Der Weihnachtsmann kauft online ein

Nürnberg – Bücher, Kleidung und Spielwaren sind die Renner unter den Weihnachtsgeschenken. Rund 92 Prozent der Deutschen planen, für durchschnittlich 241 Euro Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Dies entspricht knapp dem Niveau des Vorjahres. Laut einer aktuellen Studie der GfK kann der Handel mit einem Umsatzvolumen von 13,7 Milliarden Euro für Weihnachtsgeschenke rechnen. Deutlich häufiger als noch im vergangenen Jahr wollen die Bundesbürger im Internet bestellen.

Der Gabentisch wird auch dieses Jahr reichlich gedeckt sein. Mit durchschnittlich 241 Euro liegt das Budget für Weihnachtsgeschenke nur 4 Euro unter dem des Vorjahres. Hieraus resultiert ein Umsatzvolumen von 13,7 Milliarden Euro für den Handel, was einem Minus von 2 Prozent entspricht. Dies wird teilweise kompensiert durch eine Zunahme bei den Bargeldgeschenken. Rund 2,1 Milliarden Euro – und damit 4 Prozent mehr als im letzten Jahr – werden als Schein oder Überweisung bei den Beschenkten ankommen. Ein Großteil dieser Summe dürfte in den Tagen nach dem Fest in die Kassen der Händler fließen.

Das Weihnachtsbudget zeigt erwartungsgemäß deutliche Unterschiede je nach Alter und Einkommen. Während junge Menschen zwischen 14 und
24 Jahren durchschnittlich 121 Euro für Geschenke einplanen, steigt die Summe mit zunehmendem Alter bis auf 303 Euro bei den 55- bis 64-Jährigen. Speziell diese Altersgruppe will im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten sparen und durchschnittlich 30 Euro weniger ausgeben. Menschen mit einem Haushaltseinkommen unter 1.500 Euro beabsichtigen, im Schnitt 155 Euro in Geschenke zu investieren und damit sogar 9 Euro mehr als im letzten Jahr. Bei den Einkommensklassen über 3.500 Euro sinkt das geplante Budget hingegen von 366 auf 344 Euro. Unterschiede zeigen sich auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Während in den alten Bundesländern im Schnitt 247 Euro ausgegeben werden sollen, liegt der Betrag in den neuen Bundesländern bei 219 Euro.

Bücher, Kleidung und Spielwaren sind beliebteste Geschenke

Auch in diesem Jahr werden Christkind und Weihnachtsmann am häufigsten Bücher verteilen. Rund 37 Prozent der Deutschen möchten zum Fest Lesestoff verschenken. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr. Durchschnittlich werden sie dafür 37 Euro und damit 1 Euro weniger ausgeben. Laut Berechnungen der GfK entspricht dies einem Umsatzvolumen von 954 Millionen Euro. Bücher zu verschenken ist bei allen Altersklassen gleich beliebt, Frauen greifen allerdings häufiger zu als Männer.

Den zweiten Rang der am häufigsten gekauften Geschenke belegen Kleidung und Accessoires. Bei etwas mehr als einem Drittel (35 Prozent) der Deutschen stehen sie auf der Einkaufsliste. Der Handel kann hier mit einem Volumen von rund 1,64 Milliarden Euro rechnen. Das sind etwa 10 Millionen Euro weniger als im letzen Jahr, da im Durchschnitt 69 Euro für Kleidung und Accessoires eingeplant werden. Im vergangenen Jahr waren es 77 Euro. Je höher das Einkommen, umso häufiger sollen Bekleidung und Accessoires unter dem Weihnachtsbaum liegen. Auch das Geschlecht hat einen deutlichen Einfluss: Während 40 Prozent der Frauen Modeartikel kaufen, greifen bei den Männern nur 27 Prozent zu.

Auf dem dritten Platz liegen knapp dahinter die Spielwaren, die von 34 Prozent der Deutschen verschenkt werden. Die 25- bis 34-Jährigen sind hier die größte Käufergruppe; mehr als die Hälfte dieser Gruppe wird zu Weihnachten Spielzeug unter den Baum legen. Die durchschnittlichen Ausgaben belaufen sich dabei auf 74 Euro nach 70 Euro im vergangenen Jahr. Das bedeutet ein Umsatzpotenzial von rund 1,76 Milliarden Euro. Die Händler können daher mit einem Zuwachs von rund 20 Millionen Euro im Vergleich zum letzten Jahr rechnen.

Auch Lebensmittel und Getränke werden gerne verschenkt und schaffen es auf den vierten Platz. Wie im vergangenen Jahr plant etwas mehr als ein Viertel der Bevölkerung Käufe für durchschnittlich 35 Euro. Dies entspricht einem Umsatz von rund 631 Millionen Euro. Vom Präsentkorb über Weine bis hin zu Süßwaren − vor allem jüngere Menschen wählen solche Geschenke. Bei diesem Präsent zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: Während in den westlichen Bundesländern 23 Prozent der Menschen Lebensmittel und Getränke verschenken möchten, sind es in den östlichen Bundesländern rund 37 Prozent.

Jüngere verschenken gerne Gutscheine, Ältere eher Bargeld

Rund 23 Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr auf Nummer sicher gehen und dem Beschenkten mit Gutscheinen die Auswahl des Geschenks selbst überlassen. Durchschnittlich sind hierfür 88 Euro vorgesehen und damit deutlich mehr als die im letzten Jahr geplanten 71 Euro. In Summe kann der Handel mit einem Gutscheinvolumen von knapp 1,4 Milliarden Euro rechnen. Während bei den 14- bis 24-Jährigen rund 26 Prozent Gutscheingeschenke planen, liegt der Anteil bei den 55- bis 65-Jährigen nur noch bei 20 Prozent. Besonders beliebt sind bei den Gutscheinen die Bereiche Bekleidung, Consumer Electronics sowie Abos und Tickets.

