ECC-Studie: Cross-Channel ist alternativlos

E-Commerce

Laut einer Cross-Channel-Studie von ECC Köln und hybris software scheint Markenbildung nur noch kanalübergreifend zu funktionieren: Multi-Channel-Händler werden von Konsumenten durchweg positiver wahrgenommen als rein stationäre Händler und Online-Pure-Player.

ECC-Studie: Cross-Channel ist alternativlos (Bild: ECC Köln)
ECC-Studie: Cross-Channel ist alternativlos (Bild: ECC Köln)

Stationäre Händler gelten zwar im Vergleich zu Online-Pure-Playern als altmodisch, punkten dafür jedoch mit Seriosität und Vertrauen. Pure Player gelten vor allem als innovativ. Das zeigt die Studie „Cross-Channel im Umbruch – Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7“. „Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es schlichtweg keine Alternative zu Cross-Channel gibt. Die Kanaldenke war gestern und die Zukunft gehört den Händlern, die ihre Kanäle optimal miteinander verzahnen – sowohl in der Kommunikation zum Kunden als auch im Vertrieb“, so Dr. Eva Stüber, Leiterin Research & Consulting am ECC Köln.

Dem Informationsprozess kommt im Cross-Channel-Zeitalter eine besondere Bedeutung zu und ähnelt sich in den verschiedenen Kanälen stark. Preisinformationen stehen an erster Stelle. Insbesondere bei der Online-Informationssuche steht der Preisvergleich im Vordergrund, während stationär die Information zu Produkteigenschaften eine wichtige Rolle spielt. Einzig bei Katalogen schafft es das Thema Inspiration und Anregung unter die Top 3 Informationsgründe: Knapp 29 Prozent der Online-Shopper, die sich vor dem Kauf in Katalogen informiert haben, holten sich hierüber Anregungen. Printmedien sind also weiterhin wichtige Impulsgeber für die digitale Handelswelt. Dies ist insbesondere für die Markenbildung relevant – Kaufanreize müssen auch außerhalb des etablierten Vertriebssystems gesetzt werden. Multi-Channel-Händler müssen ihre Kompetenzen in der kanalübergreifenden Mehrwertgenerierung bewusst forcieren und konsequent als Wettbewerbsvorteil ausspielen.

Aus Sicht von Michael Hubrich, Senior Vice President MEE, hybris und SAP Customer Engagement and Commerce belegt die Studie, dass sich auch der stationäre Handel durchaus gegenüber den Online-Pure-Playern behaupten kann. Wichtig sei nur, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen – der Preis eines Produktes sei schließlich nicht alles. Wer es schaffe, seine Beratungskompetenz über physische und digitale Kanäle anzubieten und den Kunden somit überall und zu jeder Zeit zur Seite zu stehen, werde auch weiterhin das Vertrauen und die Sympathie dieser genießen.

Zur Studie:
Die Studie "Cross-Channel im Umbruch – Das Informations- und Kaufverhalten der Konsumenten Vol. 7" des ECC Köln und hybris software untersucht mit Fokus auf Käufe in Online-Shops und stationären Geschäftsstellen den Informations- und Kaufprozess von Konsumenten im Cross-Channel-Zeitalter. Hierzu wurde eine Online-Befragung in Deutschland (n = 984), Österreich (n = 493) und der Schweiz (n = 497) durchgeführt. Um das zukünftige Konsumentenverhalten besser voraussagen zu können, wurden darüber hinaus 502 deutsche Smart Natives befragt (Personen bis 25 Jahren, die täglich online sind und ihr Smartphone intensiv nutzen).

dr

Veröffentlicht am: 30.09.2015

 

Kommentare (2)

  1. Stella am 01.10.2015
    Eine wenig überraschende Studie, die für viele Händler schon längst Alltag und Realität sein dürfte. Was an diesem Artikel stört ist das Begrifflichkeit wie Multi-Channel und Cross-Channel gleich gesetzt werden, obwohl es signifikante Unterschiede gibt. Multi-Channel beschreibt einfach nur das Vorhandensein verschiedener Vertriebskanäle. Cross-Channel hingegen ist die Verbindung dieser Kanäle untereinander.
  2. Thorsten Wilhelm am 30.09.2015
    Plausible Ergebnisse. Plausiben vor allem, wenn man sich vorstellt, dass die Antworten von Personen kommen, die heute so um die 45 / 50 Jahre alt sind, also im Alter von ca. 20 Kontakt mit "neuen Medien" hatten.

    Wie aber antworteten z.B. Digital Natives?
    Und wie Personen ab 60 Jahre?

    Gibt es dazu auch Aussagen?

    Meine These ist, dass es zwischen den genannten drei Gruppe deutlich, signifikante Unterschiede im Antwortverhalten gibt.
    Die zu kennen, wäre doch spannend.

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