Deutsche besorgt: Wer kann sich eine gute Gesundheitsversorgung leisten?

Ipsos-Studie

Wie steht es um die Gesundheitsversorgung in Deutschland und anderen Staaten? Dieser Frage geht Ipsos in einer aktuellen Studie nach. Die Deutschen sind überwiegend pessimistisch.

Wie steht es um die Gesundheitsversorgung in Deutschland? © rawpixel - pixabay
Wie steht es um die Gesundheitsversorgung in Deutschland? © rawpixel - pixabay

 

In Deutschland sind vier von zehn Befragten (40 Prozent) der Meinung, dass sich viele Menschen in ihrem Land keine gute Gesundheitsversorgung leisten können. Jeder vierte (27 Prozent) sieht das nicht so und jeder dritte (33 Prozent) ist in diesem Punkt unentschieden. Weltweit schließen sich laut Ipsos sechs von zehn (58 Prozent) Befragten dieser Aussage bezüglich der Gesundheitsversorgung an. Die höchsten Zustimmungswerte gibt es erwartungsgemäß in den weniger entwickelten Ländern, mit Ausnahme der USA, wo drei Viertel (75 Prozent) der Bevölkerung der Meinung sind, viele ihrer Mitbürger seien bei der Gesundheitsversorgung benachteiligt. In Schweden, Kanada, Großbritannien und Süd-Korea erfährt diese Aussage mehr Ablehnung als Zustimmung.

Mehrheit zufrieden mit medizinischer Versorgung

Wenn es um die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung geht, schneidet Deutschland allerdings im weltweiten Vergleich am besten ab. Zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass sie die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen. Nur 11 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Ganz anders sieht es in Russland, Peru, Polen und Chile aus, wo jeweils mehr als vier von zehn Befragten angeben, sie erhielten nicht die notwendige Versorgung.
Bei der Beurteilung der Gesundheitsversorgung liegt Deutschland ebenfalls im Ländervergleich weit oben. Gut jeder zweite Deutsche (56 Prozent) bezeichnet die Qualität der Gesundheitsversorgung für sich und seine Familie als hervorragend, nur 12 Prozent stimmen dem ausdrücklich nicht zu und jeder dritte (32 Prozent) kann sich dazu nicht eindeutig äußern. Die Länder, die sich noch positiver über diesen Punkt äußern sind Belgien (64 Prozent Zustimmung), Indien, die USA (je 61 Prozent), Malaysia und Australien (je 60 Prozent). Demgegenüber stimmen die Befragten in Russland, Polen und Peru die Aussage, die gesundheitliche Versorgungsqualität in ihrem Land sei ausgezeichnet, mehrheitlich nicht zu.

Abstriche bei den Gesundheitskosten

Eine exzellente Versorgung hilft nur dann der Bevölkerung wirklich, wenn sie auch zu vernünftigen Kosten erhältlich ist. Bei dieser Frage liegt Schweden ganz vorn. Sechs von zehn Schweden (62 Prozent) bezeichnen die Kosten der Gesundheitsversorgung in ihrem Land als angemessen. Mehrheitlich stimmen auch die Befragten in Großbritannien, Malaysia, Indien (je 56 Prozent), sowie in Saudi-Arabien (55 Prozent), Kanada (54 Prozent) und China (51 Prozent) dieser Aussage zu. In Deutschland sind nur vier von zehn Befragten (43 Prozent) von der Angemessenheit der Kosten im Gesundheitsbereich überzeugt, fast jeder vierte (23 Prozent) findet die Kosten ausdrücklich nicht angemessen, jeder Dritte (34 Prozent) ist in diesem Punkt unentschieden. Die wahren Gewinner zeigen sich, wenn man die empfundene gute Qualität der Gesundheitsversorgung mit der Meinung über deren Kosten koppelt. Länder, in denen mehrheitlich die Qualität als ausgezeichnet und die Kosten als angemessen empfunden werden sind Schweden, Großbritannien, Indien, Malaysia und Saudi-Arabien. 

Zur Studie: Die Ergebnisse stammen aus zwei Umfragen, die über das Ipsos Online Panel System durchgeführt wurden. Die erste Befragung vom 20. April bis zum 4. Mai 2018 unter 20.767 Personen in 27 Ländern durchgeführt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Serbien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei, Ungarn, USA. Die zweite Befragung wurde vom 25. Mai bis zum 8. Juni unter 23.249 Personen in 28 Ländern durchgeführt. Die Länder waren die gleichen wie bei der ersten Befragung, plus Kolumbien. Alle Befragten waren zwischen 16 und 64 Jahren alt, in Kanada und den USA 18-64.

Veröffentlicht am: 01.08.2018

 

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