#forsafragen, Schuldenkrise, dm im Internet

Was sonst noch war

In unserer Kolumne "Was sonst noch war" wollen wir Ihnen ans Herz legen, was die anderen schreiben. Denn manches gerät aus dem Blick – wir fangen es wieder ein mit unserer Presseschau.

#forsafragen: Meinungsforschung trendet bei Twitter (Bild: Robert Kneschke - fotolia.com)

#forsafragen: Meinungsforschung trendet bei Twitter (Bild: Robert Kneschke - fotolia.com)


Meinungsforschungsinstitute stehen des Öfteren in der Kritik, denn sie sind Überbringer schlechter Nachrichten. Passt ein Befragungsergebnis dem parteiischen Publikum nicht in den Kram, wird der schwarze Peter gerne den Meinungsforschern zugeschoben. Was Forsa-Chef Manfred Güllner derzeit jedoch erlebt, übersteigt das gewohnte Maß an Kritik. Auslöser für die hitzige öffentliche Debatte ist eine repräsentative Befragung zur Griechenland-Politik Angela Merkels, die vom "Stern" in Auftrag gegeben wurde.

"Unseriöse und manipulative Antwortmöglichkeiten"

Es geht um die Antwortoptionen innerhalb der Befragung. Blogger Stefan Niggemeier hat in dieser Methodik Schwächen ausgemacht und tut diese gewohnt selbstbewusst kund: "Schon die Formulierung der beiden Antwortmöglichkeiten ist unseriös und manipulativ." Dagegen wehrt sich Güllner in einem Interview mit dem "Stern": "Wir haben genau das gefragt, was die Alternativen für Merkel in Brüssel waren – nämlich alles dafür zu tun, um Griechenland in der Euro-Zone zu halten oder Griechenland hinauszudrängen. Das kann man nicht fachlich kritisieren, wenn es einem ideologisch nicht gefällt." Ob man jedoch die mutmaßlichen Handlungsoptionen eines Politikers derartig auf die Meinungsoptionen von Bürgern projizieren sollte, bleibt fraglich. Auch die "taz" äußert sich und schlägt sich auf die Seite ihrer grün-alternativen Stammleserschaft. Die "Süddeutsche Zeitung" dagegen fasst die Reaktionen von Twitternutzern unter dem Hashtag forsafragen zusammen: "Finden Sie Angela Merkel leistet gute Arbeit oder würden sie lieber 60 Liegestütze machen?" Ein Gutes hat die Debatte jedenfalls: Es wird leidenschaftlich über Umfragemethoden gestritten.

Bankenschließungen als Folge mehrerer Notzustände

Wenn es um Griechenland geht, ist die politische Atmosphäre ohnehin vergiftet. Zu hoch gepokert wurde sowohl auf Gläubiger- als auch auf Schuldnerseite. Dass Staatspleiten und Bankenschließungen allerdings häufiger vorkommen als viele denken, zeigt eine statistische Auswertung des Pew Research Center. Auch ist in den Grafiken zu erkennen, dass Bankenschließungen oft erst eine Folge mehrerer Notzustände sind.

Deutsche Autofahrer und vernetzte Autos

Ebenfalls sehr anschaulich sind die Infografiken der GfK-Gruppe zur Haltung deutscher Autofahrer bezüglich dem vernetzten Auto. Welche Hoffnungen, Ängste und Sorgen die neue Technik bei den potenziellen Nutzern auslöst, ist zudem aus dem Begleittext entnehmbar.

Bürgerbeteiligung und lebendig Demokratie

Eine weitere spannende Erhebung, diesmal im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, kann das aproxima-Institut aus Weimar vorlegen. Es geht um dessen Kernkompetenz: Bürgerbeteiligung und lebendige Demokratie. Dass auf diesem Gebiet noch erheblicher Nachholbedarf besteht, sowie eine Studienzusammenfassung, lässt sich im Blog des Instituts nachlesen.

Alnatura und dm: Ende einer Markenfreundschaft

Der Drogeriemarkt dm hat nun auch einen Onlineshop. Ob der Kunde aber tatsächlich etwas davon hat, darf bezweifelt werden. Dies behauptet zumindest Florian Kolf vom "Handelsblatt", der seine Verwunderung über die untypischen Bedingungen des Shops äußert: "Selbst wenn man sich die bestellte Ware in einer dm-Filiale abholt, werden die Versandkosten von 4,95 Euro fällig."

Wer jedoch Alnatura-Produkte bei dm kaufen möchte, sollte sich beeilen. Denn es sind allenfalls Restbestände, die vielerorts noch in den Regalen stehen. dm hat die Freundschaft mit Alnatura aufgekündigt und will seine eigene Bio-Produktreihe stärker forcieren, wie Katharina Matheis für die "Wirtschaftswoche" schreibt. Endlich mal echter Wettbewerb bei Bioprodukten – den umweltbewussten Kunden darf es freuen.

Eine schöne Restwoche wünscht
Nils Glück, marktforschung.de

Übrigens: Meistgeklickter Link von vergangener Woche waren die Propaganda-Infografiken der griechischen Regierung.

Veröffentlicht am: 16.07.2015

 

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