Verbraucher werden in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen

Studie von GfK

Die GfK-Studie "COVID-19 Consumer Pulse" beobachtet Veränderungen hinsichtlich Verhalten, Lebensstil und Stimmung der Verbraucher vor dem Hintergrund der COVID-19-Epidemie und stellt Prognosen für die zukünftige Kaufkraft auf. So rechnen GfK-Experten damit, dass Konsumenten noch bedarfsorientierter einkaufen und vermehrt auf "Digital Services" zurückgreifen werden.

COVID-19 Consumer Pulse: Verbraucher werden in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen und auf "Digital Services" zurückgreifen (Bild: Clay Banks - unsplash)

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben sich sowohl erheblich auf die Stimmung der Verbraucher als auch deren Kaufkraft ausgeübt. Das zeigte zwar schon das GfK-Konsumklima, aber auch die neueste Studie "COVID-19 Consumer Pulse" verdeutlicht die Auswirkungen: So gehen ein Drittel der Befragten nach wie vor davon aus, dass sich die finanzielle Situation innerhalb der nächsten 12 Monate verschlechtern wird. Aber wie hat sich das gesamte Konsumverhalten in den letzten Monaten entwickelt und verändert?

Phase 1 – die Panikphase

In der ersten Phase der Pandemie kauften die Menschen vor allen Dingen das, was sie unbedingt benötigten. Vor allem auf Ausstattung für das Homeoffice, wie Monitore oder Webcams war ein Ansturm. Auch Kühl- und Gefrierschränke zum Lagern von Lebensmitteln waren von großer Beliebtheit.

Phase 2 – die Anpassungsphase

In der zweiten Phase, in der sich alle an die neue Situation angepasst haben, gab es auch einen Wechsel im Konsumverhalten. So waren vor Allem Produkte für das Entertainment zuhause äußerst beliebt und die Nachfrage für Spielekonsolen und Gaming Computer stieg an.

Das Online Shopping boomt

Laut GfK kauften im April 70 Prozent der Befragten viele Produkte online. Betrachtet man die Altersgruppe der 16- bis 29-jährigen, waren es sogar 81 Prozent. Doch wie wird Phase 3 aussehen, nachdem nun die stationären Geschäfte langsam wieder öffnen und wie beeinflusst das das Kaufverhalten?

Der Trend des Online Shoppings wird auch weiterhin bei vielen Warengruppen bestehen bleiben, besonders, was Elektronikartikel und Gartenwerkzeuge betrifft. GfK-Daten aus China zeigen, dass sich der Handel zwar nach Ende der Krise langsam erholt, aber weiterhin 23 Prozent weniger als im Vorjahr sein wird.

"Das neue Normal"

Laut Petra Süptitz, GfK-Expertin im Bereich Consumer Insights wird das "neue Normal" durch knappere Verbraucherbudgets und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld geprägt sein. So die Verbraucher zwar zukünftig äußerst bedarfsorientiert einkaufen. Allerdings werden aufgeschobene und Käufe, die weiterhin notwendig sind, nachgeholt. Darunter fallen Kategorien, wie beratungsintensive Elektrogroßgeräte und Einbaugeräte, aber auch Klein-Elektronik, wie Smartphones Fernseher und Kaffeevollautomaten.

Urlaub und Luxusgüter stehen hinten an

Ein Viertel der Befragten geben an, dass sie auf ihren geplanten Urlaub verzichten werden. Ein Drittel will die Ausgaben für langlebigerer Produkte, wie beispielsweise Autos, Möbel oder Fernsehen reduzieren. Auch auf den Kauf von Kleidung und Luxusgütern wollen sieben Prozent erstmals verzichten.

Das Potenzial der Digitale Services ausschöpfen

Während vom stationären Handel das Einhalten von Hygienekonzepten erwartet werden, müssen auch deren Service-Angebote angepasst werden: Click & Collect, Lieferservices, Online-Beratung, sowie verschiedene Zahlungsmethoden müssen auf die Bedürfnisse der Verbraucher ausgerichtet sein.

Große Chancen für Händler liegen auch in digitalen Apps und Medien für die Kundenkommunikation. Beispielsweise könnten Verkäufer die Verbraucher über Zeiten mit wenig Kundschaft beziehungsweise über Stoßzeiten informieren, sodass die Abstandsregeln beim Einkauf besser gewährleistet werden kann. Dadurch kann die Krise auch eine Chance sein, um Geschäftsmodelle und Konzepte neu zu überdenken, so Süptitz.

cb

Methodik

Methode Online-Umfrage
Region Deutschland
Anzahl der Befragten wöchentlich 500 Personen
Stichprobe In Deutschland lebenden Personen ab 16 Jahren
Veröffentlicht am: 12.05.2020

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Lösungsansatz in der Reichweiten- und Werbemessung

Der "Heilige Gral" für Vermarkter: Tech-Giganten und Werbende einigen sich auf einheitliche Cross-Media-Messung

Heiliger Gral (Bild: oti_ito88 - pixabay) | marktforschung.de

22.09.2020 - Internationale Werbeverbände, Tech-Konzerne und einige der weltweit größten Werbetreibenden haben sich auf einen gemeinsamen Lösungsansatz in der Reichweiten- und Werbemessung verständigt. Damit ist ein Grundstein für eine neue Zeitrechnung der geräteübergreifenden... weiterlesen

 
Übernahme von Freyer Marktforschung

quotapoint market research mit neuem Standort in Berlin

21.09.2020 - Mit einem dritten Standort will quotapoint market research sein Netzwerk ausbauen und flächendeckende Angebotsmöglichkeiten schaffen. Außerdem soll durch die Übernahme ein spezifischer Branchenschwerpunkt verstärkt und der Proband*innen-Pool vergrößert werden. weiterlesen

 
Personalie im Schöttmer-Institut

Andrea Meixner wird festes Teammitglied

21.09.2020 - Die Schöttmer-Institut GmbH in Hamburg verstärkt das Team ab dem 1. September 2020 mit Andrea Meixner als Senior Research Specialist. weiterlesen

 
Kommunalwahl NRW 2020

Eine Umfrage, die ein Momentum suggeriert – Was ist passiert in Köln?

21.09.2020 - Fast 16 Prozentpunkte soll die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf den letzten Metern des Wahlkampfs verloren haben. Zwei Wochen vor der Wahl lag sie lt. einer Vorwahl-Umfrage noch bei 61 Prozent, am Wahltag erreichte sie gerade mal 45,05 Prozent und muss nun... weiterlesen

 
Umfangreiches Rebranding bei Schlesinger Europe

Schmiedl Marktforschung wird zu Schlesinger Group Germany

18.09.2020 - Im Rahmen eines umfangreichen Rebrandings wird das deutsche Marktforschungsunternehmen Schmiedl Marktforschung in Schlesinger Group Germany umbenannt. Auch weitere europäische Unternehmen firmieren zukünftig unter neuem Namen. weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin