Deutsche sorgen sich um Weltmeere

Studie von YouGov & SINUS-Institut

Heute, am 8. Juni, ist der Welttag des Meeres. An diesem Tag soll auf die am wenigsten geschützten Gebiete der Erde aufmerksam gemacht werden – die Ozeane. Trotz Sorgen um Corona, bedrückt die Mehrheit der Deutschen momentan auch der Zustand der Weltmeere.

Die Verschmutzung der Meere bereitet den Deutschen Sorgen (Bild: Artem Beliaikin - Pexels)

YouGov hat in Kooperation mit dem SINUS-Institut den Welttag des Meeres am 8. Juni zum Anlass genommen, um eine Umfrage zum Thema "Zustand der Weltmeere" zu machen. Befragt wurden 2.063 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren. Die Umfrage zeigt, dass sich knapp 80 Prozent der Befragten Sorgen um den Zustand der Meere machen. Dabei nehmen die Sorgen mit steigendem Alter zu: Bei den 18- bis 24-jährigen machen sich knapp 70 Prozent Sorgen, bei den 55- bis 69-Jährigen sind es schon fast 85 Prozent.

Auszug aus den Pressegrafiken zum Welttag des Meeres (Quelle: YouGov, SINUS-Institut)

Jeder Zweite sieht schwarz für die Zukunft

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gehen davon aus, dass sich der Zustand der Weltmeere in den nächsten zehn Jahren weiterhin verschlechtern wird. Gerade mal 12 Prozent sind der Meinung, dass sich in dem Zeitraum etwas verbessern wird. Trotz der vorherrschenden Corona-Krise ist der schlechte Zustand der Ozeane für 73 Prozent genauso wichtig, wie vor der Pandemie, für zehn Prozent ist das Thema sogar noch wichtiger geworden.

Klimawandel, Plastik im Meer und Zerstörung von Wasserlebensräumen als Hauptproblematiken

Bei der Frage nach den größten drei Umweltproblemen sind sich viele einig: An erster Stelle geben knapp 80 Prozent der Befragten den Plastik im Ozean als Hauptproblem an. Darauf folgt mit 38 Prozent die Sorge um den Klimawandel und der damit verbundene Anstieg der Wassertemperatur und des Meeresspiegels. Mit 31 Prozent steht die Sorge um die Zerstörung der Korallenriffe und anderen Lebensräumen im Meer an dritter Stelle.

Mehrheit möchte das eigene Konsumverhalten ändern, um Plastikmüll zu reduzieren

Die Sorge um die Weltmeere spiegelt sich auch im Konsumverhalten und den Ambitionen dieses zugunsten der Plastikreduzierung zu ändern: 80 Prozent der Deutschen möchten ihr Konsumverhalten verändern. Laut Philipp Schneider, Head of Marketing bei YouGov besteht das Hauptproblem bei der Konsumveränderung darin, dass die Verhaltensänderung ohne Unterstützung entsprechender Angebote schwerfallen. Er rät Unternehmen, die Bedürfnisse der Verbraucher in diesem Kontext genau zu erfassen und diese mit entsprechenden Alternativen und passenden Angeboten an sich zu binden und somit zeitgleich zum Schutz der Weltmeere beitragen.

Bereitschaft zur Verhaltensänderung hängt mit sozialem Milieu zusammen

Spaltet man die Ergebnisse nach dem Gesellschaftsmodell der Sinus-Milieus® auf, zeigt sich, dass die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu ändern in der Bevölkerung stark variiert, jedoch auf einem hohen Niveau von 72 Prozent. "Das Problembewusstsein ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bei hochgebildeten, postmateriell orientierten Menschen stark ausgeprägt", so Manfred Tautscher, Geschäftsführer des SINUS-Instituts. Besonders hoch ist der Anteil im Milieu der Sozialökologischen (88 Prozent) und auch im Milieu der Expeditiven mit 83 Prozent. Bei letztem handelt es sich um die Menschen, die stark individualistisch geprägt sind und sich als urbane, kreative und kulturelle Avantgarde sieht. Ebenfalls hohe Absichten hat das Milieu der Adaptiv-Pragmatischen mit ebenfalls 83 Prozent, die man auch "moderne junge Mitte der Zukunft" beschreiben könnte.

Zersetzungsdauer des Mülls wird falsch eingeschätzt

163 Jahre – das ist die durchschnittliche Schätzung der Deutschen, was die vollständige Zersetzung einer Plastikflasche betrifft. Die Realität sieht anders aus – und zwar fast dreimal so lange, nämlich dauert das ganze 450 Jahre, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) 2018 in einer Studie veröffentlichte.

cb

Methodik

Erhebungsmethode standardisierte Online-Interviews
Stichprobengröße 2.063 Personen zwischen 19 und 69 Jahren
Land Deutschland
Erhebungszeitraum 5. - 11. Mai 2020
Veröffentlicht am: 08.06.2020

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Drei Namenswechsel in einer Woche

An was denken Sie bei Yagora, Alida und InMoment?

25.09.2020 - Drei Unternehmen haben sich in dieser Woche umbenannt: Vision Critical, Maritz CX und gps dataservice. Was hinter den neuen Namen steckt, erklären wir in diesem Beitrag. weiterlesen

 
Lösungsansatz in der Reichweiten- und Werbemessung

Der "Heilige Gral" für Vermarkter: Tech-Giganten und Werbende einigen sich auf einheitliche Cross-Media-Messung

Heiliger Gral (Bild: oti_ito88 - pixabay) | marktforschung.de

22.09.2020 - Internationale Werbeverbände, Tech-Konzerne und einige der weltweit größten Werbetreibenden haben sich auf einen gemeinsamen Lösungsansatz in der Reichweiten- und Werbemessung verständigt. Damit ist ein Grundstein für eine neue Zeitrechnung der geräteübergreifenden... weiterlesen

 
Übernahme von Freyer Marktforschung

quotapoint market research mit neuem Standort in Berlin

21.09.2020 - Mit einem dritten Standort will quotapoint market research sein Netzwerk ausbauen und flächendeckende Angebotsmöglichkeiten schaffen. Außerdem soll durch die Übernahme ein spezifischer Branchenschwerpunkt verstärkt und der Proband*innen-Pool vergrößert werden. weiterlesen

 
Personalie im Schöttmer-Institut

Andrea Meixner wird festes Teammitglied

21.09.2020 - Die Schöttmer-Institut GmbH in Hamburg verstärkt das Team ab dem 1. September 2020 mit Andrea Meixner als Senior Research Specialist. weiterlesen

 
Kommunalwahl NRW 2020

Eine Umfrage, die ein Momentum suggeriert – Was ist passiert in Köln?

21.09.2020 - Fast 16 Prozentpunkte soll die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf den letzten Metern des Wahlkampfs verloren haben. Zwei Wochen vor der Wahl lag sie lt. einer Vorwahl-Umfrage noch bei 61 Prozent, am Wahltag erreichte sie gerade mal 45,05 Prozent und muss nun... weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin