E-Health-Angebote beliebt

Bitkom-Umfrage

Die schöne neue Welt der Digitalisierung bietet auch im Bereich Medizin und Gesundheit einiges und es wird immer mehr. Apps speichern beim Fitness-Programm oder beim Abnehmen Daten und kontrollieren den Fortschritt. Ärzte wagen den Schritt zu Diagnose per "Fernwartung" und die elektronische Patientenakte wird voraussichtlich 2021 kommen. Aber was denken die Bürger über solche Services? Welche nutzen sie? Bitkom hat es untersucht.

Nicht lebensbedrohlich, aber immer schlimm: der Männerschnupfen (Bild: Jelena - AdobeStock)

Nicht lebensbedrohlich, aber immer schlimm: der Männerschnupfen (Bild: Jelena - AdobeStock)

Eine Zukunft der Medizin ohne E-Health wird es nicht geben - und die Mehrheit der Bundesbürger sieht darin auch große Chancen. Das zeigt eine repräsentative Studie mit 1.005 Befragten ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. So meint rund jeder Zweite (46 Prozent), dass zumindest Teile der medizinischen Versorgung in Zukunft ausschließlich digital stattfinden werden, um die steigenden Kosten des deutschen Gesundheitssystems aufzufangen. Gleichzeitig sind die Deutschen offen für diese Neuerungen und nutzen existierende digitale Angebote schon heute rege. Zwei von drei Smartphone-Besitzern (65 Prozent) verwenden etwa bereits Gesundheits-Apps. Am beliebtesten sind Apps, die über Gesundheits-, Fitness-, Gewichts- oder Ernährungsthemen informieren, die bereits 25 Prozent nutzen. Weitere 26 Prozent können sich dies vorstellen. Ähnlich stark genutzt werden aber auch Apps, die Körper- und Fitnessdaten wie zum Beispiel Herzfrequenz, Blutdruck oder gegangene Schritte aufzeichnen (24 Prozent). Gut jeder Sechste nutzt außerdem Workout-Apps mit entsprechenden Anleitungen für Übungen zu Hause oder unterwegs (17 Prozent) sowie Apps, die auf Grundlage von aufgezeichneten Vitaldaten Ratschläge geben (15 Prozent). 

Gesünder leben dank Apps

Offenbar bringen die Gesundheits-Apps den Nutzern häufig einen echten Mehrwert. Jeder Zweite (53 Prozent) gibt etwa an, sein Training durch die Nutzung optimiert zu haben. Beinahe ebenso viele Befragte sagen, dass sie sich dank Gesundheits-Apps mehr bewegen (46 Prozent) und besser über ihren Körper und Gesundheitszustand Bescheid wissen (44 Prozent). Jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, sich dadurch gesünder zu ernähren. "Fitness-Armbänder, Smartwatches und Gesundheits-Apps für Smartphones sind in Deutschland bereits ein Millionenphänomen geworden. Erstmals ist es möglich, die eigenen Vitaldaten regelmäßig zu messen und zu nutzen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Große Zustimmung für Elektronische Patientenakte und E-Rezept 

Auch die Elektronische Patientenakte und das Elektronische Rezept sind digitale Gesundheitsinnovationen im Sinne der Patienten. So würden beispielsweise zwei Drittel der Bundesbürger die E-Akte nutzen (65 Prozent), beinahe ebenso viele (63 Prozent) das E-Rezept. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei den 16- bis 29-Jährigen mit 74 Prozent und bei den 30- bis 49-Jährigen mit 70 Prozent. Aber auch in der Altersgruppe 65 plus würden sechs von zehn Befragten (60 Prozent) auf die Elektronische Patientenakte zugreifen. Die Befürworter zählen dabei nicht nur auf Standardfunktionen wie die Speicherung der gesamten Behandlungshistorie (87 Prozent), sie wünschen sich vor allem auch komfortable smarte Funktionen: 98 Prozent wollen etwa einen integrierten digitalen Impfpass, 91 Prozent haben Interesse an einem digitalen Medikationsplan mit automatischem Wechselwirkungscheck. Auch ein Modul zur Integration der Daten aus Apps oder medizinischen Geräten wie einem Blutdruckmessgerät (80 Prozent) sowie ein Vorsorgeplaner (70 Prozent) sind beliebt.

