Die Kölner überzeugen auch im Corona-Karneval 2021 mit einer gesunden Psyche

Studie von september

Bisher ist Karneval, wie ihn die Kölner kennen, nur aufgrund eines Kriegs ausgefallen. Nun fallen die höchsten Feiertage des Rheinlands corona-bedingt aus, was neu ist und bei vielen für Enttäuschung sorgt. Wie es den Karnevalisten momentan geht und welche kreativen Alternativen sie gefunden haben, hat september untersucht.

Die Karnevalisten trotzen dem corona-bedingten Ausfall und überzeugen mit kreativen Alternativen (Bild: Pexels - Pixabay)

Im Rahmen der rollierenden Corona-Studie 2020/2021 mit mittlerweile über 1.500 quantitativ Befragten und über 130 psychologischen Tiefeninterviews wurden gezielt Karnevalisten aller Generationen von september dazu befragt, wie sie Karneval 2021 erleben. 

Die Kölner und der Corona-Karneval

Carmen Schenkel, Geschäftsführerin von september, fasst die Eindrücke aus den tiefenpsychologischen Interviews zum Karneval zusammen: Nach einem Jahr Corona sind sämtliche Reserven aufgebraucht. Dazu kommt die immer stärker werdende Isolation, die alle Generationen hart trifft, jede auf ihre Art. Was gerade jetzt so wichtig gewesen wäre, um der Apathie zu entkommen, ist der Karneval. Denn was das Rheinland, und vor allem die Kölner schon immer ausgezeichnet hat, ist die Nähe zu sich selbst. Die Kölschen haben mit Karneval ein herrliches Ventil, um sich zu lösen. Von allen Pflichten und Zwängen gelöst, feiert man sich und sein "Inneres Kind" in dieser Zeit ganz bewusst. Und allem voran steht das Gemeinsame, das Miteinander, die haltgebende Tradition in der gesunden Eskalation. Zitate von Befragten lauteten:

Wenn die den Rosenmontagszug vom letzten Jahr zeigen, dann fang ich an zu heulen. Da fahr ich lieber nach Holland – wenn es erlaubt ist.“

und

Im WDR gab es ein Interview mit Peter Brings im Hänneschen Theater. Es gibt einen neuen Song, habe ich mir direkt über Spotify runtergeladen und schon 100-mal gehört.

"Et hät noch immer jot jejange"

Wie immer hätten die Menschen Karneval zur Psychohygienegebraucht - nur dieses Jahr definitiv mehr als sonst. Viele fühlen die Bedrückung und Last, und der Frühling, der Optimismus, lassen noch auf sich warten. Was den Kölnern hilft, ist ihr Pragmatismus: "Et hät noch immer jot jejange". Für alle Lebenslagen steht etwas im kölschen Grundgesetz, für alles gibt es eine besänftigende Botschaft. Denn auch in diesem Jahr "ston mer zesamme" und stehen das gemeinsam durch. Noch besser, man feiert ganz anders, corona-konform und vernünftig, "vielleich e betzje stiller".

Kreative Köpfchen finden einen Weg

Man macht gemeinsam Trauerbewältigung, nicht durch das Festhalten an etwas Unerfüllbarem, sondern durch Neues und kreative, motivierende Aktionen. Denn die Sicht auf das Unerreichbare hilft nicht. Was hilft, ist zusammen dieses Jahr bewusst kreativ anders zu feiern. Die Kölner begegnen der körperlichen Distanzierung mit emotionaler Nähe. Ob der Rosenmontagszug dank Hänneschen Theater als Puppenspiel stattfindet, es ein Kölsches Tausch-Konzert gibt, man statt in der Lanxess Arena im Autokino die Sessions-Hits hört, das alles arbeitet für die Kölner Seele.

/cb

Methodik

Erhebungsmethode Online-Befragung & Tiefenpsychologische Interviews
Befragte Zielgruppe Karnevalisten aller Generationen
Erhebungszeitraum keine Angabe
Stichprobengröße n=1.500 & n=130
Land Deutschland

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