Flüchtlingssterben im Mittelmeer ist nur wenigen bewusst

forsa

Eine Umfrage von forsa für die Seenotrettung MOAS zeigt, dass vielen Menschen in Deutschland die gefährliche Lage für Flüchtlinge im Mittelmeer nicht bewusst ist. Mehr als jeder Dritte glaubt fälschlicherweise, die Lage sei im Vergleich zum Vorjahr etwa gleichgeblieben.

Seit Anfang des Jahres sind nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfe UNHCR allerdings bereits 4.646 Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ums Leben gekommen oder gelten als vermisst – das sind über 800 Menschen mehr als im gesamten Jahr 2015 (3.771). Somit ist 2016 bislang das Jahr mit den meisten Todesfällen. Dies ist allerdings nur 27 Prozent der Bundesbürger bewusst. Jeder Vierte (28 Prozent) geht sogar davon aus, dass weniger Flüchtlinge ihr Leben lassen müssen.

Während die Hälfte der Befragten (51 Prozent) die Auffassung vertritt, dass die Medien genug über Flüchtlinge auf See berichteten, wünschen sich 45 Prozent mehr Aufklärung. Besonders Menschen von 14 bis 29 Jahren möchten gerne besser über die Lage auf dem Mittelmeer informiert werden (63 Prozent).

Die private Such- und Rettungsorganisation MOAS sucht mit zwei Schiffen und zwei Drohnen Migranten in Seenot, versorgt sie an Bord, organisiert medizinische Hilfe und bringt sie ans europäische Festland.

Zur Studie:

forsa befragte im Auftrag von MOAS am 7. und 8. November 2016 1.004 Bundesbürger ab 14 Jahren.

dr

Veröffentlicht am: 21.11.2016

 

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