Das sind die Social Media Trends für 2021 - Zukunftsthemen, Tipps und Expertenprognosen

Studie von Adenion und pressrelations

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung nutzt Social Media – das sind etwa 4,41 Milliarden Menschen, die jeden Tag in den sozialen Medien aktiv sind. Betrachtet man den Corona-Zeitraum von Oktober 2019 bis Oktober 2020, so ist die Zahl der Social Media-User um weitere 453 Millionen angestiegen. In einer digital-affinen Welt, in der Social Media einen alltäglich begleitet, stellt sich die Frage: Welche Trends wird es in den verschiedenen Bereichen wie "Work" und "Consumer & Culture" dieses Jahr geben?

Welche Trends und Zukunftsthemen wird es in den sozialen Netzwerken für das Jahr 2021 geben? (Bild: Tracy Le Blanc - Pexels)

Durchschnittlich hat ein Mensch 8,5 Social Media-Accounts und verbringt 144 Minuten pro Tag und somit 876 Stunden im Jahr darauf. Durch Corona hat die Bedeutsamkeit von Social Networks ein neues Höchstmaß erreicht. Gerade jetzt ist es wichtig zu wissen, was in den sozialen Medien interessiert. Aus diesem Grund wurden für die Studie Social Media Trends 2021, aus dem Datenpool des Social Media-Management-Tools Blog2Social by Adenion, der FirstSignals® Analysemethode von pressrelations sowie der Befragung von bekannten Social Media-Influencern, die wichtigsten Trends, Tipps und Expertenprognosen für 2021 ermittelt. 

Die beliebtesten Social Media-Plattformen in Deutschland

Quelle: Studie "Social Media 2021 - Trends, Tipps und Expertenprognosen" von Adenion & pressrelations

Facebook

Facebook ist das meistgenutzte Social Media-Network. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Menschen verbringen im Schnitt 38 Minuten auf Facebook, um Content zu konsumieren oder zu veröffentlichen
  • User sind am besten dienstags und sonntags erreichbar
  • Die Lebensdauer eines Facebook-Posts beträgt vier Stunden
  • Die besten Zeiten, um etwas zu posten sind 13-16 Uhr und 18-22 Uhr

Instagram

Instagram gehört zu Facebook und ist mit über 1,1 Milliarden Nutzer das zweitstärkste soziale Netzwerk. Hier die wichtigsten Fakten:

  • User sind am besten montags, mittwochs und donnerstags erreichbar
  • Die Lebensdauer eines Instagram-Posts beträgt 21 Stunden
  • Fotos mit Gesichtern erhalten 38 Prozent mehr Likes
  • Die besten Zeiten, um etwas zu posten sind 11-13 Uhr und 19-22 Uhr

Xing

XING ist mit 18 Millionen Usern das führende Business-Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Hier die wichtigsten Fakten:

  • User sind am besten dienstags bis donnerstags erreichbar
  • Die optimale Bildgröße für einen Bildbeitrag ist 720 x 450 Pixel
  • Die Lebensdauer eines Xing-Posts beträgt einen Monat
  • Die besten Zeiten, um etwas zu posten sind 7-10 Uhr und 17-18 Uhr
  • 48 Prozent der Xing-Mitglieder haben ein Haushaltsnettoeinkommen über 3.000 Euro

LinkedIn

Die Plattform gehört Microsoft und zählt mittlerweile über 722 Millionen Mitglieder. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Die optimale Bildgröße für einen Bildbeitrag ist 1200 x 1200 Pixel, um die Interaktionsrate zu steigern
  • Die Lebenszeit eines LinkedIn-Posts beträgt 24 Stunden
  • Die besten Zeiten, um etwas zu posten sind 7-10 Uhr und 17-18 Uhr
  • How-to und Listen-Beiträge schneiden am besten ab

 Trending Topics 

Die Kunst bei der Entdeckung von Trends besteht darin, neue Themen genau dann zu erkennen, wenn sie die Echokammern der Wissenschaft und der Fachexperten verlassen und in den großen Referenzsaal der Entscheider und Konsumenten eintreten. Die Auswahl von Trends und Zukunftsthemen hängt dabei von folgenden drei Kriterien ab:

  1. Ist es ein Nischen-Thema oder betrifft es potentiell sehr viele Branchen, Märkte und Menschen?
  2. Hat es Strahlkraft über mehr als nur eine Ebene - z.B. nicht nur Technik, sondern auch Politik?
  3. Bindet es an bestehende Megatrends (z.B. Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Elektromobilität, Klimakrise, Chinas Aufstieg) an?