Rat per Netz

Auch die Telemedizin kann zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen und vor allem Jüngere sind offen für solche neuen Möglichkeiten. Jeder Vierte (24 Prozent) würde für einen schnellen ärztlichen Rat per App sogar extra zahlen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es bereits 35 Prozent. Ähnlich viele Befragte (23 Prozent) würden Routinefragen durch ärztliche Online-Services aus dem Ausland abklären lassen, wenn sie dadurch Geld sparen könnten. Bei den Jüngeren sind es 28 Prozent. Jeder Siebte (15 Prozent) wäre sogar bereit, für 250 Euro ein Jahres-Abonnement abzuschließen, um sich jederzeit online Rat von Medizinern einholen zu können. "Telemedizin eröffnet Ärzten und Patienten neue Möglichkeiten. Vielerorts sind Arztpraxen überlaufen, Ältere sind nur eingeschränkt mobil - aber auf eine ausreichende medizinische Versorgung angewiesen, auch in abgelegenen Regionen. Ergänzend zur Regelversorgung können telemedizinische Angebote den Ablauf im Gesundheitswesen erheblich verbessern", sagt Berg. "Die Patienten haben dieses Potenzial erkannt - und die technischen Möglichkeiten sind da. Nun wird es Zeit, sie konsequent zu nutzen und telemedizinische Angebote auch in die Regelversorgung einzubinden."

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Netigate-Studie

Angestellte erhalten kaum gesundheitsfördernde Angebote

Wieso nehmen Angestellte nur selten Betriebssportangebote an? (Bild: SnapwireSnaps - Pixabay)

20.05.2019 - In einer aktuellen Umfrage stellt Netigate fest, dass nur wenige der befragten Bundesbürger von ihren Arbeitgebern gesundheitsfördernde Angebote erhalten. Dem geringen Angebot steht aber auch eine noch geringere Nachfrage gegenüber. weiterlesen

 
Zusammenarbeit

Talk Online Panel und Made in Surveys beschließen strategische Partnerschaft

20.05.2019 - Made in Surveys und Talk Online Panel haben sich dazu entschieden eine strategische Partnerschaft einzugehen. Durch den Deal entsteht ein Pool aus 1,25 Millionen Panelisten in 24 Ländern. weiterlesen

 
54. BVM-Kongress

"Algorithmus oder Marktforscher? Marktforscher!"

20.05.2019 - Neu, agil und integrierte Ansätze für wirtschaftlichen Erfolg. Mit diesem Themenschwerpunkt startete heute Morgen der 54. Kongress des Berufsverbands Deutscher Markt- und Sozialforscher (BVM). Schon in der ersten Keynote wird klar, wohin die agile Reise der... weiterlesen

 
Ipsos-Studie

Über Sport und warum wir so etwas auch gerne alleine tun

Die Ruhe und den Wald genießen, das geht nur alleine (Bild: Pexels - pixabay.com)

17.05.2019 - Eine Frage, die regelmäßig untersucht wird ist die nach der Häufigkeit, mit der die Menschen Sport treiben. Dabei sind einige mit der Thematik verbundene Aspekte nicht minder interessant. Ipsos hat sich darum gekümmert. weiterlesen

 
Interrogare

Online-Pioniere in der Marktforschung feiern 20-Jähriges

20 Jahre Interrogare

17.05.2019 - 1998 eine Firma zu gründen, die sich hauptsächlich mit dem Thema Online-Marktforschung beschäftigt, klingt im Nachhinein recht mutig, damals gab es noch nicht einmal DSL oder Daten-Flatrates. Peter Wiegelmann und Martin Kühn riefen dennoch eine kleine GbR ins Leben.... weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus