Europäer bringen Lebensmitteln aus Deutschland großes Vertrauen entgegen

WIN/Gallup-Netzwerk

Eine Umfrage des WIN/Gallup-Netzwerks in 15 Ländern Europas zeigt, dass Lebensmitteln aus EU-Mitgliedsstaaten mehr Vertrauen entgegengebracht wird als Produkten aus anderen Ländern auf dem europäischen Kontinent.

Europäer bringen Lebensmitteln je nach Herkunftsland unterschiedlich viel Vertrauen entgegen. (Bild: Eisenhans - fotolia.com)
Europäer bringen Lebensmitteln je nach Herkunftsland unterschiedlich viel Vertrauen entgegen. (Bild: Eisenhans - fotolia.com)

Dies ist laut Studienautoren auf die Verordnungen zur Lebensmittelsicherheit innerhalb der EU zurückzuführen. Dabei gibt es wohl einen Zusammenhang zwischen der Länge der Zugehörigkeit zur Europäischen Union und der Wertschätzung der produzierten Lebensmittel. So finden sich die größeren Gründerstaaten Deutschland (38 Prozent), Frankreich (26 Prozent), Italien (22 Prozent) und Niederlande (15 Prozent) alle unter den Top 10 wieder. Eine ordnungsgemäße Umsetzung der Gesetzgebung wird hier von der gesamteuropäischen Bevölkerung wohl am ehesten angenommen.

Deutschland spielt aber noch einmal eine besondere Rolle. Als Ursache sehen die Studienautoren die Tatsache, dass das deutsche Lebensmittelrecht ursprünglich als Vorlage für die europäischen Verordnungen galt. So vertrauen 78 Prozent der Deutschen den in Deutschland produzierten Lebensmitteln am meisten, auch die Bevölkerung des Nachbars Niederlande vertrauen mit 65 Prozent und die osteuropäischen Länder wie zum Beispiel Bulgarien (59 Prozent) und Rumänien  mit 43 Prozent den deutschen Produkten. Die Deutschen selbst schenken ihr Vertrauen den Nachbarländern: Österreich (36 Prozent), Schweiz (33 Prozent), Niederlande (21 Prozent), Italien (20 Prozent) und Frankreich (20 Prozent).

Osteuropäischen Lebensmitteln wird weniger vertraut

Auf die Frage, welche Länder die am wenigsten vertrauenswürdigen Lebensmittel produzieren, nennen die Deutschen: Russland (28 Prozent), den Kosovo (27 Prozent) und Rumänien (26 Prozent). Aber auch die gesamteuropäische Bevölkerung schätzt die Nahrungsmittel aus dem Osten Europas weniger: Kasachstan (28 Prozent), Albanien (26 Prozent) und Russland, Rumänien (je 24 Prozent) werden als am wenigsten vertrauensvoll genannt. Fehlende einheitliche Regelungen führten also zu weniger Vertrauen in die produzierten Lebensmittel, selbst wenn diese im Nachbarland hergestellt werden, so die Interpretation der Studienautoren.

Weiter wurden die Teilnehmer gefragt, auf welche Kriterien sie beim Lebensmitteleinkauf besonders achten. Es stellt sich heraus, dass sowohl in Deutschland (79 Prozent), aber auch in allen anderen europäischen Ländern (in gesamt Europa 68 Prozent) regionale Lebensmittel eine besondere Rolle spielen. Unterschiede zwischen den Ländern zeigen sich in den anderen Kriterien. So achten die Bewohner Schwedens mit 57 Prozent darauf, dass in der Produktion der Lebensmittel auf den Tierschutz geachtet wird, Großbritannien 47 Prozent, Niederlande 45 Prozent und Island 40 Prozent folgen hier. Für 41 Prozent der Rumänen und 40 Prozent der Dänen ist biologischer Anbau wichtig, mit deutlichem Abstand zu Schweden (30 Prozent) und Frankreich (30 Prozent).

Zur Studie:
Produkt + Markt hat in Deutschland im November 2015 1.000 Personen ab 16 Jahren online zu ihrer Einschätzung der Lebensmittel befragt. Die Studie ist Teil einer gemeinsamen Umfrage, die vom WIN/GIA Netzwerk in 15 europäischen Ländern durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 14.238 Menschen befragt.

dr

Veröffentlicht am: 25.01.2016

 

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