Die ausgewählten Zukunftsthemen erfüllen mindestens zwei der drei genannten Kriterien für hohes Trendpotential. Die Zukunftsthemen lassen sich in vier zentrale Themenbereiche einteilen:

  1. Consumer & Culture
  2. Work
  3. Web & Digitalisierung
  4. Business & Finance

Die Themen haben das Potential, das Jahr 2021 nachhaltig zu prägen. Sie bewegen sich zwar noch unter dem Radar - doch die Möglichkeit, dass sich ein Thema viral verbreitet und von einem auf dem anderen Tag die Berichterstattung dominiert, macht sie zu Zukunftsthemen - die in jeder Social-Media-Strategie 2021 Platz finden sollten. 

Rising Stars & Most Talented - Social Media Trends

Dabei lassen sie sich in zwei Kategorien unterteilen: 

  1. Rising Stars erhalten bereits eine mediale Aufmerksamkeit und haben den Status eines kurzen Hype-Themas oder einer "Eintagsfliege" schon überwunden. Für Strategie- und Content-Experten bedeuten die Rising-Star-Themen daher einen "Call-to-action".
  2. Most Talented verfügen über ein großes Relevanz-Potenzial. Sie unterscheiden sich aber von den Rising Stars insofern, als dass sie noch am Anfang einer Awareness-Karriere stehen, da sie noch keine vergleichbare Sichtbarkeit in den Medien erreicht haben. Sie haben das Potenzial zu großen Trends des kommenden Jahres zu werden, allerdings besteht genauso gut das Risiko, dass sie von anderen Themen verdrängt werden. Strategie- und Content-Experten können sie daher als Watchlist dienen - diese beinhaltet Themen, die eng verfolgt werden sollten, um schnell zu agieren, wenn sie zu den neuen Rising Stars werden.

Rising Stars

Consumer & Culture

  • Slow Fashion: Damit ist nachhaltig, fair, umweltschonend und hochwertig produzierte und gehandelte Mode gemeint. Sie ist der Gegenentwurf zu Fast Fashion und fordert Entschleunigung durch Haltbarkeit und längeren Gebrauch über kurzfristige Trends hinaus.
  • Deepfakes repräsentieren die Schattenseiten der künstlichen Intelligenz (KI). Der Begriff wurde über Missbrauch durch sogenannten "Face Swapping" bekannt. Die Technik erlaubt perfekte Fälschungen, die Problemdimension ist riesig und sie befeuert zudem eine gefährliche Entwicklung: Fake News und Verschwörungstheorien. So wurden schon Stimmen und Gesichter von Spitzenpolitikern "gehackt".

Work

  • Digitalnomaden, Workation und Telemigration: Diese Begriffe bezeichnen die Ortsungebundenheit der Digital-Jobs und werden bewusst als persönliche Freiheit betrachtet. Man arbeitet also, wo es einem gefällt. Durch die corona-verbundene Digitalisierung erlebt der Begriff "Digitalnomade", der vor einigen Jahren ein Nischen-Trend war, ein Medien-Comeback.
  • Working-out-loud (WoL): Darunter versteht man eine Kollaborationsmethode für Teams, bei der Teammitglieder proaktiv über ihre aktuelle Arbeit sprechen und diese für alle anderen Teammitglieder jederzeit zugänglich machen. Durch das umfängliche Teilen von Wissen soll ein Mehrwert und ein Fortschritt für das gesamte Team geschaffen werden.
  • Mit Job Crafting sind Mitarbeitende gemeint, die ihre Job-Rolle frei und eigenständig interpretieren und durch persönliche Handlungsmotive erweitern. Es hat Potential als Top-Thema für Recruiting und Employer Branding, da es auf die Bedürfnisse der jungen Generationen, nämlich Selbstverwirklichung und persönliche Freiräume, eingeht. 

