"Das schlechteste, was man tun kann, ist nichts zu tun"

Die EU-DSGVO aus dem Blickwinkel der Markt- und Meinungsforschung

Auch unser Nachbarland Österreich beschäftigt sich derzeit intensiv mit den Änderungen und Auswirkungen der DSGVO. Am Montag, 09.04.2018, veranstaltete die Wirtschaftskammer Österreich (Fachgruppe Werbung) gemeinsam mit dem Verband der Marktforschungsinstitute (VdMi) ein Business-Breakfast, um die EU-DSGVO aus dem Blickwinkel der Markt- und Meinungsforschung zu beleuchten. Sabine Beinschab von research affairs hat das Event besucht und berichtet exklusiv für marktforschung.de.

Die Besucher lauschen gespannt dem Vortrag (© Sabine Beinschab)
Die Besucher lauschen gespannt dem Vortrag (© Sabine Beinschab)

Robert Sobotka (Vorsitzender des VMÖ, Geschäftsführer von Telemark Österreich) führte durch das Programm. Im ersten Teil der Veranstaltung gab Mag. Dietmar Huemer, LLM einen Überblick über die Neuerungen der DSGVO. Der Wiener Rechtsanwalt betonte dabei, dass viele Richtlinien der DSGVO bereits in der Vergangenheit in der Marktforschung Relevanz hatten, wie zum Beispiel die zweckgebundene Verwendung von Daten. Neu ist allerdings, dass die Umsetzung der DSGVO mehr Eigenverantwortung der Markt- und Meinungsforscher erfordert. So empfahlen Mag. Dietmar Huemer, LLM und sein Folgeredner Dr. Holger Mühlbauer von TeleTrusT (Bundesverband IT-Sicherheit, Berlin) dem interessierten Publikum im ersten Schritt die Datenschutzbedingungen auf den Websites zu aktualisieren, ein Verarbeitungsverzeichnis der Daten zu erstellen (Kunden-, Mitarbeiter- und Respondentendaten!), einen Datenschutzkoordinator zu bestellen und die Folgenabschätzung bei sensiblen Daten (wie biometrischen Daten) zu dokumentieren. Abschließend wurden in einer Diskussionsrunde noch unternehmensspezifische Fragestellungen besprochen.

Fazit der Veranstaltung: Die hohe Anzahl an Besuchern bestätige das Interesse der Markt- und Meinungsforscher in Österreich an der EU-DSGVO. Teilweise fühlen sich die Berufskollegen noch stark verunsichert, da unklar ist, welche Regelungen für die Branche und spezifische Projekte konkret gelten. Die Veranstaltung bot jedoch eine ganze Reihe von Orientierungspunkten, die vor dem 25.05.2018 umgesetzt werden können. Dr. Holger Mühlbauer bestätigte dies in der Aussage: "Das schlechteste, was man tun kann, ist nichts zu tun".

Sabine Beinschab, research affairs

Veröffentlicht am: 09.04.2018

 

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