Corona-Impfausweis: Akzeptanz oder Missmut?

Impf-Studie Ipsos

Sollen Geimpfte zukünftig bestimmte Privilegien erhalten – wieder Reisen, Feiern und Restaurants besuchen dürfen? Die Impf-Studie von Ipsos spiegelt die Meinung der Bevölkerung aus 28 Ländern, unter anderem Deutschland, wider.

Corona-Ipmfausweis-Beitrag (Bild: Markus Winkler - pexels)
Die Idee eines Corona-Impfausweises trifft in der Bevölkerung auf Zustimmung. (Bild: Markus Winkler – pexles)

Seit dem letzten Impf-Gipfel kocht die Diskussion um Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen für Geimpfte wieder hoch. Nach einer aktuellen Ipsos-Umfrage im Auftrag des Weltwirtschaftsforums befürworten drei von vier Befragten (73 Prozent) in 28 Ländern den Einsatz von Impfausweisen, um das Reisen und große Veranstaltungen sicher zu machen. Eine große Mehrheit (78 Prozent) ist zudem dafür, dass bei der Einreise in ihr Land ein Impfpass oder ein Gesundheitsdatenzertifikat vorgelegt werden sollte.

Deutsche für Impfausweispflicht bei Einreise

Auch die Deutschen sind mehrheitlich (67 Prozent) der Meinung, dass COVID-19-Impfpässe wirksam dazu beitragen würden, Reisen und Großveranstaltungen sicher zu machen. Etwa ebenso viele (63 Prozent) sagen, dass so ein Nachweis für den Zugang zu großen öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten oder Sportevents vorgeschrieben werden sollte. 73 Prozent treten außerdem für die Vorlage eines Impfausweises bei der Einreise nach Deutschland ein.

Weichere Regelung für Geschäfte und Restaurants befürwortet

Geteilter Meinung ist man allerdings, wenn es um das Betreten von Geschäften, Restaurants und Büros geht. Im Durchschnitt der 28 Länder ist nur etwa die Hälfte (55 Prozent) der Meinung, dass für das Betretungsrecht dieser Einrichtungen ein COVID-19-Impfpass vorgeschrieben werden sollte. In Deutschland sind 42 Prozent ausdrücklich dagegen. In Russland (72 Prozent) ist die Ablehnung dieser Maßnahme besonders groß, aber auch in Ungarn, Polen, Belgien und den USA sind jeweils über 50 Prozent der Befragten nicht einverstanden.

Meinung Impfpässe (Bild:Ipsos)
Ein Großteil der weltweiten Bevölkerung ist der Meinung, dass ein COVID-19-Impfpass eingeführt werden sollte. (Bild: Ipsos)

Lockerungen für Geimpfte unfair gegenüber Nicht-Geimpften

Politik und Ethikkommission beschäftigt ebenfalls die Frage, ob ein Verfahren gerecht ist, das Lockerungen nur für geimpfte Bürger vorsieht. Mit dieser Problematik hat sich eine weitere Ipsos-Umfrage befasst, die unter mehr als 15.000 Menschen in zwölf Ländern ebenfalls im April 2021 durchgeführt wurde. Die Befragten sollten angeben, welche von zwei Aussagen ihrer eigenen Meinung am nächsten kommt:

  • Nur diejenigen, die gegen COVID-19 geimpft sind, sollten Dinge tun dürfen, an denen große Menschengruppen beteiligt sind, wie z. B. öffentliche Verkehrsmittel benutzen, fliegen und kulturelle und sportliche Veranstaltungen besuchen (im Durchschnitt wählten 54 Prozent diese Antwort), oder
  • Diese Aktivitäten nur denjenigen zu erlauben, die geimpft sind, ist unfair gegenüber denjenigen, die nicht geimpft sind (46 Prozent stimmen dem zu)

Bei dieser Entscheidung sind die Menschen in den zwölf Ländern sehr zwiegespalten. Mehr als sechs von zehn Erwachsenen in Brasilien (63 Prozent), den USA (62 Prozent) und Kanada (61 Prozent) sind der Meinung, dass Aktivitäten mit großen Gruppen auf die Geimpften beschränkt werden sollten. Im Gegensatz dazu halten Mehrheiten in Frankreich (57 Prozent), Spanien (55 Prozent), Japan und Deutschland (je 53 Prozent) dies für unfair gegenüber jenen, die nicht zur Impfung berechtigt sind, noch auf einen Impfstoff warten oder sich bewusst gegen eine Impfung entschieden haben.

Corona-Lockerungen okay oder unfair? (Bild: Ipsos)
Bezüglich der Lockerungen für Geimptfe unterscheiden sich die Meinungen der einzelnen Länder. (Bild: Ipsos)

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfragen (12-Länder-Umfrage & 28-Länder-Umfrage)
Erhebungszeitraum 26. März - 11. April 2021
Befragte Zielgruppe Erwachsene von 16 bis 75 Jahren
Stichprobengröße n = ca. 15.500 (12-Länder-Studie), n= ca. 20.000 (28-Länder-Studie)
Länder Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China (Festland), Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan, Spanien, USA, Argentinien, Chile, Kolumbien, Ungarn, Indien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Türkei

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