Web & Digitalisierung

  • Virtual Reality (VR), aber auch die verwandten Anwendungen Augmented Reality (AR) oder Cross Reality (XR), bei denen die reale und virtuelle Welt vermischt werden, sind längst nicht mehr nur Gaming relevant. Spätestens durch Corona sind digitale Räume, die auch Unterricht, Museumsbesuche und Konferenzen ermöglichen, ein Thema.
  • Digitale Zwillinge (Digital Twins) zählen ebenfalls zu dem Bereich VR. Sie repräsentieren stets nur digitale Abbilder von real existierenden Objekten, mit denen sie verkoppelt sind. In der Industrie gelten sie als Effizienz- und Qualitätsbooster, da sie ganze Fabriken, Lieferketten und alle Arten von komplexen Prozessen digital abbilden und dadurch eine neue Ebene von Steuerungs- und Optimierungsmöglichkeiten kreieren.

Business & Finance

  • Predictive Analytics nutzt Data Mining, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Es findet Einsatz in verschiedenen Bereichen, wie etwas im Marketing, bei der Klimavorhersage, bei der Planung von Produkten, Lieferketten und Fabriken, beim autonomen Fahren und Finanz-Risikomanagement.
  • Ein Robo-Advisor ersetzt KI-basiert in vielen Fällen den klassischen Bankberater bei Kapitalanlagen - dem Hauptgeschäft konventioneller Bankfilialen.
  • Nudging gilt nicht erst für dieses Jahr als Dauerbrenner. Damit ist ein freundlichen Schubs zu einem erwünschten (Kauf-)Verhalten gemeint, zum Beispiel indem glänzendes Obst im Supermarkt am Eingang und auf Augenhöhe platziert wird.

Most Talented

Consumer & Culture

  • Femtech: Dass Frauen nicht nur in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik benachteiligt sind, sondern auch durch technologische Entwicklungen und Produkte insbesondere im Healthcare-Bereich, ist hingegen weniger bekannt. FemTech-Lösungen bieten Technik und Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind. Mindestens sollen sie die oftmals einseitig männliche Sicht auf Technik- und Produktentwicklung erweitern

Work

  • Psychological Safety: Bei diesem Ansatz geht es darum, Mitarbeitende in Teams dazu zu bringen, mutiger zu sein und ihre Komfortzone öfter zu verlassen, um neue Dinge auszuprobieren. Schließlich sind das die entscheidenden Voraussetzungen für Kreativität und Innovationsstärke, die in transformativen Zeiten der entscheidende Wettbewerbsfaktor sind. Angst vor den negativen Folgen des eigenen unkonventionellen, mutigen Handelns verhindert wie kaum ein anderer Faktor die Freisetzung kreativer Kraft. Hinter diesem Begriff steckt also ein neues, ganzheitliches Konzept zur radikalen Transformation der Unternehmenskultur: Hinweg von Sanktionsmechanismen, harten Zielen und hin zu sanften Anreizen (>Nudging) und mehr Freiräumen.

Web & Digitaliserung

  • Unter Splinternet oder Balkanisierung des Internets wird laut "Economist" die Aufteilung oder Zensur des Internets nach nationalen, politischen, kulturellreligiösen, kommerziellen oder technologischen Gesichtspunkten verstanden. Mit der Beschönigung der "Informationssouveränität" versuchen autoritäre, aber zunehmend auch westliche Staaten, das Internet in nationale Einflusshemissphären zu zerteilen.

Business & Finance

  • Der Begriff Naturkapital steht im Mittelpunkt des "Green Economy"-Ansatzes und wird als Synonym zum Kapitalbegriff eingesetzt. Damit wird versucht, einen marktwirtschaftlichen Anreiz zu schaffen, natürliche Güter zu schützen, indem die volkswirtschaftlichen Kapitalkosten um eine umweltökonomische Komponente erweitert werden. Laut dem Professor für ökologische Ökonomik Robert Constanza, der den Begriff prägte, ist damit der "Bestand natürlicher Ökosysteme, der einen Strom wertvoller Ökosystem-Güter und -Dienstleistungen liefert", gemeint. Dazu zählt also alles, was bisher keinen marktwirtschaftlichen Preis hat und deshalb zerstört und verschwendet wird - sei es sauberes Wasser und saubere Luft, Artenvielfalt, intakte Ökosysteme und das Klima. Boden als Kapitalfaktor für Rohstoffe ist explizit ausgenommen.

 

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