Die Vorwahlumfragen in NRW - Ein knappes Ergebnis sieht anders aus

Wahlforschung

Ein knappes Rennen zwischen CDU und SPD sahen die Vorwahlumfragen in NRW voraus. Letztlich waren es neun Prozentpunkte Differenz. Dennoch schneiden die beteiligten Demoskopen deutlich besser ab als noch in Schleswig-Holstein.

Hendrik Wüst freut sich über Wahlerfolg der CDU in NRW (Bild: picture alliance/dpa | Friso Gentsch)

Mit acht Punkten Vorsprung ist der FC Bayern München am Samstag zum zehnten Mal in Folge deutscher Meister im Fußball geworden. Die Meisterschaft stand bereits einige Spieltage vorher fest. Zu groß war der Abstand zum Rivalen Borussia Dortmund.

Kein knappes Rennen im NRW Wahlkampf

Neun Prozentpunkte betrug der Unterschied zwischen der CDU und der SPD am Wahlsonntag in NRW. Die CDU erreichte 35,7 Prozent, die SPD mit 26,7 Prozent das bislang historisch gesehen schlechteste Ergebnis für die SPD in NRW. Statt eines knappen Zweikampfs an der Spitze, den die Vorwahlumfragen im Vorfeld auswiesen, nicht nur ein knapper Vorsprung. Infratest Dimap sah die CDU im Vorfeld nur zwei Prozentpunkte stärker, YouGov sah zwei Tage vor der Wahl die beiden Kontrahenten gerade mal drei Prozentpunkte auseinander. Den deutlichsten Vorsprung, den die Wahlforscher überhaupt auswiesen, lag bei vier Prozentpunkten (Forsa & Insa).

Vergleich der Vorwahlumfragen in NRW: Forsa, Forschungsgruppe Wahlen und Civey schneiden am besten ab (16.05.2022, Stand: 8:00 Uhr)

Forsa, Forschungsgruppe und Civey mit den besten Vorwahlumfragen

Betrachtet man die quadrierte Abweichungssumme der Vorwahlumfragen der beteiligten Institute, so schneidet diesmal Forsa mit dem NRW-Check am besten ab, dicht gefolgt von der Forschungsgruppe Wahlen und Civey. Dieses Abschneiden ist auch deshalb erstaunlich, da die Feldzeit des NRW-Checks, der von 39 westdeutschen Tageszeitungen gemeinsam finanziert wurde, bereits Ende April, also fast drei Wochen vor der Wahl stattfand. Die stärkste Abweichung hatte Forsa bei der CDU, die 3,7 Prozentpunkte zu niedrig gemessen wurde. Ansonsten waren die Abweichungen bei den anderen Parteien sehr gering, was in der Summe zur besten Vorwahlumfrage in NRW führte. Die Forschungsgruppe sah im Unterschied zu Forsa die SPD höher und schätzte auch die AfD stärker ein. Civey schätzte im Unterschied dazu die Grünen etwas zu schwach ein.

Nicht mit Ruhm bekleckern konnte sich die Vorwahlumfrage von YouGov, die direkt am Freitag vor der Wahl veröffentlicht wurde. Neben der CDU unterschätzte YouGov die Grünen, sah aber die FDP bei 10 Prozent.

Näher dran als noch in Schleswig-Holstein

Im Unterschied zur Wahl in Schleswig-Holstein schneiden die meisten Institute in NRW deutlich besser ab. Die durchschnittliche Abweichungssumme lag in NRW bei 34,55, in Schleswig-Holstein dagegen bei 56,82. So lag z. B. die quadrierte Abweichungssumme der Forschungsgruppe in NRW bei 23,8. Das ist deutlich näher am Wahlausgang dran als die Abweichungssumme von 38,47 in Schleswig-Holstein.

Auch Insa schneidet diesmal wieder deutlich besser ab, die in Schleswig-Holstein vergleichsweise weit vom Wahlausgang entfernt lagen (90,27 in SH statt 28 in NRW).

Hinweis: Die Umfragewerte wurden der Website Wahlrecht.de entnommen. Die Civey-Daten wurden bei Spiegel Online veröffentlicht.

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