Deutsche vermissen klaren Plan im Kampf gegen Klimawandel

Studie von Ipsos

Hält die Bevölkerung die Maßnahmen der Regierung in Bezug auf den Klimawandel für aussreichend? Und sind die Menschen bereit, persönliche Verhaltensänderungen vorzunehmen, um dem Klimawandel entgegenzusteuern? Die Antworten darauf liefert die Studie "Earth Day 2021" von Ipsos.

Obwohl die meisten Deutschen den Klimaschutz als eine wichtige Zukunftsaufgabe erachten, glauben nur die wenigsten, dass ihre Regierung einen klaren Plan im Kampf gegen die globale Erwärmung verfolgt. Gerade einmal 28 Prozent aller Bundesbürger sind davon überzeugt, dass Deutschlands Regierung konkrete Pläne für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Eindämmung des Klimawandels hat. Mehr als jeder dritte Befragte (37 Prozent) äußert sich diesbezüglich eher skeptisch. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie des Markt- und Meinungsforschungs-unternehmens Ipsos, die anlässlich des Tages der Erde (‘Earth Day‘) durchgeführt wurde.

Gemeinsam gegen die Klimakrise: Jeder Einzelne ist in der Pflicht

Trotz oder gerade wegen der fehlenden Maßnahmen seitens der Politik sehen sich viele Menschen selbst in der Verantwortung. Sieben von zehn Deutschen (69 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass man zukünftige Generationen im Stich lassen würde, wenn Menschen wie sie jetzt nicht gegen den Klimawandel kämpfen. Lediglich jeder zehnte Befragte (11 Prozent) sieht das nicht so. Besonders groß ist das Pflichtbewusstsein der Menschen in lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien (89 Prozent), Chile (88 Prozent) oder Peru (86 Prozent), vergleichsweise gering hingegen in Japan (59 Prozent) und Russland (46 Prozent).

Fast zwei Drittel aller Deutschen (63 Prozent) sind außerdem der Ansicht, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter und Kunden im Stich lassen, wenn sie nicht gegen den Klimawandel vorgehen, nur 14 Prozent widersprechen dieser Auffassung. Eine Mehrheit der Bürger sieht darüber hinaus aber auch die Bundesregierung in der Pflicht: Immerhin 57 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass ihre Regierung die Menschen in Deutschland im Stich lassen würde, wenn sie jetzt nichts zur Bekämpfung des Klimawandels unternimmt.

Konsumverzicht statt Umstellung der Essgewohnheiten

Danach gefragt, welche persönlichen Verhaltensänderungen man vollziehen würde, um selbst einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, nennen die Deutschen am häufigsten den Verzicht auf Konsum. Eine knappe Mehrheit der Befragten (52 Prozent) hält es für wahrscheinlich, dass sie im kommenden Jahr versuchen werden, den Kauf neuer Produkte zu vermeiden, zum Beispiel durch die Reparatur defekter oder den Kauf gebrauchter Produkte. Jeweils etwa die Hälfte der Bevölkerung plant außerdem Verpackungsmüll zu reduzieren (50 Prozent), Energie im Haushalt einzusparen (47 Prozent) und möglichst sparsam mit Wasser umzugehen (43 Prozent).

Deutlich schwerer fällt es den Deutschen jedoch, als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel ihre Ernährung umzustellen. Nicht einmal jeder Dritte (32 Prozent) beabsichtigt, 2021 weniger Milchprodukte zu verzehren oder durch Alternativen wie z. B. Sojamilch zu ersetzen. Weniger als vier von zehn Befragten (39 Prozent) wollen zukünftig weniger Fleisch essen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im weltweiten Durchschnitt aller befragten Länder werden diese beiden Verhaltensänderungen zugunsten des Klimaschutzes am seltensten genannt.

Nur knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist bereit, sich im nächsten Jahr dem Klima zuliebe im Alltag einzuschränken. (Bild: Ipsos)

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Erhebungszeitraum 19. Februar - 05. März 2021
Befragte Zielgruppe Erwachsene zwischen 16 und 74 Jahren
Stichprobengröße n = ca. 21.000 (24-Länder-Studie), n= ca. 21.011 (30-Länder-Studie)
Länder Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn, USA

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