Wahrnehmung von Russinnen und Russen zum Krieg in der Ukraine

moweb Studie

Aus aktuellem Anlass hat moweb research in Zusammenarbeit mit pollytix strategic research eine Studie unter 1.500 russischen Bürgern durchgeführt. Zwischen dem dritten und neunten März 2022 wurden diese unter anderem nach ihrer Meinung zu verschiedenen Ländern und nach der Schuld für die Eskalation im Ukraine-Konflikt gefragt. Das Ergebnis: Fast 50 Prozenzt der Befragten sind für den militärischen Eingriff.

Vertrauen

81 Prozent der Befragten gaben an, dem russischen Militär sehr oder eher zu vertrauen. Dem Präsidenten Putin sprachen 71 Prozent das Vertrauen aus. Den russischen Medien und dem russischen Parlament vertrauen laut der Umfrage jeweils 51 Prozent. Insgesamt mit 74 Prozent haben Frauen häufiger Vertrauen zum Präsidenten, als Männer (66 Prozent). Mit steigendem Alter steigt auch der Anteil derer, die Putin ihr Vertrauen aussprechen. So sind es in der Altersklasse von 18 bis 39 Jahren 65 Prozent, während es in der Altersklasse 40 bis 59 Jahren 71 Prozent und bei den über 60-Jährigen 77 Prozent sind.

Eskalation des Konflikts

Die Schuld für die Eskalation des Ukraine-Konflikts sieht mit 46 Prozent fast die Hälfte bei den USA. Elf Prozent sehen die Schuld bei Russland. 

48 Prozent der Befragten antworteten, dass sie sehr oder eher stark für ein militärisches Eingreifen vonseiten Russlands sind. Besonders häufig dafür die sind über 60-Jährigen (62 Prozent).  Bei den jüngsten Befragten teilen sich die Meinungen fast in Drittel. So sind die 18 bis 39-Jährigen zu 36 Prozent gegen das aktuelle militärische Eingreifen. So viele Eingriffs-Kritiker findet man in keiner anderen Gruppe. Trotzdem sind 37 Prozent für militärisches Eingreifen. Somit haben 27 Prozent in dieser Altersgruppe mit „weiß nicht“ oder “keine Angabe“ geantwortet.

54 Prozent sind der Meinung, Russland greife die Ukraine an, um die russische Minderheit zu schützen, 49 Prozent stimmen der Aussage zu, Russland greife die Ukraine an, um diese zu entnazifizieren.

Sanktionen und die "Krim-Frage"

Nur 16 Prozent der Befragten halten die aktuellen Sanktionen gegenüber Russland für gerecht fertigt.  74 Prozent der Befragten finden diese für nicht gerechtfertigt. Dabei sind 55 Prozent der Meinung, dass die Sanktionen Russland (eher) stark belastet. Persönlich belastet fühlen sich 39 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gaben an, sich nicht eingeschränkt zu fühlen.

80 Prozent der Befragten geben an, sie seien der Meinung, der Westen solle die Krim als Teil Russlands anerkennen.

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Befragung / CAWI
Befragte Zielgruppe Daten sind gemäß amtlicher Statistik gewichtet
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? Online-Access-Panels
Stichprobengröße n=1.500
Feldzeit 3. bis 9. März 2022
Länder Russland

Kommentare (1)

  1. X am 21.03.2022
    Der Befragungszeitraum ist 03.03.-09.03. 2022
    Laut Bericht auf der Internetseite von pollytix strategic research hat fast jeder zehnte Befragte die Frage "Haben Sie in den letzten Tagen etwas vom militärischen Eingreifen Russlands in der Ukraine gehört oder gelesen?" mit "Nein" beantwortet...
    Die Zeile "Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert?" in der Methodiktabelle oben ist leer...
    Die Frage "Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert?" bleibt aber interessant...

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