Corona-Schock gerät in Vergessenheit, Konsumklima erholt sich langsam

Studie der GfK

Durch die gelockerten Kontaktbeschränkungen und die schnelle Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft vergisst der ein oder andere gerne einmal, dass Corona immer noch existent ist. Dies ist insbesondere in der Konjunktur- und Einkommenserwartung, sowie bei den Anschaffungen zu bemerken, wie der GfK-Konsumklima-Index zeigt.

Zeitgleich mit dem guten Wetter erwacht die deutsche Bevölkerung aus der Corona-Schockstarre, die noch im April das ganze Land in ein Stimmungs-, sowie in ein wirtschaftliches Tief gerissen hat. Der Indikator des Konsumklimas hat seit April mehr als 13 Punkte zugenommen. Für den Monat Juli prognostiziert die GfK einen Wert von -9,6 Punkten, was immerhin neun Punkte mehr sind als noch im Juni. Trotz des Aufschwungs ist ein Wert von -9,6 der drittniedrigste Wert in der Geschichte des Konsumklimas.

Ein Grund für den Konjunktur-Aufschwung könnte die angekündigte befristete Mehrwertsteuer-Senkung sein. Im Falle, dass Händler und Hersteller diese Senkung an die Verbraucher weitergeben, könnten einige geplante Anschaffung schon etwas vorgezogen werden und somit der Konsum angetrieben werden.

Das Konsumklima erholt sich - GfK
Das Konsumklima erholt sich (Quelle: GfK)

Konsumanstieg trotz anhaltender Verunsicherung

Nichtsdestotrotz ist nach wie vor Verunsicherung zu spüren: In Anbetracht der Rekordzahl an Kurzarbeitern und auch der steigenden Anzahl der Arbeitslosen befindet sich Deutschland in einer Rezension. Einkommensbußen und die Angst den Job zu verlieren sind weiterhin Konsumhemmnisse. Schon seit letztem Monat nimmt die Sparneigung ab und wirkt sich auch diesen Monat positiv auf das Konsumklima aus: Der Konjunktur-Zuwachs fällt mit einem Anstieg von 18,9 Zählern unerwartet gut aus und mit 8,5 Punkten liegt der Indikator sogar wieder im positiven Bereich.

Die aktuellen Werte im Vergleich mit dem Vormonat und dem Vorjahr (Quelle: GfK)

Einkommens-Pessimismus adé?

Ein anderer Indikator, der ebenfalls, wie im vorherigen Monat auch, einen Zuwachs bekommen hat, ist die Einkommenserwartung. Mit einem Plus von 12,3 Zählern liegt der Wert im Juni 2020 bei 6,6 Punkten. Im Verhältnis zum Wert aus dem Vorjahr sind es jedoch 39 Punkte weniger.

Der steigende Einkommenserwartung wirkt sich auch positiv auf den Indikator der Anschaffungsneigung aus, der mit einem Anstieg von 13,9 Zählern auf 19,4 Punkte klettert. Doch auch hier muss man den Wert im Vergleich zum Vorjahr sehen, der 2019 noch 34 Punkte besser war.

cb

Methodik

Befragungsmethode Interviews
Befragte Zielgruppe deutsche Verbraucher
Stichprobengröße n= 2.000
Erhebungszeitraum 3. – 15. Juni 2020
Veröffentlicht am: 30.06.2020

 

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