Dynamische Preise, stationärer Handel, bereuende Mütter

Was sonst noch war

In unserer Kolumne "Was sonst noch war" wollen wir Ihnen ans Herz legen, was die anderen schreiben. Denn manches gerät aus dem Blick – wir fangen es wieder ein mit unserer Presseschau.

© Daniel Ernst

Einkaufen wie an der Zapfsäule: Der Einzelhandel forciert nun auch offiziell dynamische Preise. Somit können sich Preise für Einzelwaren je nach Nachfragesituation, Tageszeit oder Kundenprofil ändern. Pascal Schneiders von der FAZ hat sich den Trend genauer angeschaut: "Ohnehin sei der Festpreis in der Geschichte eine vergleichsweise junge Erscheinung, sagen die Anhänger von individuellen Preisen. Über Jahrhunderte habe jeder Einzelne auf dem Markt mit dem Händler gefeilscht." Was bislang dem Onlinehandel vorbehalten war und bei Verbraucherschützern für Kopfschmerzen sorgt, wird etwa bei Media Markt und Kaiser's ausprobiert. Auch Kathrin Mauer von "netzpolitik.org" setzt sich mit dem Thema auseinander und verlinkt auf weitere Quellen.

Passend zu unserer neuen Reihe "Menschen in der Marktforschung" führt die GIM eine neue Interviewreihe auf ihrem Blog ein. In der ersten Ausgabe entspinnt sich ein spannendes Methodengespräch zwischen Research Director Ron Degen und Frank Luschnat. Es geht um Conjoint-Analysen – am Bürokicker.

Hat der stationäre Handel in Deutschland überhaupt noch eine Chance? Das Magazin "Brand Eins" hat dazu ein intensives Streitgespräch zwischen den Experten Jochen Krisch und Gerrit Heinemann veröffentlicht: "Toplagen in attraktiven Großstädten sind nicht das Thema. Dort wird nichts passieren. Es geht um die Mittel- und Kleinstädte, wo früher Karstadt und Kaufhof die großen Magneten waren."

Apropos Multichannel: Was sollten Läden beachten, wenn sie Beacons installieren wollen? Anwältin Kathrin Schürmann gibt in einem Fachbeitrag des "Location Insider" wertvolle Tipps: "Bevor Händler Beacons einsetzen, ist es sehr wichtig, die Datenflüsse genau zu analysieren und zu prüfen, welche Daten mit welchen Vertragspartnern ausgetauscht werden, wer die Verantwortlichkeit für die einzelnen Verarbeitungsschritte trägt und zu welchen Zwecken Kundendaten genutzt werden sollen."

Wie kommt Product Placement in YouTube-Videos bei der jungen Zielgruppe an? Holger Geißler von YouGov ist dieser Frage systematisch auf den Grund gegangen, wie im "Horizont" zu lesen ist. Demnach birgt Produktplatzierung auch Risiken: "Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen zuvor prüfen, ob ein Product-Placement in einem Youtuber-Clip und der Youtuber selbst zur Marke passen."

Regionale Produkte sind erstmal toll, sagen viele Verbraucher. Nur bringt das kleine Vertriebsnetz oft große Probleme mit sich. Welche das sind, hat Christian Sywottek für das Magazin "enorm" aufgeschrieben: "In einer globalisierten Welt anonymer Massenware erfreuen sich heimische Lebensmittel, Kosmetika, Kunsthandwerke oder auch Energieprojekte wachsender Beliebtheit. Nur an einer professionellen Vermarktung fehlt es oft."

Darf man es bereuen, Kinder in die Welt gesetzt zu haben? Die Journalistin Esther Göbel hat mit ihrem Bericht über eine Mutterstudie aus Israel für eine Netzdebatte unter dem Hashtag #regrettingmotherhood gesorgt. In der Studie berichten Mütter darüber, warum sie ihre Familiensituation bereuen. In voller Länge lesenswert!

Ein schönes Wochenende wünscht
Nils Glück, marktforschung.de

Übrigens: Meistgeklickter Link von vergangener Woche war die Vapiano-Kritik von Micky Beisenherz.

Veröffentlicht am: 17.04.2015

 

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