Coronavirus: Jeder zweite Deutsche ernsthaft besorgt

Studie von Ipsos

Knapp jeder zweite Bundesbürger empfindet das Coronavirus als eine große oder sogar sehr große weltweite Bedrohung, mehr als jeder Dritte sieht zumindest eine mittlere Gefährdungslage. Ipsos hat Menschen dazu in Deutschland und in sieben anderen Ländern befragt.

Angst vor Conora wächst (Bild: hintartanya - AdobeStock)
Angst vor Conora wächst (Bild: hintartanya - AdobeStock)

Nur etwa jeder sechste Deutsche (16 Prozent) vertritt laut Ipsos die Meinung, dass die weltweiten Auswirkungen durch die vor allem in China auftretende Virusinfektion "eher" oder "sehr" gering sind.

Für eine Mehrheit der Menschen in acht Ländern stellt das sich ausbreitende Coronavirus eine große oder sogar sehr große Bedrohung für die Welt dar. Knapp ein Drittel aller Befragten sieht in der neuartigen Lungenerkrankung eine mäßige Gefährdung, nur eine Minderheit geht von einem geringen Risiko für die Welt aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos, die vom 07. bis 09. Februar 2020 in acht verschiedenen Ländern durchgeführt wurde - darunter auch Deutschland.  

In einigen anderen Ländern ist die Angst vor dem Virus allerdings noch deutlich größer. Vor allem in Japan (66 Prozent), Australien (61 Prozent) und den USA (55 Prozent) glaubt eine klare Mehrheit der Bevölkerung an eine (sehr) hohe Bedrohung für die Welt durch den Ausbruch der Epidemie. In Kanada (42 Prozent) und Russland (42 Prozent) und Großbritannien (43 Prozent) ist das Bedrohungsempfinden der Menschen dagegen deutlich niedriger. 

Nur jeder Fünfte glaubt an baldiges Ende der Epidemie

Global gesehen geht nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) davon aus, dass der Coronavirus-Ausbruch bereits eingedämmt wurde oder zumindest bald vorbei sein wird. Auch in Deutschland stimmen dieser Aussage nur 20 Prozent der Befragten zu, mehr als doppelt so viele Deutsche (42 Prozent) glauben nicht an ein baldiges Ende der Epidemie. In Großbritannien (55 Prozent), Kanada (51 Prozent) und Australien (50 Prozent) sind sogar mehr als die Hälfte der Befragten dieser Meinung, in Russland dagegen nur jeder Dritte (33 Prozent). 

Starke Unterstützung für obligatorische Untersuchungen und Reiseverbote  

Mehr als vier von fünf Personen (86 Prozent) aus den acht befragten Ländern geben an, sie hätten bereits viel oder sogar ziemlich viel über den Ausbruch des Coronavirus gesehen, gehört oder gelesen. Entsprechend breit ist die Unterstützung für einige öffentlich diskutiere Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie. Mehr als drei Viertel der deutschen Bevölkerung (78 Prozent) befürwortet z. B. die obligatorische Untersuchung aller Personen, die aus betroffenen Ländern einreisen. Beinahe ebenso viele Bürger (74 Prozent) sind der Ansicht, dass die Bundesregierung eine gesetzliche Quarantäne für Personen verfügen sollte, die sich potentiell mit dem Virus infiziert haben könnten. 

Sechs von zehn Befragten (59 Prozent) sind zudem der Auffassung, dass deutsche Fluggesellschaften Flüge nach China vorübergehend einstellen sollten. Jeder zweite Bundesbürger (50 Prozent) fordert sogar, dass die Regierung Reisen nach und aus betroffenen Ländern verbieten sollte. In den sieben anderen untersuchten Nationen ist der Ruf nach Reiseverboten sogar noch deutlich größer als in Deutschland, vor allem in Australien (73 Prozent), Japan (71 Prozent) und den USA (70 Prozent).

ts

Methodik

Erhebungsmethode Befragung
Befragte Zielgruppe Erwachsene im Alter von 18 bis 74 Jahren
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? Eigenes Panel
Stichprobengröße 8.001
Feldzeit 07. bis 09. Februar 2020
Länder Kanada, USA, Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Russland
Veröffentlicht am: 14.02.2020

 

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