Deutlich bergab bei WPP und Kantar

Halbjahreszahlen von WPP

Die Coronakrise trifft auch den internationalen Werbekonzern WPP hart. Die Umsätze gehen deutlich zurück - auch bei der nur noch teilweise zugehörigen Marktforschungstochter Kantar.

Wenig überraschend: Es ging deutlich bergab im HY1 bei WPP & Kantar (Robert Allmann, Pixabay)

von Jörg Stroisch

5,583 Milliarden britische Pfund ist der Umsatz von WPP für das erste Halbjahr 2020. Das sind 12,3 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum (6,368 Milliarden britische Pfund). Mark Read, Chief Executive Officer bei WPP, sieht hierfür natürlich auch den Lockdown aufgrund der Coronapandemie verantwortlich: „Nach zwei Monaten, in denen der strategische Fortschritt messbar außerhalb von China war, zeigte das zweite Quartal einen unvermeidlichen Niedergang. Unter der Annahme, dass es keine zweite Welle gibt mit weiteren Haupt-Lockdowns, war das zweite Quartal das schwächste des Jahres.“ So beschrieb es das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung.

Schon bei den Vorstellungen der Quartalszahlen sprach das Unternehmen von einer „hochgradig unsicheren“ Zukunft - marktforschung.de berichtete.

Kantar bricht ebenfalls deutlich ein

60 Prozent des Marktforschungsunternehmens Kantar sind in den Händen von Bain Capital; somit fließen die Zahlen des Unternehmens nur noch wenig in die Gesamtbilanz von WPP ein, sind hier auch nicht mehr richtig aufgeschlüsselt. Kantar bietet aber eine eigene Investorenpräsentation an.

Demnach sank der Umsatz auf Basis konstanter Währungen von Kantar um 223 Millionen US-Dollar und somit um 12 Prozent auf nun 1,667 Millionen US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 1,891 Millionen US-Dollar). Der normal ausgewiesene Umsatz ging noch stärker auf 1,617 Millionen US-Dollar zurück.

Der Rückgang sei vor allem im Bereich Kundenforschung, Consulting und „Public Insights“ zu verzeichnen gewesen. In der Kundenforschung betrug der Rückgang 18 Prozent, so das Unternehmen, weil Kunden von Kantar ihre Ausgaben etwa im Bereich der Produktinnovationen oder des Tests neuer Werbekampagnen reduzierten. Der Consulting Bereich gab um 15 Prozent nach und der öffentliche Sektor um 23 Prozent, auch hier, weil die Kunden weniger für solche Forschung ausgaben - und auch, weil Face-2-Face-Erhebungen nur noch eingeschränkt möglich waren. Der Grund dafür ist natürlich COVID-19.

Interessant ist, dass zwei Bereiche auch im Umsatz stiegen: Der Gesundheitsbereich um 6 Prozent und das Worldpanel um 2 Prozent. Kantar werde die weitere Entwicklung und damit einhergehende notwendige Korrekturen quartalsweise beobachten und angeben, so das Unternehmen.

WPP lässt auch in Deutschland nach

Ein Blick in die Investorenpräsentation von WPP zeigt auch: Auch der deutsche Markt geht zurück, wenn auch nicht so stark wie der Unternehmensdurchschnitt. Demnach erwirtschafteten die etwa 7.000 Mitarbeiter in Deutschland beim Umsatz abzüglich der durchlaufenden Kosten 7,2 Prozent weniger als noch im Vorjahreshalbjahr. Was die Aktionäre von WPP dennoch erfreuen dürfte: Trotz der Krise will man an einer Dividende von 10 Pence je Aktie festhalten.

Und das dürfte auch ein Grund gewesen sein, warum der Aktienkurs nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich um 7,15 Prozent (+ 44 britische Pences) auf nunmehr 6,66 britische Pfund stieg. Das kann natürlich dennoch nicht den coronabedingten Absturz im Februar/März diesen Jahres ausgleichen. Auf ein Jahr betrachtet liegt der Wert der Aktie immer noch etwa 28 Prozent im Minus - zum Vergleich: Vor der Krise lag der Kurs auch schon mal über 11 britischen Pfund. Die Aktie ist in London gelistet.

/hg

Veröffentlicht am: 28.08.2020

 

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