Politik. Wer weiß, was an Karneval gefeiert wird, hat eher ein positives Bild vom Volksfest (23 Prozent) als diejenigen, die es nicht wissen (elf Prozent). Trotzdem sagen 25 Prozent derjenigen, die jedes Jahr Karneval feiern, dass sie nicht wissen, warum Karneval überhaupt gefeiert wird. Insgesamt wissen vor allem die Jüngeren nicht, was der Ursprung des Volksfests ist.

Größter Nachteil von Karneval ist zu hoher Alkoholkonsum

Als Nachteil des Karnevals sehen die Jüngeren (18- bis 24-Jährigen) die Umweltverschmutzung als Problem (48 Prozent). Unter den 35- bis 44-Jährigen sehen dies nur 37 Prozent als einen der größten Nachteile von Fasching. Bei den Älteren wird dagegen der hohe Alkoholkonsum genannt: 63 Prozent der 35- bis 44-Jährigen sehen dies als den größten Nachteil.

Tatsächlich benennen die Bewohner der Karnevalshochburgen den hohen Alkoholkonsum zur Faschingszeit eher als Problem (54 Prozent) als andere Bundesländer, wie zum Beispiel Bayern (43 Prozent).

Zur Studie: Appinio hat 3.456 Bundesbürger im Alter von 16 bis 44 Jahren zu ihrer Einstellung gegenüber dem Volksfest befragt.

Kommentare (2)

  1. Redaktion marktforschung.de am 28.02.2019
    Danke für den Hinweis, Sie haben natürlich recht. Wir haben das korrigiert. Alaaf aus Köln!
    Ihr Team von marktforschung.de
  2. Max Mustermeier am 28.02.2019
    Soweit man es den Studieninformationen am Ende des Textes entnehmen kann, handelt es sich nicht um eine gesamtbevölkerungsrepräsentative Studie. Gleich im ersten Satz des Artikels steht aber "die Deutschen". Kann mir jemand diesen Inferenzschluss erklären? Ich halte es für problematisch, dass 1. ein Marktforschungsanbieter derart kommuniziert und 2. dass ein Branchenmedium dies unkritisch übernimmt.
    Hat die hier geführte Diskussion um das Thema Repräsentativität von Studien in der Presse nichts gebracht?

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