Deutsche reisefreudig wie nie zuvor

Nürnberg - Die Urlaubsnachfrage in Deutschland weckt  für die Sommersaison 2011 hohe Erwartungen. Der Umsatz legt im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zu. Die Gründe sind vor allem höhere Urlaubsbudgets aber auch gestiegene Reisekosten. Dies geht aus einer Auswertung der GfK Retail and Technology hervor, für die die Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden, analysiert wurden. Die Auswertungen beziehen sich auf Reisebuchungen bis Ende Januar und stellen für die Sommersaison 2011 Momentaufnahmen dar. Für den Vergleich von Online- und Offline-Buchungsverhalten wurden die Monate Januar und Februar 2011 herangezogen.

Der Konsumoptimismus der Deutschen wirkt sich offenbar günstig auf ihre Reiselust aus. Insgesamt 8,6 Prozent mehr Reisebuchungen und durchschnittlich 4,6 Prozent höhere Ausgaben dokumentieren eine derzeit bemerkenswert gute Nachfrage im Reisemarkt. Insgesamt steigt der Umsatz der Reisebüros in Deutschland für die kommende Sommersaison bis Ende Januar 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent.

Bei den höheren Ausgaben der deutschen Urlauber, die über das Reisebüro buchen, spielen gestiegene Kosten, zum Beispiel durch die neue Flugsteuer, eine Rolle. Allerdings zeigen sich die Deutschen auch großzügiger. Die Umsätze von Reisebuchungen in höheren Preisklassen nehmen zu, in niedrigeren Preisklassen unter 1.000 Euro sind sie rückläufig. Dies lässt auf gestiegene Urlaubsbudgets in diesem Jahr schließen. Vor allem Alleinreisende und Paare lassen sich ihren Sommerurlaub 2011 mehr kosten. Bei einer praktisch unveränderten Reisedauer von knapp 11 Nächten im Schnitt geben sie 6,7 Prozent mehr für ihre Reise aus. Der durchschnittlich gezahlte Preis pro Person steigt damit auf 954 Euro. Die Mehrausgaben von Familien fallen mit einem Anstieg von 2,6 Prozent hingegen vergleichsweise moderat aus.

Reiseziel Ägypten erholt sich

An die spanischen Küsten zieht es im kommenden Sommer noch mehr deutsche Urlauber als im Jahr 2010. Die über die Reisebüros gebuchten Urlaubsumsätze für Spanien liegen 22,6 Prozent über dem Vorjahr. Ähnlich wachstumsstark zeigt sich die Türkei für den Sommer 2011. Aber auch die Nachfrage nach Urlauben in Italien, Bulgarien und Kroatien steigt im zweistelligen Bereich an. Für Aufenthalte in Deutschland, die oft auch ohne die Unterstützung vom Reisebüro selbst organisiert werden, steigen die Umsätze um beachtliche 45 Prozent.

In erster Linie profitieren von den Unruhen in Nordafrika die oben genannten Mittelmeerländer. Jedoch ziehen die Buchungen insbesondere für Ägypten zwischenzeitlich wieder an. Seit Ende Februar sind deutliche Erholungstendenzen zu sehen. Der Anstieg zeigt sich dabei im Online-Reisevertrieb noch ausgeprägter als in den Reisebüros.

Günstigere Reisen im Internet beliebt

Mit Beginn des neuen Jahres hat GfK Retail and Technology in ihr touristisches Handelspanel Buchungen über Internet-Reiseportale integriert. Dabei widerlegen erste Vergleiche zwischen Online- und Offline-Buchungsverhalten gängige Vorurteile. Familienurlaube beispielsweise werden nicht überwiegend im Reisebüro gebucht - der Onlineanteil liegt genauso hoch. Reiseportale im Internet sind zwar im Last-Minute-Segment stark. Doch selbst bei den zwei bis sechs Monate im Voraus gebuchten Urlauben weisen sie einen ähnlich hohen Anteil wie klassische Reisebüros auf.

Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Preis, der für eine Reise ausgegeben wird. Im Reisebüro buchen die Deutschen deutlich häufiger kosten- oder beratungsintensive Reisen. Der Anteil von Urlauben mit einem Preis von mehr als 1.000 Euro liegt im Reisebüro bei 53 Prozent, im Internet hingegeben bei 30 Prozent. Bei günstigeren Reise kehrt sich das Verhältnis um. Kosten sie weniger als 750 Euro, führen mit 47 Prozent Online-Reiseportale vor den klassischen Reisebüros mit 26 Prozent. Ein weiteres Indiz dafür, dass übers Internet gerne günstig gebucht wird, ist der Anteil von Hotelbuchungen in der 3-Sterne-Kategorie. Fast jeder Fünfte entscheidet sich online für ein 3-Sterne-Hotel, im Reisebüro lediglich jeder Zehnte.

Quelle: GfK

Veröffentlicht am: 10.03.2011

 

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