Deutsche setzen bisher nicht auf Smart Home

infas

Bereits Ende der 90er Jahre wurde das Thema Smart Home diskutiert, doch der Weg dorthin scheint weit zu sein. infas hat die Bevölkerung nach ihrer Meinung zu Angeboten diesbezüglich gefragt und teilweise ernüchternde Antworten erhalten.

Deutsche setzen bisher nicht auf Smart Home. (Bild: tereez - fotolia.com)
Deutsche setzen bisher nicht auf Smart Home. (Bild: tereez - fotolia.com)

Trotz einiger werblicher Anstrengungen in jüngster Vergangenheit können 43 Prozent der Bevölkerung nichts mit dem Begriff Smart Home anfangen, 35 Prozent haben zwar schon davon gehört, wissen nach eigenen Angaben aber nicht, was sich dahinter verbirgt. Lediglich jedem fünften Bundesbürger (22 Prozent) ist Smart Home bekannt. Die männliche und die jüngere Bevölkerung und Personen mit hohem Bildungsniveau sind häufiger informiert als der Schnitt. Mit der Umsetzung von Smart Home steht Deutschland aktuell noch völlig am Anfang: Ein Prozent der Befragten gibt an, die technische Möglichkeit bereits überwiegend zu Hause zu nutzen. Weitere sechs Prozent haben wenigstens einige Aspekte von Smart Home privat umgesetzt. 93 Prozent haben im Haushalt keinerlei Technik, die unter diesem Begriff subsumiert wird.

Smart Home als Alarmanlage 2.0

Geht es nach den Anbietern von Smart-Home-Lösungen, wird jeder bald Licht, Luft und Sicherheit zu Hause von der Ferne per Smartphone regeln. Sensoren werden automatisch erkennen, wer sich wo in der Wohnung aufhält und die Umgebung anpassen. Smart Home wird das Licht und die Rollläden automatisch steuern oder die Kaffeemaschine morgens rechtzeitig starten. Alles ist untereinander vernetzt und ein Smart Meter statt Stromzähler sorgt dafür, dass Stromangebote optimal genutzt werden.

Die Bevölkerung wünscht es bodenständiger. Gerade einmal 19 Prozent können sich für die Option begeistern, dass sie unterwegs auf dem Handy angezeigt bekommen, welche Lebensmittel im Kühlschrank sind. Jeder Vierte (24 Prozent) fände es gut, alle technischen Geräte in der Wohnung oder im Haus über eine App steuern zu können.
Eine generationsübergreifend zustimmende Mehrheit ist aktuell jedoch bei den schon genannten Sicherheitsaspekten zu verzeichnen: So würden 70 Prozent der Befragten eine Warnung begrüßen, wenn in ihrer Abwesenheit Fenster oder Türen unberechtigt geöffnet werden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) kann sich für Smart Home erwärmen, wenn es die Sicherheit im Zuhause erhöht – wünscht also die klassische Alarmanlagenfunktion. Sogar die gegenüber dem smarten Zuhause eher skeptischen Senioren zählen mit mehr als 60 Prozent zu den Befürwortern.
Fast jeder Zweite (48 Prozent) fände es attraktiv, seine Heizung von unterwegs steuern zu können, um Heizkosten zu sparen, wenn er auswärts ist. Besonders ältere Personen sehen hier einen Nutzen.

Eine generelle Technikskepsis der Bevölkerung kann aus der infas-Befragung nicht abgeleitet werden: Von jenen, die aktuell oder in den kommenden zwei Jahren ein Haus oder eine neue Wohnung suchen, sind zwar nur fünf Prozent ganz sicher, dort Smart-Home-Elemente einzubauen. Weitere 30 Prozent halten es jedoch für wahrscheinlich. Etwa 40 Prozent bezweifeln und nur 24 Prozent schließen den Einbau dieser Technik vollständig aus. Dabei sind jene, die sich Smart Home für ihr künftiges Zuhause vorstellen können, auch investitionsbereit. 27 Prozent würden sicher Geld dafür in die Hand zu nehmen. 62 Prozent machen das von der konkreten Situation abhängig und lediglich 12 Prozent schließen aus, in die neue Technik zu investieren.

Zur Studie:
Die Daten wurden im Rahmen einer repräsentativen Telefonbefragung mit 1.571 Bundesbürgern ab 18 Jahren im Frühjahr 2015 im Dual Frame (kombinierte Festnetz- und Mobilfunkstichprobe) von infas erhoben.

dr

Veröffentlicht am: 16.11.2015

 

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