Exklusiv und teuer: Junge Chinesen mögen es luxuriös

Bain & Company-Studie

Das weltweite Geschäft mit Luxusgütern hat in der ersten Hälfte 2018 deutlich angezogen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Bain & Company. Grund dafür ist vor allem die steigende Nachfrage in China. In Europa und Asien ist die Entwicklung weniger dynamisch.

 

Bevorzugt exklusiv und teuer © khiemmosche - pixabay
Bevorzugt exklusiv und teuer © khiemmosche - pixabay

 

Weltweit begeistern sich laut der Studie von Bain & Company immer mehr junge Menschen für hochpreisige Accessoires, Kosmetik, Schmuck oder Kleidung – allen voran in China. Entsprechend prognostiziert die internationale Managementberatung gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma ifür das laufende Jahr ein Wachstum des globalen Luxusgütermarkts von sechs bis acht Prozent. Demzufolge soll der Umsatz mit den Edelmarken währungsbereinigt auf 276 bis 281 Milliarden Euro steigen.

Kräftiger Aufschwung in Asien

Grund für die starke Belebung des Markts ist China. Insbesondere die modebewusste und von sozialen Medien geprägte junge Generation hat dort Lust auf Luxus. Laut der Bain-Studie wird der Absatz von Premiummarken im Reich der Mitte insgesamt um bis zu 22 Prozent in die Höhe schnellen.
Doch auch im restlichen Asien boomt das Luxusgeschäft mit einem Plus von neun bis elf Prozent wieder. Hier wirkt sich vor allem die Kauflaune von Touristen aus China positiv aus. Hongkong und Macau können dadurch ihre wirtschaftliche Erholung fortsetzen. In Südkorea shoppen ebenfalls speziell Chinesen in den Luxusboutiquen. Allerdings könnte sich die weiterhin unsichere politische Lage auf der Halbinsel zunehmend negativ auf den Tourismus auswirken.
Bevorzugt kaufen Reisende auch in Tokio und Osaka ein. Da lokale Influencer in den sozialen Medien nicht zuletzt die einheimische Jugend zum Luxuskonsum animieren, wachsen die High-End-Marken in Japan mit sechs bis acht Prozent wieder stärker.

Amerika und Europa wachsen unterdurchschnittlich

Dagegen haben sich die traditionellen Märkte seit Beginn des Jahres weniger dynamisch entwickelt. In Europa bremst bislang vor allem der starke Euro die Kauflust der Besucher aus dem Ausland, was auch den Luxuskonsum in Deutschland verlangsamt. Großbritannien dagegen spürt die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit. In Russland, Frankreich und der Schweiz legt der Absatz indes zu. Insgesamt erwartet Bain in Europa für 2018 ein Wachstum von zwei bis vier Prozent.
Der amerikanische Kontinent wird mit drei bis fünf Prozent etwas kräftiger wachsen. In den USA hatte schon Ende 2017 der schwache Dollar Touristen aus Asien und Europa zu Weihnachtseinkäufen in den Luxusläden der Metropolen angeregt. Mittlerweile kaufen aber auch die optimistischer gestimmten US-Amerikaner wieder mehr Luxusartikel.
Im Rest der Welt schwächelt das Luxusgeschäft mit Wachstumsraten von maximal zwei Prozent weiter. Der Mittlere Osten stagniert. Einzig in Dubai sorgen Touristen in den Luxuseinkaufszentren für ein leichtes Plus. In Australien wiederum eröffnen die Premiummarken mehr Läden, was den Absatz dort etwas belebt.

Neue Chancen für die Top-Marken?

Vier Trends werden laut Bain & Company die Umsätze im Luxusmarkt bis 2025 um jährlich vier bis fünf Prozent ansteigen lassen:

  1. Junge, mode- und zugleich preisbewusste Chinesen dominieren die Nachfrage.
  2. Der Onlinehandel nimmt weiter deutlich zu und wächst mit den traditionellen Absatzkanälen zunehmend zusammen. Soziale Medien beeinflussen das Kaufverhalten immer stärker.
  3. Sportliche Kleidung, beispielsweise Sneaker oder Hoodies, die sich schon 2017 gut verkaufte, setzt sich selbst im Arbeitsleben mehr und mehr durch. Damit zieht das Streetware-Segment auch eine bislang weniger luxusaffine Kundschaft an.
  4. Der Umsatz wächst vor allem durch größere Volumina, nicht durch Preissteigerungen.

Zur Studie: Seit dem Jahr 2000 untersucht Bain & Company in Zusammenarbeit mit Fondazione Altagamma den Markt und die Ertragslage von 250 weltweit führenden Luxusgüterherstellern und -marken.

Veröffentlicht am: 18.07.2018

 

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