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MSR: Customer Journey Ruhestandsplanung

Die Lebenserwartung der Deutschen liegt aktuell bei 81 Jahren. Und mit 62 Jahren gehen sie im Durchschnitt in die Rente. Bekannt ist, dass viele Menschen zu wenig privat vorsorgen. Aber was hindert sie daran? Das Kölner Marktforschungs- und Beratungsunternehmen MSR Consulting hat herausgefunden, dass es vor allem an der mangelnden Qualität der Informationsangebote und der Beratung liegt.

Es lohnt sich, das Thema Altersvorsorge sehr frühzeitig anzugehen (Bild: pasja1000 - pixabay)
Es lohnt sich, das Thema Altersvorsorge sehr frühzeitig anzugehen (Bild: pasja1000 - pixabay)

 

MSR befragte die Gruppe der 50 bis 67-Jährigen. Die zentrale Frage im Rahmen der Studie war: Was geht in den Köpfen derer vor  - immerhin ein Viertel der Befragten -, die sich keine Gedanken um ihre finanzielle Zukunft machen? Ihr Anteil bleibt konstant, unabhängig davon, in wie vielen Jahren der Renteneintritt erwartet wird. Und: Der Zusammenhang zwischen Einkommen und Nutzung privater Altersvorsorge zeigt sich hier nicht. Die Hälfte der Desinteressierten verfügt über mehr als 2.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen monatlich. Trotzdem nutzen über 30 Prozent von ihnen keine private Altersvorsorge. Zusätzlich haben sich fast 40 Prozent dieser Gruppe zum Thema finanzielle Vorsorge weder informiert noch beraten lassen. Die Fragestellung für MSR war: Was hindert diese Gruppe der Desinteressierten daran, sich mit ihrer Zukunft zu beschäftigen und verleitet sie, die Augen vor einer möglichen Versorgungslücke zu verschließen? 

Schon bei der Informationssuche zeigt sich: Wer sich nur informiert aber nicht beraten lässt, sucht weniger Informationen und sucht weniger konkret. Außerdem ist die Unzufriedenheit mit den gefundenen Informationen höher, als bei den Befragten, die sich außerdem noch beraten lassen. Mögliche Gründe dafür scheinen überfordernde, für Laien unverständliche oder zu allgemeine Informationen zu sein. Die daraus resultierende Unsicherheit führt zu einer Hemmschwelle, die nur durch die aktive Ansprache eines Beraters durchbrochen werden kann.

Mangelnde Beratungsleistung verhindert Absicherung

In punkto Beratung wünschen sich die Desinteressierten daher eine unabhängige Stelle, die verschiedene Optionen und individualisierte Angebote verständlich aufzeigen und erklären kann. Dementsprechend bevorzugen ca. 40 Prozent Hälfte der Befragten ein Gespräch bei einem Rentenberater oder bei der Beratungsstelle der deutschen Rentenversicherung. Knapp ein Drittel präferieren ein Gespräch mit einem Versicherungsvertreter oder -Makler. Schafft es aber ein Berater transparente, verständliche und vor allem konkrete Informationen zu vermitteln, sind viele im Anschluss bereit, selber aktiv zu werden. "Das war eine umfassende Beratung, völlig weg von den üblichen Verkaufsgesprächen, da hatte ich richtig Glück. Ich konnte danach alles anschieben und in die richtigen Bahnen lenken", so ein Teilnehmer. 

"Bessere Antworten"

Die Studie bestätige, so MSR Consulting, dass viele Bürger sich noch immer nicht ausreichend mit dem Thema private Altersvorsorge auseinandersetzen, auch wenn der Staat z.B. mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sich bemühe, alle für das Thema zu gewinnen. So seien hier auch die privatwirtschaftlichen Anbieter bei Banken und Versicherungen gefragt, dem gesamtgesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden und bessere Antworten darauf zu finden, wie und wann eine vertriebliche Ansprache erfolgen sollte und eine aus Kundensicht optimale Beratung zur Ruhestandsplanung anzubieten.  

Zur Studie: Es wurden insgesamt 1.450 Personen im März und April 2019 befragt.

Veröffentlicht am: 27.05.2019

 

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