Digitale Methoden und Analytic-Skills bevorzugt

GRIT-Report 2019: Trends in der Marktforschung

Der GreenBook Research Industry Trends Report (GRIT) hat sich mit dem letzten Erscheinen je Ausgabe ein Schwerpunktthema verordnet. Dieses Mal im Fokus: die Geschäftsdynamik der Branche. Ein kurzer Überblick der zentralen Ergebnisse.

Cover des GRIT-Reports 2019 (Bild: GreenBook)

GreenBook hat für den GRIT-Report 1.117 Interviews ausgewertet. Der Großteil der Befragten (61 Prozent) stammt aus Nordamerika, 22 Prozent aus Europa sowie sieben Prozent aus Asien. Die übrigen Befragten stammen aus dem Rest der Welt.

Allerdings können dem Report zufolge keine wesentlichen Unterschiede innerhalb der Research-Welt festgestellt werden. Kleinere regionale Unterschiede seien feststellbar, im Großen und Ganzen ticke die Marktforschung aber in allen Zeitzonen synchron.

Die mittlerweile elfte Welle der Befragung setzt sich zu 27 Prozent aus Personen zusammen, die der Nachfrageseite zugeordnet werden können. 73 Prozent sind Anbieter von Marktforschungsdienstleistungen.

Welche Verfahren und welche Skillsets werden präferiert?

Auf der Nachfrageseite sind die Themen Social Media- und Big Data-Analytics zurzeit am meisten nachgefragt. Für beide Verfahren gilt, dass sie von mehr Kunden angewandt werden, als sie von Dienstleisten angeboten werden. Dieser Unterschied besteht dem Report zufolge bereits seit einigen Jahren, ist über die Zeit aber größer geworden. Außerdem interessant: Kunden decken ihren Analyse-Bedarf für die sozialen Medien und Big Data immer seltener bei Marktforschungsdienstleistern.

(Bild: GreenBook)

Passend zu dieser Entwicklung sehen 29 Prozent der Befragten in ihren Unternehmen am ehesten Bedarf an Arbeitnehmern, die Expertise in dem Bereich Data Analytics und Data Science mitbringen. Auch mit Fertigkeiten aus den Bereichen Storytelling und Visualisierung oder Sales und Business Knowledge sollten potenzielle Bewerber demnach gut für künftige Bewerbungen gewappnet sein.

(Bild: GreenBook)

Online Communities werden sowohl in der qualitativen als auch in der quantitativen Forschung häufig eingesetzt. Moderne Spielarten wie KI-basierte Verfahren werden bislang nur selten eingesetzt.

Gut, günstig und schnell: Das sind die Prioritäten bei der Methodenwahl. Die Qualität der Ergebnisse hat dabei den höchsten Stellenwert und wird von über 90 Prozent der Befragten Einkäufer als Key-Priorität genannt. Kosten (ca. 60 Prozent) und Geschwindigkeit (ca. 50 Prozent) rangieren dahinter.

Mit welcher Art Anbieter arbeiten Einkäufer von Forschung am häufigsten und wie zufrieden sind sie mit ihnen?

Full-Service, qualitative Forschung, Data & Analytics, Technologie-Dienstleister oder strategische Beratung: Die Auftraggeber konnten angeben, ob sie regelmäßig, gelegentlich oder selten bis gar nicht mit dem jeweiligen Anbietertyp zusammenarbeiteten.

Der Großteil der Einkäufer von Marktforschungsdienstleistungen arbeitet regelmäßig mit Full-Service Instituten (62 Prozent) und Anbietern qualitativer Forschung (54 Prozent) zusammen. Nur 12 respektive 15 Prozent der Nachfrager arbeiten selten bis gar nicht mit Full-Service Instituten oder Anbietern qualitativer Methoden.

Mit Data & Analytics Anbietern arbeiten regelmäßig 40 Prozent, mit Technologie-Dienstleistern 37 und mit strategischen Beratungen nur knapp ein Viertel (23 Prozent) der befragten Auftraggeber. 

Die Häufigkeit der Zusammenarbeit mit einem Anbietertyp mag auch bereits eine Folge der Zufriedenheit mit dem jeweiligen Service sein. Es wurden aber auch konkrete Aspekte abgefragt: Der Aspekt, der die größte Zufriedenheit auslöste, war die Durchführung der Forschung; sowohl in 2018 (70 Prozent) als auch in 2019 (74 Prozent). Besonders unzufrieden hingegen sind die Nachfrager in beiden Jahren mit der „Empfehlung von Maßnahmen auf Basis der Forschungsergebnisse“. Aber, die Anbieter werden anscheinend besser: War im Jahr 2018 nur jeder Fünfte Befragte mit den Empfehlungen zufrieden, war es 2019 bereits jeder Vierte (27 Prozent).

Was sind die Buzz-Topics?

Storytelling, CX und UX sowie agile Ansätze und Big Data sind mittlerweile vom Mainstream adoptiert. 

Künstliche Intelligenz, Automation ebenso wie Virtual bzw. Augmented Reality fristen dagegen noch ein Nischendasein. Abgeschlagen – aber mit dem höchsten Level vorhergesagter Adoption – liegt die Blockchain-Technologie. Den Autoren des Reports zufolge sind es vor allem die Themen Automation, KI, Big Data sowie Storytelling und Visualisierung, bei denen es sich lohnt, zukünftig Zeit und Ressourcen zu investieren.

Den vollständigen GRIT-Report finden Sie hier. 

jvdm

Veröffentlicht am: 27.02.2020

 

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