Den nächsten Rang der beliebtesten Geschenke belegen Kosmetikartikel und Parfüm. Insgesamt 22 Prozent der Deutschen planen derartige Präsente. Im Schnitt für 44 Euro, je jünger umso häufiger. Da mehr Deutsche als im vergangenen Jahr Kosmetik und Parfüm verschenken möchten, steigt das Umsatzpotenzial für den Handel von 620 auf 664 Millionen Euro.

Auf Platz sieben der Geschenkhitliste landet Bargeld. Knapp 18 Prozent der Deutschen wollen ihre Lieben mit Geldgeschenken bedenken und damit 2 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr. Hier zeigt sich eine sehr deutliche Altersstaffelung. Während 14- bis 24-Jährige nur zu 5 Prozent derartige Geschenke planen, nimmt der Anteil mit steigendem Alter kontinuierlich zu. In der Altersklasse 55 bis 64 Jahre will ein Drittel Geld verschenken. Kaum Unterschiede gibt es hingegen zwischen den Geschlechtern. Im Schnitt sind Bargeldgeschenke in Höhe von 171 Euro vorgesehen.

CDs und DVDs büßen im Vergleich zum letzten Jahr einen Platz ein und schaffen es nur noch auf Rang acht. Insgesamt 17 Prozent der Bevölkerung wollen sie verschenken, durchschnittlich für 35 Euro und damit in identischer Höhe wie letztes Jahr. Beliebt sind sie vor allem bei jüngeren Menschen. Da insgesamt weniger Personen in diesem Bereich zugreifen wollen, sinkt der erwartete Umsatz von 430 auf 423 Millionen Euro.

Platz neun der beliebtesten Präsente belegen Abos und Veranstaltungstickets, die wie im letzten Jahr 13 Prozent der Deutschen unter den Weihnachtsbaum legen möchten. Im Schnitt werden 76 Euro investiert. Dies ist etwas weniger als im Vorjahr, so dass insgesamt 660 Millionen Euro im Vergleich zu 700 Millionen Euro zu erwarten sind.

Den zehnten Rang belegt wie auch im Vorjahr das Segment Uhren und Schmuck. Mit 12 Prozent der Verbraucher möchten hier etwas mehr als im letzten Jahr zugreifen. Dadurch legt das Umsatzpotenzial deutlich von 640 auf 750 Millionen Euro zu. Im Durchschnitt sind 88 Euro an Ausgaben geplant. Vor allem junge Menschen empfinden Schmuck und Uhren als passendes Weihnachtsgeschenk.

Online-Shopping nimmt deutlich zu

Während sich bei den Rennern unterm Weihnachtsbaum im Vergleich zum letzten Jahr wenig verändert hat, zeigen sich beim Einkaufsverhalten deutliche Unterschiede. Geschenke im Internet zu bestellen, gewinnt immer mehr an Beliebtheit. In nahezu allen Produktbereichen steigt die Zahl der Personen, die neben dem stationären Handel auch online einkaufen wollen. Spitzenreiter beim Interneteinkauf sind Abos und Veranstaltungstickets. Insgesamt 48 Prozent der Befragten wollen in diesem Bereich unter anderem auch im Internet einkaufen. Im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei 41 Prozent. Beliebte Artikel für den Onlinekauf sind auch CDs und DVDs, die 46 Prozent im Netz shoppen wollen. Im Vorjahr waren es noch 38 Prozent. Es folgen Spiele für Konsolen und PCs mit ebenfalls 46 Prozent und einem enormem Zuwachs um 14 Prozentpunkte. Auch bei Büchern legt der E-Commerce-Anteil von 34 auf 41 Prozent deutlich zu. Computer und Notebooks wollen in diesem Jahr rund 39 Prozent auch online kaufen. Im letzten Jahr lag der Wert noch bei 27 Prozent. Bei Software steigt der Anteil von 32 auf 38 Prozent. Ebenfalls 38 Prozent erreicht die Unterhaltungselektronik und steigt somit deutlich um 12 Prozentpunkte an. Die weiteren Plätze in den E-Commerce Top 10 belegen Spielwaren (35 Prozent, plus 9 Prozentpunkte), Spielekonsolen (34 Prozent, plus 7 Prozentpunkte) sowie Handys und Smartphones (32 Prozent, wie im Vorjahr).

Wenig beliebt ist das Internet hingegen für den Kauf von Lebensmitteln und Getränken, die unverändert nur 5 Prozent der Befragten auch im Internet besorgen wollen. Gutscheine erreichen einen Online-Anteil von 15 Prozent und somit 3 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Kosmetik und Parfüm landen mit 16 Prozent auf dem drittletzten Platz, können ihren Online-Anteil aber um 5 Prozentpunkte verbessern.

Zur Studie: Die Studie "Weihnachtsgeschenke 2011" basiert auf einer repräsentativen Befragung von 3.558 Personen im Alter von 14 bis 65 Jahren im Individualpanel der GfK. Die Umfrage wurde vom 26. Oktober bis 6. November 2011 durchgeführt.

GfK

Veröffentlicht am: 02.12.2011

 

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