Corona: Apotheken fürchten zweite Welle mit vielen Toten

Studie von aposcope

Ferienende, Urlaubs-Rückkehr und immer weniger Rücksichtnahme: die Corona-Zahlen steigen wieder stark an und nähern sich mitunter Werten wie im Frühjahr. Bei den Apothekenteams wächst die Sorge vor dem Virus wie eine neue aposcope-Umfrage zeigt.

81 Prozent des befragten Apothekenpersonals befürchtet, dass sich das Virus in den nächsten Wochen stark ausbreiten wird (Symboldbild: Pixabay).

81 Prozent des befragten Apothekenpersonals befürchtet, dass sich das Virus in den nächsten Wochen stark ausbreiten wird (Symboldbild: Pixabay).

Mit den zunehmenden Lockerungen hat oftmals die Akzeptanz für bestehende Maßnahmen wie Abstandhalten, Hygieneregeln und Maskenpflicht abgenommen, so aposcope. Vor allem Letztere sorgt bei einem Großteil der Kund*innen weiterhin für Unmut, geben 83 Prozent der Befragten in einer aktuellen Umfrage an. Im Vergleich zu Mitte Juni (92 Prozent) ist der Anteil jedoch rückläufig. Denn die Corona-Zahlen steigen derzeit wieder an und die Angst vor dem Virus nimmt wieder zu – auch beim Apothekenpersonal: 83 Prozent befürchten einen Anstieg der Infektionskurve.

Ausbreitung des  Coronavirus: Apothekenpersonal in Sorge

Von Mitte März bis Mitte Mai war die Angst vor einer massiven Ausbreitung des Virus hierzulande stetig gesunken und wurde letztlich nur noch von rund der Hälfte der Befragten (52 Prozent in Kalenderwoche 21) geteilt. Seitdem ist jedoch wiederum ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen. Inzwischen befürchten 81 Prozent, dass sich das Virus in den nächsten Wochen stark ausbreiten wird.

Auch die Angst vor einer steigenden Zahl an Corona-Toten in Deutschland wächst bei den Apotheker*innen wieder: Knapp die Hälfte von ihnen (49 Prozent) teilt diese Befürchtung, wohingegen es noch vor etwa zwei Monaten nur rund ein Drittel der Befragten war (37 Prozent in Kalenderwoche 25).

Corona-Zahlen: Angst vor eigener Ansteckung, aber geringe Impfbereitschaft

Darüber hinaus hat sich die Sorge beim Apothekenpersonal verstärkt, sich selbst mit dem Virus zu infizieren. Anfang Mai (Kalenderwoche 19) gaben 28 Prozent an, Angst vor einer Ansteckung zu haben, Anfang August (Kalenderwoche 33) sind es dagegen 38 Prozent. Dennoch würde sich nur rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer*innen (54 Prozent) impfen lassen, sobald es einen zugelassenen Impfstoff gibt. Dabei ist die Impfbereitschaft bei den Inhaber*innen deutlich höher (73 Prozent) als bei den PTA (45 Prozent).

Kommt es zu einer Corona-Erkrankung im Apothekenteam, sind rund zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) der Ansicht, dass nicht automatisch das gesamte Personal in Quarantäne geschickt und die Apotheke geschlossen werden sollte. In Kalenderwoche 25 waren es noch drei Viertel.

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Hinweis zur Methodik: aposcope befragt seit dem 25. Februar 2020 regelmäßig verifizierte Apotheker*innen und PTA online zum Thema Coronavirus. An der aktuellen Umfrage nahmen am 11. August 2020 insgesamt 305 Apotheker*innen und PTA teil.

Veröffentlicht am: 19.08.2020

 

Kommentare (1)

  1. Bernd Renslaer am 26.08.2020
    Nach Lesen der Pressemitteilung ist mein Eindruck, dass Apotheker keine zweite Welle mit "vielen Toten fürchten" (wobei die Furcht vor vielen Toten natürlich gerechtfertigt ist, unabhängig davon, ob man sie auch erwartet), sondern sie befürchten eine "steigende Zahl von Corona-Toten". Wenn sich die Übersterblichkeit der hypothetischen zweiten Welle im Rahmen der ersten Welle bewegt (und um höher zu sein, bedürfte es eines unerwartet massiven gesellschaftlichen Versagens), sehe ich keine Grundlage für solch freie Ergebnisinterpretationen.

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