Etwa die Hälfte aller deutschen Vollzeitbeschäftigten plant Jobwechsel

Studie von Qualtrics

Umbruchsstimmung in vielen Unternehmen: Nahezu die Hälfte aller deutschen Vollzeitbeschäftigten plant einen Jobwechsel in den nächsten zwölf Monaten. Als Gründe werden Burnout, Stress und mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten genannt. Arbeitnehmer, die aufgrund der Pandemie-Unsicherheit gezögert haben, ihr Unternehmen zu verlassen, sind nun eher bereit, den Ausstieg zu wagen.

Arbeitsstress, Burnout (Bild: picture alliance / Zoonar | Elnur Amikishiyev)

Burnout und Stress werden unter anderem als Grund für geplante Jobwechsel genannt. (Bild: picture alliance / Zoonar | Elnur Amikishiyev)

Die Umfrage unter den Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ergab, dass mehr als ein Drittel der gesamten Arbeitnehmerschaft innerhalb der nächsten zwölf Monate auf Stellensuche gehen möchte. 43 Prozent der Führungskräfte im unteren und mittleren Management sowie 57 Prozent im leitenden Management haben die gleichen Pläne. 

Aber warum erleben wir eine Massenabwanderung? Fünf Erkenntnisse über den Wandel in der Arbeitswelt. (Bild: qualtrics)

Burnout und Stress führen zu Resignation und Jobwechsel 

Der Wunsch nach beruflicher Veränderung ist laut der neuen Qualtrics-Studie vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Beschäftigten gestresst oder ausgebrannt fühlen und mehr Entwicklungsmöglichkeiten anstreben. Die Pandemie war für alle schwierig, und Burnout und Stress gehörten zu den Hauptgründen für Arbeitnehmer, im kommenden Jahr eine neue Stelle zu suchen. COVID-19 war jedoch eine besondere Herausforderung für Führungskräfte, die ihre Teams emotional und fachlich durch die Auswirkungen des letzten Jahres führen mussten.

Eine signifikante Anzahl von Angestellten des unteren und mittleren (43  Prozent) sowie des oberen Managements (57 Prozent) in Deutschland äußerte die Absicht, in den nächsten zwölf Monaten den Arbeitsplatz zu wechseln.  

Die drei am häufigsten genannten Gründen: 

  • 37 Prozent geben an, dass ihr Job zu stressig ist, im Vergleich zu sieben Prozent der restlichen Belegschaft
  • 29 Prozent sagen, dass sie von der Pandemie ausgebrannt sind und eine Pause brauchen, im Vergleich zu 8 Prozent der restlichen Belegschaft
  • 17 Prozent wünschen sich mehr Wachstumschancen, im Vergleich zu 14 Prozent der restlichen Belegschaft

Wunsch nach Entwicklung  

Karrierechancen: Eine beträchtliche Anzahl von deutschen Arbeitnehmenden will ihr Unternehmen verlassen, weil sie sich mehr Entwicklungschancen wünschen. Das überrascht nicht, denn 56 Prozent der Beschäftigten erhalten laut eigener Aussage keinerlei Entwicklungs-, Fortbildungs-, Networking- oder Mentoring-Möglichkeiten.

Kein Mentoring- und Fortbildungsangebot  

62 Prozent der Frauen gaben an, ihr Arbeitgeber habe ihnen während der Pandemie keine Möglichkeit zum Networking oder Mentoring geboten. Bei den Männern betrug dieser Anteil nur 50 Prozent. 62 Prozent der Frauen erhielten außerdem kein Entwicklungs- und Fortbildungsangebot, während dies nur bei 52 Prozent der Männer der Fall war. 

Für die künftige Arbeitswelt gibt es kein Patentrezept. Jede Branche, jeder Arbeitnehmer oder jede Arbeitnehmerin und jede Führungskraft findet Experiences, die je nach Unternehmenskultur und Belegschaft einzigartig sind. Das Geheimnis einer optimalen Experience lautet daher: den Menschen oft zuhören und entsprechend handeln,

so Julia Anas, Chief People Officer bei Qualtrics.

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Befragte Zielgruppe? Vollzeitbeschäftigte in Deutschland
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? Qualtrics Research Services
Stichprobengröße n=500
Feldzeit? August 2021
Land Deutschland

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